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Spirit of Assy unter Segel

Spiri of Assy


Salvador de Bahia ­ French Guyana ­
Tobago und Trinidad

Back in the Caribbean

Wir haben geheiratet!

Unsere Doppelhochzeit mit unseren besten Freunden wurde ein riesiges Fest, bei dem wir auch all unsere Freunde und Familienangehörigen nach langer Zeit einmal wieder sahen. Jetzt sind wir zurück in der Bahia Marina in Salvador und unser Segelleben hat uns wieder. Shila und Sunny, unsere vierbeinige Crew, war in guten Händen. Allerdings waren die Arbeiten an unserer Assy, wie auf Grund unserer bisherigen Erfahrung in Brasilien nicht anders erwartet, nicht erledigt. Da es keine gravierenden Mängel waren, beschliessen wir, mit ihrer Behebung bis Trinidad oder Venezuela zu warten. Wir wollen los.

Unser erstes Ziel ist die nur 10NM entfernte, gegenüber von Salvador liegende, Ilha Itaparika. Als wir den Ankerplatz anlaufen, sind wir so in ein Gespräch vertieft, dass wir erst nach geraumer Zeit feststellen, dass wir trotz laufendem Motor keine Fahrt mehr machen. Wir haben unseren Winkel zu den Tonnen nicht beachtet und stecken im Schlick fest. Aber kein Problem, die Flut ist im Kommen und zwei Stunden später sind wir wieder frei.

Das beschauliche Städtchen an der Nordost Ecke der Insel lädt zum Verweilen ein und so bleiben wir länger als ursprünglich geplant. Dabei beschliessen wir uns zu einem weiteren Besuch in Santo Andre und bei Beck, dem Besitzer der Pousada Gaili.
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Swimmingpool auf der Pousada Gaili, unsere Assy im Hintergrund
Leider ist Jürgen Lechte nicht da, er macht die Recife ­ Fernando de Noronha Regatta mit.

Wir verbringen einige schöne Tage bei Beck und lassen uns von seiner guten und reichlichen Küche verwöhnen. Der Garten der Gaili Pousada ist für uns auch diesmal wieder ein Erlebnis.

Kurz vor unserer Abreise kommt Jürgen Lechte zurück und wir feiern gemeinsam unseren Abschied.

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Jürgen, Beck und Beate beim Abschied auf der Pousada Gaili
Eigentlich wollten wir noch einen Stopp in Fernando de Noronha machen, aber der Wind ist so spät im Jahr gegen uns, ausserdem ist nicht sicher, dass unser Sunny dort an Land darf. Wir beschliessen schweren Herzens, auf einen Besuch der sicherlich wunderschönen Inseln zu verzichten und nehmen Kurs auf Maceio. Eigentlich war dieser Stopp nicht geplant, aber der immer weiter auffrischende Wind von vorn, machet das gegen an kreuzen immer beschwerlicher und so beschliessen wir, in Maceio auf günstigeren Wind zu warten. Maceio ist eine Hafenstadt und ein Besuch lohnt sich wirklich nicht, obwohl uns der ansässige Yate Clube herzlich aufnimmt. Wir nutzen die Gelegenheit, noch ein paar Liter Motorenöl zu kaufen sowie frischen Salat und Gemüse. Zwei Tage später, der Wind kommt jetzt östlicher, so dass wir zwar immer noch hoch am Wind, aber wenigstens ohne zu kreuzen unsere Reise fortsetzen können. Vorbei geht es an Recife und bei Natal hat die Mühsal ein Ende. Wir runden das Horn von Brasilien und haben jetzt Wind und Strom mit uns. In Rekordzeit erreichen wir Fortaleza, wo wir einen weiteren Stopp einlegen.

