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Spirit of Assy unter Segel

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Reise zur Magellan Strasse


Ein kleiner Zwischenbericht.
Wenn es wieder neues gibt, melden wir uns.


Wir befinden uns zur Zeit kurz vor dem 50. südlichen Breitengrad. Es sind nur noch 250Km bis zur Magellan Strasse, wir sind also fernab von jeglicher Zivilisation, mitten in den Patagonischen Kanälen. Seit über zwei Monaten gibt es für uns "nur" die hiesige wunderschöne Natur- und Tierwelt. Sehr oft begleiten uns Delfine in unsere Ankerbucht, sie spielen neugierig mit unserer Assy, drehen sich im Wasser auf die Seite und schauen zu uns hinauf. Es ist eisig kalt hier, nachts weit unter null Grad und tagsüber nur ein paar Grad über Null, dafür haben wir seit fast 2 Wochen Sonnenschein und tolle klare Sicht. Leider haben wir durch das Hoch immer Gegenwind, aber das sind wir inzwischen gewohnt.. Heute Nacht ist der Wind völlig eingeschlafen und dadurch ist die kleine Ankerbucht, in der wir lagen, fast zugefroren. Es war heute morgen schon eine kleine Eisdecke zu sehen. Uns umgeben die schneebedeckten Andengipfel und wir besuchten Pio XI, einen der größten Gletscher der Welt, am Ende der Welt.

Vor ein paar Tagen ankerten wir in einer anderen Bucht, in der wir die Reste eines einfachen, aus Baumstämmen bestehenden, Fischercamps fanden. Seit dem grossen Problem der "marea roja", einem tödlichen Gift, das sich durch die Umweltverschmutzung in den Muscheln ablagert, gibt es hier weit und breit keine Fischer mehr, alles verkommt, dafür gedeihen die giftigen Muscheln prächtig.

Die roaring fourties haben ihrem Namen bisher alle Ehre gemacht. Sie haben uns etliche Stürme, davon zwei orkanartige gebracht. Der eine bescherte uns eine schlaflose Nacht in einer unpassenden Ankerbucht. Wir lagen auflandig, nur 50 Meter von dem felsigen Strand entfernt, und es blies mit 45-50Kn. Hinzu kam, dass es stockfinster war und du die Hand nicht vor den Augen gesehen hast. Aber den Anker hielt und es ging alles gut. Der andere erwischte uns mit fast 70kn, gerade als wir um ein Kap gesegelt waren und zum Schutz wieder in einen Kanal einliefen. Dabei hat es uns ein Teil der Rollgenua herausgerissen. Wir konnten sie aber im Schutz eines kleinen Vorsprungs und durch Aufentern mit nur kleinen Schäden wieder bergen. Wir haben dabei das erste Mal weißes Wasser gesehen, von dem uns einige berichtet hatten.

Durch den starken Wind wird das Wasser aufgewirbelt und besteht bis in die Höhe von ca. 1m nur aus Wassergischt. Faszinierend für Jürgen, ich hatte ein mulmiges Gefühl. Ach ja, und unser Fernseher ist dabei abgestürzt und jetzt ist er hin. Wir sind gespannt, was uns die vor uns liegenden screaming fifties zu bieten haben.


BackLast Update: Freitag, 25. August 2000