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Spirit of Assy unter SegelSpiri of Assy
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Karte gross

Aufbruch zur Ilha Grande -
der Karibik Brasiliens
über Rio de Janeiro bis Salvador de Bahia

Nach sieben Monaten Arbeit an unserer Assy, geplant waren zwei bis drei, haben wir endlich Santos in Richtung Norden verlassen. Rückwirkend lässt sich sagen: Zum ersten Mal fanden wir keine richtigen Freunde.

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Wir auf unserem neuen Moped
Die Firma Navi Service von Gordon Kunze entpuppte sich als Unternehmen, das von Versprechungen lebt, aber kein sonderliches Interesse daran hat, diese auch einzuhalten. Sehr ähnliche Erfahrungen machten wir mit den anderen so genannten Fachleuten vor Ort. Viel Samba und wenig Neigung zu seriöser Arbeit. Das erste Mal seit Beginn unserer Reise können wir keine wirkliche Empfehlungen aussprechen.

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Supmar Werft
Es gibt in Santos zwei Working-Marinas. Die Eine ist die Supmar Werft, die andere nennt sich Pier 26. Pier 26 erscheint uns die seriösere Werft zu sein. Die Liege- und Liftgebühren werden einer bestehenden Preisliste entnommen. Die Preise sind allerdings trotzdem Verhandlungssache. Bei Supmar hingegen versuchte man, anstatt einer Preisliste, herauszufinden, was man wohl aus uns herausschlagen könnte. Dieses, in unseren Augen recht unseriöse, Geschäftsgebaren wurde mehrfach bei neu eintreffenden Yachten wiederholt und auf diese Weise horrende und durch nichts gerechtfertigte Preise in Rechnung gestellt.

Beide Werften verfügen über 35t. Travel-Lifte. Die Supmar Werft und deren Umfeld ist etwas ansprechender als bei Pier 26. Ausserdem verfügt die Supmar Werft über einen Slip, der bis zu 125t bewältigt. Mit unseren 36t wahren wir also an Supmar gebunden. Nach entsprechend zähen Verhandlungen zahlten wir dort sogar etwas weniger als bei Pier 26. Wobei wir allerdings bei Pier 26 nicht wirklich ernsthaft verhandelten.

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Freundschaft - Sunny & Shila
Alle Diskussionen und unerfreulichen Erfahrungen liegen hinter uns und auf unserem Weg zur Ilha Bella schnuppern wir das erste mal wieder Freiheit und Seeluft, wenn auch der Wind an Richtung und Stärke wahrlich zu wünschen übrig läst. Sunny und Shila nutzen die ruhige Fahrt zu einem Schläfchen. Die Doldrums, in deren Bereich Santos liegt, fordern ihren Tribut und so motoren wir in Richtung Yacht-Club Ilha Bella.

Der Yacht-Club entpuppt sich als kein sehr freundlicher Ort für Segler, die mit Vierbeinern unterwegs und mit ihnen an Land wollen. Man wollte uns nicht gestatten, unseren Sunny an der Leine über den Abstellplatz der Schiffe zu führen, um auf die Strasse zu gelangen. Da es nicht empfehlenswert ist, das Dingi unbeaufsichtigt am Strand zu lassen, bietet die Tankstelle, gleich neben dem Club, eine gute Alternative. Allerdings schliesst sie abends um 20:00 Uhr. Für spätere Landgänge habe ich Beate und Sunny vorher an der Tankstelle abgesetzt und dann das Dingi im Yacht-Club festgemacht. Wer eine der für Gäste ausgelegten gelben Bojen des Yachtclubs benutzt, liegt 3-4 Tage frei, danach wird je nach Schiffsgrösse eine Gebühr zwischen EURO 10.-- und 20,-- erhoben. Wer seinen Anker benutzt, was allerdings nur etwas weiter draussen möglich ist, der liegt frei, kann aber sein Dingi trotzdem im Yacht-Club anlegen.

