![]() ![]() Patagonia Conection I |
Ziemlich genau ein Jahr ist seit dem Feuer an Bord unserer Assy vergangen (siehe TO-Heft Oktober 1999, oder www.trans-ocean.org./assy). Neben einem neuen Innenausbau hat sie eine Plattform am Heck für den sicheren Transport des Dingis sowie ein Deck aus Cypressenholz bekommen. Zusaetzlich haben wir uns entschlossen, unsere "Assy III" in "Spirit of Assy" umzutaufen.
Skipper bei der ArbeitBis wir am 4. November 1999 endlich Richtung Süden aufbrechen konnten, galt es, den besonderen Sicherheitsanforderungen der Patagonischen Kanäle zu entsprechen. Als zusätzliche Ausrüstung werden 4 mindestens 100m lange, am besten schwimmende Leinen (sie sind relativ günstig in Ushuaia oder Puerto Montt zu bekommen), zum Befestigen des Schiffes an Land benötigt, denn oft sind die Ankerplätze so eng, dass Platz zu schwojen fehlt. Zusätzlich sollten min. 2 ca. 5m lange Kettenstücke an Bord sein. Sie dienen als Vorläufer, um das Durchscheuern der schwimmenden Leinen zu verhindern. Mindestens 80m Ankerkette sollten vorhanden sein, denn Ankertiefen von 30m und mehr können vorkommen. Bei kleiner Mannschaft, wo einer alleine an Land muss, um geeignete Befestigungen für die Leinen zu finden, ist eine lange Dingileine, die am Körper befestigt werden kann, von grossem Vorteil. Sie ermöglicht es, an Land zu springen und ohne das Dingi extra zu sichern mit der häufig notwendigen kleinen Kletterpartie zu dem passenden Baum oder Stein zu beginnen.Geplant war, zur Jahrtausendwende in Ushuaia zu sein. Aber bereits nach 10 Tagen waren wir von der wirklich überwältigenden und unberührter Natur der Patagonischen Kanäle so begeistert, dass wir beschlossen, uns mehr Zeit für dieses atemberaubende Land zu lassen. Vögel, Pinguine und Seehunde haben keine Scheu vor dem Menschen, sie sehen ja auch so gut wie keine. Die Gesamtfläche von Patagonien entspricht etwa der doppelten Grösse Deutschlands. Die Einwohnerzahl ist aber geringer als die Hamburgs, 90% davon leben in den 60% Patagoniens, die zu Argentinien gehören. Die Chilenischen 40%, die wir bereisen, also eine Fläche von fast der Größe Deutschlands, ist so gut wie menschenleer. In dem Reiseführer: "Chile, Arica Dessert to Tierre del Fuego" von RCC (Royal Cruising Club Pilotage Foundation) fanden wir gute Hinweise und Navigationshilfen. Er ist zu beziehen von: Imray Laurie Noire & Wilson Ltd. Wych House, The Broadway, St. Ives, Huntigdon, Cambridgeshire PE 17 4BT England. Tel.: 0044-1480-462114, Fax: 0044-1480-496109, e-mail: ilnw@imray.com Es gibt einen weiteren Reiseführer: Yachtman' s Navigator Guide von Alberto Mantaellero (Nr. 92.336 - 1995, Santiago/Chile), den wir als sehr unübersichtlich empfunden haben und er erschien uns mehr Ankerplätze aufzuzeigen, die eher für Frachtern geeignet waren. Trotzdem sind auch dort interessante Beschreibungen zu finden. Die folgenden 36 aufgeführten Ankerplätze haben wir besucht und können sie empfehlen. In dem anschließende Text haben wir besonders schöne und sehenswerte Plätze kurz beschrieben. |
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Nr. Ankerplatz Nr. RCC-Buch GPS-Position |
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1. Puero Montt 2.9 (41029 S
72057 W) |
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2. Calbuco 2.6 (41047 S
73008 W) |
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3. Estero Bonito 2.21 (42008,5 S
72035 W) |
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5. Estero Cahuelmo 2.25 (42015 S
72024 W) |
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6. Isla Buta Chauques 2.27 (42017 S
73008 W) |
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7. Isla Meschuque 2.28 (42019 S
73015 W) |
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8. Dalcahue 2.29 (42023 S
73040 W) |
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9. Castro 2.30 (42028 S
73046 W) |
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10. Puerto Pindo 2.40 (42037 S
73031 W) |
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11. Estero Paildad 2.42 (42052 S
73036 W) |
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12. Puerto Quellon 2.46 (43008 S
73037 W) |
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13. Isla (Bahia) Tic Toc 2.50 (43037 S
72054 W) |
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14. Rada de Palena 3.3 (43045,2 S
72056,0 W) |
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15. Bahia Anihue 3.4 (43052,3 S
72002,4 W) |