Wir kommen mitten in der Nacht an und tasten uns durch das flache Wasser zur Einfahrt der Marina Park Hotel. Wir ankern vor der Marina bis zum nächsten Morgen und werden dann vom Marinapersonal angesprochen, ob wir nicht in die Marina kommen wollen? Wir entscheiden uns dafür, leider ohne zu fragen, was man uns pro Tag zu berechnen gedenkt. Wir sind geschockt, als wir es erfahren. US $ 28,-- pro Tag, verlangt man für das Liegen an verrosteten Pontonstegen. Die geradezu lebensgefährlichen Stromanschlüsse (sie bestehen wie der Ponton aus verrostetem Stahl) machen den Aufenthalt zu einem Abenteuer. Da hilft es auch wenig, dass man den Swimmingpool und die sonstigen Hoteleinrichtungen (nichts besonderes) mitbenutzen kann. Das Einfahren in die Parkbucht war bei über 20 Knoten Seitenwind und den verhedderten Mooringleinen der Marina nicht gerade ein Zuckerschlecken. Mittlerweile bläst es mit über 25 Knoten von der Seite und so beschliessen wir, trotz des in unseren Augen unverschämten Preises, für ein paar Tage zu bleiben.

Wir besuchen die Sehenswürdigkeiten von Fortaleza und stellen dabei fest: Nur eine weitere typische Brasilianische Hafenstadt, deren Anlaufen, jedenfalls für uns, ohne zwingenden Grund nicht erforderlich ist.

Ein paar Tage später nehmen wir bei 30-35 Knoten östlichem Wind die 1000 Meilen nach Französisch Guyana in Angriff. Am 11. Oktober überqueren wir den Äquator. Seit ziemlich genau vier Jahren segeln wir nun zum ersten Mal wieder auf der nördlichen Halbkugel, was uns eine Flasche Champagner wert ist. Wir machen uns Gedanken über unseren Plan, die Nord West Passage als erstes deutsches Ehepaar zu durchsegeln. Werden wir es wirklich machen? Trauen wir es uns zu? Irgendwie haben wir ein ambivalentes Gefühl, aber wir beschliessen, auf jeden Fall so weit wie möglich nach Norden zu segeln, um dort eine endgültige Entscheidung zu treffen.

(Bild Nr.: 3, Untertitel: Stundenlang begleiten uns übermütig spielende Delfine)

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Ariane 5
Nach nur sechs Tagen erreichen wir Französisch Guyana, für unsere Assy ein wirklich schneller Trip. Und das, obwohl uns am letzten Tag unserer Reise der Wind verlässt. Was Strömung ausmachen kann, wird uns auf dieser Fahrt mal wieder deutlich bewusst.

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Motor der Ariane
Einige Tage verbringen wir in Kourou, besuchen das Ariane Space-Center, ein Beuch, der sich für Technikinteressierte lohnt.



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Ariane Modelle
Ansonsten hat Kourou ausser horrenden Preisen nicht viel zu bieten. Wir machen uns also, nachdem wir das notwendige erledigt haben, auf den Weg zur gegenüberliegenden Teufelsinsel, welche eigentlich aus drei Inseln besteht: Ille de Royal. Ille St. Joseph und Ille du Diable. Auf der letzten, dieser früheren Französischen Strafkolonie, war der wohl berühmteste Gefangene dieser Inseln, Richard Dreyfus, untergebracht. Nach seiner Gefangenengeschichte wurde der Film Papillion gedreht. Heute ist es verboten, die Ille du Diabolo anzulaufen. Sie steht unter Naturschutz, bietet aber auch keine geschützte Bucht und somit kaum Anlandemöglichkeit. Die beiden anderen Inseln sind interessanter.

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Links: Ille St. Joseph, in der Bildmitte: Ille de Royal, rechts hinten: Ille du Diable


Man kann die ehemaligen Zellen, erst 1953 hat der letzte Gefangene die Inseln verlassen, besichtigen. Die Gebäude sind zwar verfallen, aber immer noch läuft einem bei der Besichtigung ein leichter Schauer über den Rücken. Man ist wirklich nicht gerade menschenfreundlich mit den ehemaligen Gefangenen umgegangen. Der Mensch war und ist wohl auch heute noch des Menschen Wolf.