Bereits in Santos hatten wir Ricardo von der Firma Master Mar und seine Frau Patricia von der Ilha Bella kennen gelernt und waren eingeladen worden, sie zu besuchen. Wir nehmen unseren Besuch auf der Insel zum Anlass, diese Einladung anzunehmen. Es folgen ausgiebige Gespräche, ein tolles Abendessen in der Pizzeria am Anlegesteg für Kreuzfahrtschiffe. (sehr zu empfehlen auch für diejenigen, die keine Pizza mögen) Bei diesen Gesprächen kommt das Thema auch auf die Azoren. Ricado erzählt uns, dass die Familie seines Onkel, eine der ersten Einwanderer auf Sao Miguell, der Insel auf der wir uns (vielleicht) einmal niederlassen wollten, gewesen sei. Er war überzeugt, dass sein Onkel uns einige gute Blickpunkte mit auf den Weg geben könnte und da er seinen Besuch nur wenige Tage später angekündigt hatte, beschliessen wir zu warten.

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Ricardo & Patricia am Steuer unserer Assy
Das Warten hat sich gelohnt. Nach einem ausgiebigen Tagestrip mit unserer Assy und einem weiteren tollen Abendessen in der Kapitäns Bar, gleich neben dem Yachtclub (auch sehr gut und hundefreundlich) erhalten wir sehr wertvolle und wichtige Namen auf Sao Miguel.

Nach nunmehr über einer Woche auf Ilha Bella und einem weiteren Versuch, unser motorgetriebenes Kühlsystem zu reparieren (es klappt wieder einmal nicht), ist es trotz der Gastfreundschaft von Ricardo, Patricia und Onkel Zeit weiterzuziehen. Dadurch, dass wir übersäht sind mit Burachudo-Stichen, eine kleine, nur 0,6mm grosse Moskitoart, (wer von denen gestochen wird, beginnt Moskitos als ausgesprochen liebenswerte Tiere zu empfinden, die Stiche jucken noch nach einer Woche teuflisch und hinterlassen eklige Wunden, wenn man kratzt), fällt das Abschiednehmen leichter.

Unser nächstes Ziel ist die nur 25NM weiter nördlich gelegene Ilha Cuves. Wir liegen vor zwei sehr schonen kleinen Sandstränden und versuchen, nicht an unseren Burachudo-Stiche zu kratzen. (besonders schlimm in der Nacht) Durch viel Schwimmen und Schnorcheln gelang uns das leidlich.

Ihlha Cuves hat einen sehr sicherer, nach den vorherrschenden Winden NO-O und S-SW, geschützten Ankerplatz. Bei starken Winden aus SW kann es allerdings ein wenig rollig werden. In den Ferienmonaten Dezember bis Februar kann es ausserdem recht voll werden, denn die Insel ist ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt allerdings Ende März ist niemand mehr hier. Wir genehmigen uns einen Badetag in dem wunderschönen blauen und für uns mit 260 leider zu warmen Wasser. Am Tag darauf brechen wir nach Paraty, eine der ältesten Städte Brasiliens, auf. In der liebevoll restaurierten Altstadt (eine Seltenheit in Brasilien) wollen wir über das vier bis fünfhundert Jahre altes Kopfsteinpflaster laufen. Was mögen diese Steine alles gesehen haben? Wahrscheinlich mehr Leid und Elend als Freunde und Glück. Das Städtchen beeindruckt uns. Obwohl es mit seinen vielen, speziell für Touristen ausgelegten, Kunstgewerbegeschäften sehr touristisch ist, ist es doch gelungen, mit den Renovierungsmassnahmen den Flair der vergangenen Jahrhunderte wieder neu zu beleben.

Zwei Tage später machen wir einen Stop bei der Ilha Cotia, die wir schon Anfang Januar besucht hatten. Welch ein Unterschied. Ruhig und verlassen liegt sie vor uns, wir vermissen den Trubel vom Januar nicht. Zwei ruhige Tage später brechen wir zur Ilha Grande auf. Unseren ersten Stop machen wir zwischen Ilha Gande und Ilha do Longo. Ein etwas unruhiger Platz, der eigentlich nur als Tagesankerplatz geeignet ist. Die Bucht von Sitio Forte liegt nur 2NM nordöstlich, sie wäre ruhiger und auch sicherer, aber während unseres Besuchs im Januar haben dort zwei Hühner den Spieltrieb unseres Sunnys missverstanden und von ihrem Ableben gebrauch gemacht. Dieser Vorfall hat uns dort nicht gerade beliebt gemacht (es waren die teuersten Hühner unseres Lebens) und so bleiben wir lieber auf dem etwas unruhigen Platz der Ilha do Longo.