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Beate vor dem Eingang zu den ehemaligen Zellen


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Der Friedhof. Er war den Wächtern und Offizieren vorbehalten.
Tote Gefangene wurden an die Haie verfüttert


Auf dem geschütztesten, aber immer noch rolligen, Ankerplatz vor der Ille de Royal, treffen wir die TO Yacht „Fidelitas“ von Jürgen und Margot.

innenhof.jpg 600x146Einer der Gefängnishöfe, mit Zellen im Hintergrund

Gegenseitige Besuche an Bord bleiben uns in guter Erinnerung. Während Jürgen und Margot noch auf ein Ersatzteil warten, zieht es uns weiter. Die Zeit drängt, wir haben wieder Probleme mit unserem Wellenlager und wollen deshalb so schnell wie möglich nach Trinidad, um das Problem beheben zu lassen.

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Unser Ankerplatz vor der Ille Royal

Auf unserem Weg liegt Tobago, wo wir nach 600NM und 4 Tagen mitten in der Nacht in Charlottville, an der NordostspitzeTobagos, ankommen. Die Ansteuerung ist problemlos und so fällt unser Anker in der sicheren Man of War Bay.

Nach wohlverdientem Schlaf, versuchen wir am nächsten Morgen einzuklarieren. Wir kommen während der angeschriebenen offiziellen Öffnungszeit, niemand da. Wir kommen mehrfach wieder und treffen immer nur ein, auf seinen Besen gestütztes Arbeiterstandbild, in Form einer Putzfrau. Sie weiss von nichts. Nachdem wir zum vierten Mal wiederkommen und ausser ihr immer noch niemand da ist, lässt sie sich dazu herab, den Beamten, von dem sie vorher nicht wusste, wie sie ihn erreichen könnte, anzurufen. Dieser verspricht zu kommen, was dann tatsächlich auch eineinhalb Stunden passiert. Er fragt uns nach unserer Ankunftszeit, die wir wahrheitsgemäss mit 03:26 Uhr angeben, was uns umgerechnet etwas 40 Euro, wegen overtime, kostet. Mit overtime ist die Ankunft ausserhalb der offiziellen Bürozeiten gemeint, in der der Beamte extra zum Einklarieren kommt. Dass er weder zu seinen offiziellen Zeiten da war und schon gar nicht „overtime“ gekommen ist, zählt nicht. Unser Sunny darf, entgegen anderen Berichten, trotz Gesundheitszeugnis nicht an Land. Wir fühlen uns herzlich willkommen geheissen in der Karibik. „Welcome in Paradise“ verrät ein Plakat an der Wand.

Da uns auch dieses Schild nicht zum Bleiben auffordert, fahren wir am nächsten Tag weiter zur English Bay, eine recht schöne, aber touristisch sehr erschlossener Sandstand mit einem etwas rolligen Ankerplatz. Unseren Sunny nehmen wir mit an den Strand und während er ausgelassen herumtollt, werden wir auf unser Permit angesprochen, welches es uns erlauben würde, den Hund mit an Land zu nehmen. Wir behaupten, es an Bord zu haben und trollen uns. Während täglich Gemüse, Obst, Fleisch und Ziegen etc. eingeflogen werden, macht man bei unserem Hund, der ein Gesundheitszeugnis besitzt, eine lückenloses Zeugnis sämtliche Impfungen vorweisen kann, und ausserdem auf See in Quarantäne war, einen derartigen Terz. Es lebe die überragende Logik und Intelligenz des menschlichen Geistes! Tobago ist nicht unsere Insel. Trotzdem machen wir noch einen Stopp in der Busco Bay. Ebenfalls rollig und eigentlich nur dazu da, um daran vorbei zusegeln.

In Trinidad machen wir einen Stopp in der La Vache Bay, eine von tiefem Wald umgebene, wieder Erwarten einsame, Bucht. Eigentlich recht schön, aber wir wollen unser Wellenlageproblem lösen, deshalb geht es am nächsten Tag nach Chaguaramas. (Hier dürfen Tiere, sofern sie auf dem Werftgelände bleiben an Land) Wir beginnen zu sondieren und entscheiden uns letztlich, auf Grund des grossen Travelers, für die Pieks Werft. Wobei sich die verschiedenen Werften gegenseitig nicht wehtun. Deshalb ist es, wenn man nicht auf einen grossen Lift angewiesen ist, mehr der persönliche Geschmack, der entscheiden kann. Die TO Yacht „Solitäre“, mit Caroline und Günther helfen uns sehr mit nützlichen Informationen.