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Kanal zur Marina Bracuhy
Am nächsten Morgen machen wir uns nach Angra dos Reis auf, um in der Piratas Mall einzukaufen. Zwar ist der dortige Supermarkt Zona Sul etwas teurer, aber es gibt eben auch einige Delikatessen, auf die wir lange verzichtet haben und die wir uns gönnen wollen.

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Ausfahrt aus dem Bracuhy Kanal
Wir wollen ausserdem Klaus Bartels, den TO Stützpunktleiter (www.trans-ocean.org/to-s-ame.htm), besuchen und treffen dort auf die S.Y. Sydney, Brigitte und Michel, die wir bereits in Santos kurz kennen gelernt hatten. Gemeinsam verbringen wir ein paar nette Tage auf dem Anwesen von Klaus und warten gemeinsam dessen Ankunft ab. Wir nutzen die Zeit, unseren Tauchkompressor und eine Pumpe überholen zu lassen. Der Tauchkompresser funktioniert seither prima, die Pumpe nur drei Minuten. So ist das eben in Brasilien, alles reine Glücksache.

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BracBoat Bar und Bracuhy Marina
Es zieht uns nach Bracuhy, denn wir müssen für unsere dreiwöchige Reise nach Europa und in die in die USA einen sicheren Platz für unsere Assy und eine freundliche Seele für unsere Tiere finden. Die Marina Bracuhy gefällt uns vom ersten Moment an. Es ist ein ruhiger, sicherer und liebenswerte Platz. Die BracBoat Bar, DIE Marina Bar, wird von vier Brüdern betrieben, die alle deutsch sprechen. Einer der Cousins, Andy, erweist sich als Glücksfall. Er ist die gesuchte liebenswerte Seele und kann ausserdem einiges an unserer Assy erledigen, während wir weg sind. (Bild Nr. 8, Untertitel: Mauro von NAU Reisen in Guaruja) Wir haben noch drei Wochen Zeit bis zu unserem Abflug und so beschliessen wir die Zeit zu nutzen und auf die Falklands, oder die Malvinas, wie sie von den Argentiniern genannt werden, zu fliegen. Ursprünglich wollten wir die Inseln ja mit unserer Assy anlaufen, aber die scharfen (obwohl in England aufgehobenen) Quarantänebestimmungen haben das verhindert. Nun dann eben per Flugzeug.

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Port Stanley
Wir fliegen von Rio, über Sao Paulo nach Santiago, wo wir die notwendige Übernachtung nutzen, um Freunde zu besuchen. Am nächsten Morgen geht es über Puerto Montt, Punta Arenas nach Stanlay auf den Faklands.

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Die sehr schöne Kirche von Stanley
Die Inseln erschliessen sich uns als windige und baumlose Steppe. Trotzdem strahlen sie für uns einen eigentümlichen Reitz aus, auch wenn man überall auf die Reste des Falklandkrieges stösst.

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Überall Warnungen vor Minenfeldern
Diese Überreste sind zu einer regelrechten Touristenattraktion geworden und verschiedene Reiseführer haben sich besonders auf das Besuchen der Kriegsschauplätze und das Schildern der Schlachten verlegt. Uns hat das, vor allem die vielen Minenfelder, sehr betroffen gemacht.

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Im Falklandkrieg abgeschossenes Flugzeug
Aber die Falklands haben nicht nur Kriegsschauplätze zu bieten. (Bild Nr. 13, Untertitel: Mittagspause mit unserem Reiseführer Patrick Watts) Wer die Mühe auf sich nimmt, kann nach langen holprigen Autofahrten oder auch mit dem Flugzeug - beides sehr teuer - eine einzigartige Natur hautnah erleben. Vor allem die brütenden Königspinguine sind besuchenswert.

Brütende Königspinguine
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Geschäftiges Eilen am Stand
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Wir haben uns einen 35 Jahre alten Jeep für den sündhaften Preis von 35,-- Pfund pro Tag gemietet und sind kreuz und quer über die Insel gefahren.

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Rast auf der Kühlerhaube
Ein sehr durchschüttelndes Erlebnis. Patrick Watts ist der Reiseführer auf den Inseln, der sich unseres Erachtens die meiste Mühe macht.

Seine Adresse lautet:

Adventure Falklands Patrick Watts, Stanley, Falkland Island
Tel: +500-21383
e-mail: pwatts@horizon.co.fk
www.mercopress.com/adspatrickwatts/index.htm


Unsere Woche auf den Malvinas nähert sich bereits dem Ende, als wir völlig unerwartet Kenn treffen.

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Kenn Beck, was für eine Überraschung!
Ihn hatten wir ein Jahr zuvor in Port Lockeroy, auf der alten Britischen Station in der Antarktis kennen gelernt und uns angefreundet. Entsprechend erfreulich war das Wiedersehen. Der Rest der Woche verging wie im Flug.

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Telefonzellen in Stanley, ein kleines Stück England im Südatlantik
Am Tag der Abreise beginnt es auf dem Weg zum Flughafen mit über 60Kn zu stürmen. Zweifelnd, ob der Flug wirklich geht, sehen wir immer wieder zum Himmel. Aber unser Gepäck wird eingecheckt. Es werden noch einmal 20,-- Pfund Flughafensteuer (wirklich unverschämt) verlangt und nach Begleichen auch dieser Gebühr erhalten wir unseren Ausreisestempel. Kaum haben wir die Ablughalle, mehr ein barackenähnlicher Raum betreten, kommt die Durchsage: Das Flugzeug kann wegen Sturm und schlechter Sicht nicht landen und muss nach Punta Arenas zurück fliegen. Wir holen also wieder unser Gepäck wieder ab und erkundigen uns, wann denn nun mit dem Abflug zu rechnen sein. Die Auskunft ist niederschmetternd. Vor Dienstag, (wohlgemerkt es ist Samstag) wahrscheinliche sogar erst Mittwoch sei mit dem Abflug nicht zu rechnen. Fassungslos sehen wir die Angestellte der Air Chile an. Man erklärt uns, dass dies mit den zögerlich erteilten Überfluggenehmigungen der Argentinischen Behörden zusammenhänge. Ein Politikum, das zeigt, dass auch 20 Jahre nach Kriegsende noch keine Normalität auf den Falklands eingetreten ist. Wir wollen gerade den Bus zurück nach Stanlay bezahlen, als die Nachricht kommt, der Pilot würde einen letzten Anflug versuchen. Es vergeht fast eine Stunde ohne jegliche Information. Wir gehen mehrfach hinaus, um gegen den Sturm ankämpfend etwas zu sehen, aber die Sicht ist zu schlecht. Endlich die erfreuliche Nachricht: Der Pilot hat es geschafft und wir können mit dreistündiger Verspätung die Inseln doch noch verlassen. Auch auf dem Rückflug nutzen wir die notwendige Übernachtung in Puerto Montt, um gute Freunde wiederzusehen.

Wieder in Bracuhy stellen wir bei einer Überprüfung fest, dass unser Generator einen Ventilschaden hat. Die Zeit bis zum Abflug nach Europa und den USA reicht gerade noch, um die notwendigen Ersatzteile zu bestellen und zu organisieren, dass wir sie bei unserem Zwischenstop in Frankfurt mitnehmen können. Es klappt alles prima und wir freuen uns auf schöne Ferien mit unseren Freunden in den USA.

Eine tolle Zeit auf den Azoren, in Deutschland und den USA liegt hinter uns und als wir in Bracuhy eintreffen, sind auch Schiff und Tiere wohlauf. Zwar nimmt die Reparatur unseres Generators und leider auch des Aussenborders noch etwas Zeit in Anspruch, aber dies kann unsere Vorfreude auf die Fortsetzung unserer Reise nicht trüben. Am 2. Juli geht es los.

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Abrao von See
Wir besuchen die aus allen Windrichtungen geschützte Bucht Saco de Ceu, machen einen längeren Stop in Abrao.

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Das Hippistädtchen
Ein kleines, sehr schön und künstlerich angehauchten Städtchen auf der Ilha Grande. Wir lernen Nicola und Mario kennen, sie Deutsche er Argentinier. Sie betreiben eine kleine Pousade mit Namen "Paloma". Besonders freuen sie sich, wenn sie mit Seglern wieder einmal deutsch sprechen können.