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Vielen Dank an Caroline & Günther, die uns mehrfach sehr geholfen haben.

Grundsätzlich läst sich sagen, wenn man aus Brasilien kommt, dann sind die Firmen in Trinidad sehr effektiv, allerdings sind die Zeiten der günstigen Preise vorbei. Man nähert sich mit Macht Amerikanischem Preis-Niveau.

Die Liste der zu erledigenden Dinge war wie immer ansehnlich. Dabei haben wir mit folgenden Firmen gute Erfahrungen gemacht:

Ein guter Handwerker:
Echo Marine Ltd.
Mariners Haven, 1st. Ave. South
Chaguaramas
Tel.: 1(868) 634 2027
Fax. 1 (868) 634 2026

Lakier- und Polierarbeiten:
Awons Marine Services
Western Main Road
Chaguaramas
Tel.: 682-5584
Fax: 634-4063

Kühlkompressoren:
Colad Keate
Tel.: 766-6541

Elektrik & Lichtmaschinen:
Carribbean Marine
Power Boats
Chaguaramas
Tel./Fax: +868-634-4561
E-Mail: electromarine@trinidad.net

Wir waren schon auf dem Weg in die USA, als uns ein Mail von Andy Kretschmar erreichte. Er plant, Deutschland ganz den Rücken zu kehren und sich in Trinidad niederzulassen, weil er der Schönheit von Tobago und Trinidad verfallen ist. Seiner Meinung nach handelt es sich bei dem Einklarierungsbeamten in Tobago um einen Einzelfall, durch den man sich auf keinen Fall von der Schönheit der Inseln ablenken lassen soll. Wir hatten, wie berichtet, leider keine Zeit, die Inseln ausgiebiger zu besuchen, auf uns warteten dringende Reparaturen und Termine in den Grenadines.

Ausdrücklich mit Vorsicht zu betrachten ist die Firma KNG auf dem Peeks Gelände. Wir hatten viel Ärger, was die Zuverlässigkeit anging. Die Rastafaries, die unser Wellenlager wechseln sollen, rauchen, wenn sie morgens kamen, erst einmal einen Joint im Cockpit, um sich anschliessend, völlig stoned, im Zeitlupentempo an die Arbeit zu machen. Dabei beklagten sie sich ständig lautstark über die Schwere der Arbeit. Nichts gegen Rastafaries und ihre Joints, aber wenn einem dafür US $ 28,-- die Stunde berechnet werden, dann gefriert, jedenfalls uns, das Lächeln im Gesicht. Es gab diverse Diskussionen bezüglich der Arbeitsweise der beiden Spezialisten (so wurden sie von KNG bezeichnet), die sich darüber hinaus auch nichts sagen lassen wollten. Nach 10 Tagen Gezacker (wohl gemerkt 10 Tage um ausschliesslich ein Wellenlager zu wechseln) und nachdem ein zweites Wellenlager neu gedreht werden musste (die Spezialisten hatten das Erste vermurkst), fielen einige harte Worte und wir bauten das zweite Lager sicherheitshalber selbst ein. Bei allem Ärger müssen wir aber auch sagen, dass die Abrechnung letztlich o.k. war.

Die GPS Daten unserer Ankerplätze:
Maceio 09040,67 S / 35043,61 W
Fortaleza 03043,12 S / 38031,60 W
Ille de Royal 05017,10 N / 52035,37 W
Man of War Bay 11019,78 N 60033,12 W
English Bay 11017,38 N / 60040,78 W
Busco Bay 11010,78 N / 60048,66 W
La Vache Bay 10046,00 N / 61028,47 W
Chaquaramas, Trinidad 10040,74 N / 61038,23 W

Beatrice & Heinz-Jürgen Scheld
S.Y. “Spirit of Assy”

Last Change/ Letzte Änderung: Freitag, 18. April 2003

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