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Ein Fischer in Abrao
Unser Abschlussbesuch auf der Ilha Grande gilt der Bahia Enseada da Plamas. Von hier aus geht ein 20 minütiger Weg durch den Jungel zum wunderschönen Strand Lopez Mendes. Sehr empfehlenswert.

Morgens 3:00 Uhr, wir nehmen die 60NM nach Rio de Janeiro in Angriff. Bei zunächst günstigen Winden machen wir unter Segel zügig Fahrt. Leider bleibt e nicht so, über Tag dreht der Wind auf nordost, also mal wieder gegenan, allerdings schlaeft er Wind dann ein. Wir motoren also wieder. Gegen Nachmittag treffen wir in Rio ein und laufen in die Bahia de Guanabara ein. Da uns noch einige Stunden bis zur Dämmerung bleiben, beschliessen wir uns die verschiedenen Ankermöglichkeiten in Rio anzusehen. Da gibt es zuerst die kostenlose Möglichkeit, in der Enseada de Botafogo, direkt unter dem Zukerhut, vor einer Militärkaserne zu ankern. Das Problem ist, wo das Dingi lassen, wenn man abends an Land will. Ebenfalls in der Enseada de Botafogo befindet sich der Yateclube Rio de Janeiro. Ein sehr vornehmer Club, der Gastyachten nicht gerade gerne sieht, sofern sie nicht von einem exklusiven Yachtclub sind. Sollte jemand trotzdem gerne an den Bojen - eine andere Möglichkeit gibt es nicht - liegen wollen, so werden dafür mindestens $ 50,-- pro Tag berechnet. Sozusagen als Abschreckung.

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Chistusstatue auf dem Corcovado in Rio
Eine weitere Möglichkeit ist die Marina da Gloria in der Enseada da Gloria. Auch nicht gerade billig. Es werden 1,20 Rial pro Fuss berechnet. Für den Krach, der nationale Flughafen ist gleich daneben, dem Dreck und dem Schwell, der das Liegen an den Stegen nicht ungefährlich macht, (es empfiehlt sich, mindestens 2m Abstand zum Steg zu halten, um sich das Heck nicht an dem selben zu beschädigen) geradezu unverschämt. Allerdings liegt man sehr zentral, ist nicht weit weg vom Leben in Rio. Es empfiehlt sich, nachts nur mit dem Taxi abzufahren und anzukommen. Der Park ist, nicht nur nachts, für Fussgänger gefährlich. Wir beschliessen erst einmal die Einladung des Comodore Schlüter, vom Yateclube Naval in Niteroi, anzunehmen. Ihn hatten wir in Bracuhy, anlässlich der Party der VARIG Kapitäne, kennengelernt. Ein sehr netter älterer Herr, der sehr gut deutsch spricht. Der Yateclube Naval liegt am Südende der Enseada de Jurujuba.

Die Anlagen des Clubs sind sehr schon. Es gehört ein fast 1000qm grosser Swimmingpool, sowie Tenisplätze und vieles mehr dazu. Leider lässt das Restaurant etwas zu wünschen übrig. Wir sind für 3 Tage Gast des Clubs, danach werden 17,50 Rial pro Tag berechnet. Strom und Wasser sind frei. Der Wehmutstropfen, nach Rio ist es ganz schön weit. Mit dem Bus, je nach Tageszeit zwischen 1:30-3:00h.; wer das Schnellboot über die Bahia de Guanabara nimmt, ist etwas schneller in Rio. Wir stellen fest, dass es in Niteroi alles gibt, was es in Rio auch gibt, sieht man einmal von dem speziellen heissen Nightlife von Rio ab.

Wir fühlen uns im Club und in Niteroi wesentlich wohler und vor allem auch sicherer als in Rio. Während unseres Besuchs hatte das Militär die Hoheit über die Stadt übernommen, da die Polizei die nächtlichen Schiessereien der Bandenkriege nicht mehr in den Griff bekam.

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Anna Maria & Ernst von der Galatea auf der Aussichtsplatform des Cocovado
Zwei Tage nach unserer Ankunft trafen die S.Y. "Satorius" mit Jürgen und Heidi und die S.Y. "Galatea" mit Anna Maria und Ernst in Club Naval ein. Es verbringen schöne gemeinsame Tage.

Obwohl uns Rio nicht wirklich zusagte, wollten wir doch nicht weiterfahren, ohne wenigsten die Sehenswürdigkeiten Rios besichtigt zu haben. Jürgen und Heidi haben den Zuckerhut und den Corcovado mit der Christusfigur schon bei ihrem ersten Besuch vor 6 Jahren besichtigt und wollen dies nicht noch einmal. Anna Maria und Ernst sind wie wir zum ersten Mal in Rio de Janeiro und so beschliessen wir, die Sehenswürdigkeiten Rios gemeinsam in Angriff zu nehmen. Wir nehmen unser Dingi und fuhren über die Bahia de Guanabara in den Rio Yachtclub. (er liegt am dichtesten zu allen Sehenwürdigkeiten) Nach einigem Hin und Her genehmigte man uns, unser Dingi dort zu lassen. Ein Taxi bringt uns zuerst zu der kleinen Zahnradbahn, die auf den Corcovado fährt. Oben angekommen, sind wir von der wirklich imposanten Christusfigur beeindruckt. Enttäuscht hingegen sind wir von der Sicht. Wir erwischen leider einen sehr dunstigen Tag (davon gibt es ca. 300 im Jahr) und so ist die Sicht auf die von hier oben herrliche Stadt nicht so berauschend.

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Der Palmengarten von Rio de Janeiro
Nach einem Besuch im Palmengarten und einem leidlich guten Mittagessen an der Copacabana, fahren wir zum Abschluss des Tages noch auf den Zuckerhut, wo wir, wenn es nicht so dunstig gewesen wäre, einen herrlichen Sonnenuntergang hätten erleben können.

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Beate und der Strand der Copacabana
So verschwindet die Sonne regelrecht im Dunst. Vor unserer Dingifahrt nach Hause genehmigen wir uns noch einen nahezu unverträglichen Caipirinja in dem sonst so exklusiven Rio Yachtclub. Nun ja, man kann nicht alles haben. Trotz dieser kleinen Unpässlichkeiten war es ein schöner und sehr zur Nachahmung empfohlener Tag.

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Sonnenuntergang auf dem Zuckerhut
Uns zieht es weiter, wir wollen anstatt dieser grossen, gefährlichen und kaum überschaubaren Städte lieber Natur und kleinere Orten besuchen. Buzius, unser nächstes Ziel, kommt dieser Vorstellung sehr entgegen. Leider ist unsere Kamera defekt und so können wir von diesem sehr schönen, allerdings für brasilianische Verhältnisse auch recht teuren Städtchen, keine Bilder machen. Dieser Ort, der durch den Besuch von Brigit Bardot im Jahre 1962 berühmt geworden ist, (man findet überall Bilder und sogar eine Statue von ihr) erinnert uns in der Qualität seine Häuser und Geschäfte fast ein wenig an ein europäisches Ferienort an einer südlichen Küste.

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Der Corcovado im Dunst eines Sonnenuntergangs
Wir sind, um nach Norden zu gehen viel zu spät. Im hiesigen Winter herrschen nordöstliche Winde vor und das kann unseren Trip nach Norden, gegen Wind und Strömung, beschwerlich machen. Wir beschliessen, auf Südwind zu warten, in der Hoffnung, dass er überhaupt kommt. Und wie es so oft ist, wenn es einem gefällt, kommt der gewünschte Wind viel zu schnell. Schon nach 3 Tagen dreht der Wind auf Süd und wir beschliessen, obwohl wir gerne noch bleiben würden, die Gunst der Stunde zu nutzen. Vier Tage brauchen wir für die 450NM bis Santo Andre, wo wir von Jürgen Lechte vor der Einfahrt in den Fluss abgeholt werden. Obwohl wir von Jürgen von der S.Y. "Satorius" einen guten Plan für die Einfahrt bekommen haben, ist es nicht empfehlenswert, sie alleine in Angriff zu nehmen. Aber Jürgen Lechte ist immer gerne bereit, einen hereinzulotsen. Wir ankern im Fluss vor der Pousada Gaili. Dabei lernen wir auch Beck, den Inhaber und seine ausgezeichnete Küche kennen. Für den, der gerne und gut essen geht, sehr zu empfehlen. Die Anlage der kleinen 10 Zimmer Pousada erinnert an einen tropischen Park, der mit viel Liebe gepflegt wird. Wir verbringen dort mit Jürgen Lechte, Beck und anderen eine sehr schöne Zeit.

Pousada Restaurant Gaili
Tel./Fax 0055-73-282-1279
E-Mail: Gaili@potonet.com.br

14 Tage sind uns dort vergönnt, bis sich wieder ein Fenster mit südlichen Winden auftut. Obwohl es noch einige schöne Plätze zum Anhalten gegeben hätte, segeln wir bis Salvador de Bahia durch. Wir sind wegen unserer bevorstehenden Reise nach Deutschland etwas nervös. Wir müssen noch einiges am Schiff erledigen, aber vor allen müssen wir wieder jemanden finden, der sich in unserer Abwesenheit um Sunny und Shila kümmert.

In der zweiten Nacht auf See springt plötzlich unsere Bilgenpumpe an. Verwundert sehen wir nach, was los ist. Wasser im Schiff und nicht zu knapp. Wo kommt es her? Es scheint so, als würden unsere Bilgenpumpen damit fertig werden, aber wo kommt es her? Es dauert nicht lange und wir haben die Ursache lokalisiert. Wir haben eine spezielle Stopfbuchse, sie sitzt am Ende eines zweiten Rohres, das am anderen Ende über den normalen Wellentunnel gestülpt und festgezogen ist. Dort ist es heruntergerutscht und das Wasser aus dem Wellentunnel kann ungehindert eindringen. Es gelingt mir, das Rohr der Stoffbuchse wieder auf den Wellentunnel zu schieben und so den Wassereinbruch zu stoppen. Es stellt sich heraus, dass die Schlauchklemmen nicht richtig festgezogen wahren. Ein weiterer Fehler, für den die Firma Navi Service von Gordon Kunze verantwortlich ist. Wahrlich nicht zu empfehlen.

Wir erreichen Salvador wohlbehalten einen Tag später und treffen doch dort tatsächlich die Frau von Gordon Kunze. Er allerdings hat sich, wahrscheinlich weiss er warum, nicht sehen lassen. Wir erfahren, dass er sich jetzt hier in Salvador niederlassen will. Als wir diesen Bericht beschliessen, zeigt sich, dass wir hier in der Bahia Marina recht gut aufgehoben sind und unsere vierbeinige Bordcrew während unserer Abwesenheit in guten Händen sein wird. Jetzt freuen wir uns auf Deutschland, wo wir, nach fast 16 Jahren, am 24. August 2002 heiraten werden.

Die Koordinaten unsere Ankerplätze sind größtenteils leider nur Kartenkoordinaten, da unsere elektronische Kartensoftware abgestürzt ist. Aber die Seekarten sind in diesen Gewässern recht exakt.
Ilha Bella		23035 S   45021 W
Ilha Cuves		23031 S   35004 W
Paraty			23013 S   44042 W
Ilha Cotia		23013 S   44038 W
Ilha do Longo		23007 S   44018 W
Bracuhy		GPS	22057 S   44023 W     (Ankerplatz)
Angra dos Reis		23000 S   44018 W
Ilha Botias 		23003 S   44019 W     (Tagesankerplatz - schön zum Tauchen)
Ilha Macacas		23004 S   44014 W
Saco de Ceu		23006 S   44012 W
Ilha do Abraao 		23006 S   44010 W     (Tagesankerplatz - schön zum Tauchen)
Enseada  da Plamas	13009 S   44008 W
Abraao		GPS	23008 S   44009 W     (Ankerplatz)
Buzius		GPS	22045 S   41051 W     (Ankerplatz)
Santo Andre   	GPS	16020 S   38056 W     
(nicht einlaufen ohne genaue Skitze, am besten mit Hilfe von 
 Jürgen Lechte oder zumindet eines Einheimischen) 

Heinz-Juergen & Beate Scheld
S.Y. "Spirit of Assy"

Last Change/ Letzte Änderung: Montag, 09. September 2002

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