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16. Puerto Santo Domingo 3.5 (43057,5 S
73007 W) |
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17. Punta Porvenir 3.8 (44016 S
73008 W) |
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18. Isla Gemmel 3.9 (44019,25S 72054,6 W) |
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19. Puerto Puyuguapi 3.12 (44020 S
72034 W) |
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20. Bahia Dorida 3.13 (44024,5 S
72038,8 W) |
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21. Caleta Equinoccio 3.25 (44052,5 S
73003,5 W) |
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22. Puerto Aguirre 3.30 (45009 S
73031 W) |
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23. Puerto Rosita 3.32 (45014 S
73030 W) |
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24. Caleta Lynch 3.42 (45046 S
73034 W) |
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25. Estero Odger 3.46 (46009 S
73043,5 W) |
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26. Paso Quesahuen 3.49 (46024 S
73045 W) |
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27. Laguna San Rafael 3.54 (46040 S
73055 W) |
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28. Rio de Patos 3.53 (46033,7 S
74056,5 W) |
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29. Bahia Exploradores 3.47 (46017,7 S
73031,5 W) |
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30. Isla Cinco Hermanes 3.35 (45015,5 S
73016 W) |
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31. Thermal east of Puerto Perez 3.36 (45014,6 S
73012 W) |
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32. S. Aysen Caleta Gato 3.37 (45018 S 73012 W) |
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33. S. Aysen Puerto Chacabuco 3.39 (45028 S
72049 W) |
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34. Isla Kent --- (45004 S
74023 W) |
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35. I. Magdalena C. Calqueman 3.18 (44039 S
73027 W) |
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36. Isla Filomena 3.17 (44028 S
73035 W) |
Estero CahuelmoDer auf der Ostseite des Golfo de Ancud befindliche Estero Cahuelmo ist ein tiefer fjordähnlicher Einschnitt. Nach der Einfahrt umgeben uns an Steuerbord und Backbord dichtbewaldete Berge. Vorausschauend sehen wir die schneebedeckte Bergmassive der Anden. Ca. 2NM nach der Einfahrt befindet sich auf der Nordseite des Estero Cahuelmo ein Wasserfall, der aus 25 Metern in die Tiefe stürzt. Bereits ca. 100m vorher beginnt ein Flach, das bei Ebbe trockenfällt. Die Tiefe verringert sich sehr plötzlich von 60m auf ca 2m. Die beste Ankermöglichkeit ist ca 500m westlich des Wasserfalls, ebenfalls an der Nordseite des Fjords. Dort befindet sich eine kleine Einbuchtung. Man liegt sicher mit einer Heckleine und einer Bugleine zum Land.
Mit dem Dingi fahren wir bis zum Ende des Fjords, um die heiß empfohlenen heißen Quellen zu besuchen. Sie befinden sich dort, wo der kleine Fluß in den Fjord mündet und sind durch ein grosses Schild gekennzeichnet. Wer nicht Gefahr laufen will, sein Dingi nach dem Besuch der Quellen tragen zu müssen, dem sei empfohlen, die Thermalquellen bei Hochwasser zu besuchen, denn wie gesagt ca. eine Meile vor dem Ende fällt der Estero bei Niedrigwasser trocken. An der Südseite ist der Flusslauf, der durch das Flach führt, mit Ästen gekennzeichnet.Das Bad in den Naturbecken ist herrlich. Es gibt acht unterschiedlich große Becken, deren Temperatur mit Hilfe von Steinen zu regulieren ist. Wir fühlen uns wie in einer Badewanne, die umgeben ist von undurchdringlichem Regenwald, mit Aussicht auf schneebedeckte Berge und das blaue Wasser des Fjords. Ein grandioser Ausblick und ein faszinierender Platz.
Ein ganz anderer, aber ebenso interessanter Ankerplatz befindet sich im Süden der Isla Mechuque. Die Häuser des kleinen Fischerdorfes stehen auf Stelzen (palafinos), was den Charme des Dorfes ausmacht. Wir laufen durch winzige urige Gäßchen und die Gemütlichkeit spiegelt sich auch auf den Gesichtern der Einwohner wieder, die hier und da aus einem der Fenster oder Türen blicken. Ein idyllischer Platz, der die typischen Pfahlbauweise des chilenischen Südens anschaulich macht.Beeindruckend und zugleich unglaublich altmodisch wirken die kleinen Einkauflaedchen auf uns. Die Theke und auch die Wagen von ano dazumal erinnern an das Deutschland der Fuenfziger. |
Castro Nr. 9. Auf der Insel Chiloe, auch der Obstgarten Chiles genannt, verproviantieren wir uns in Castro, der Hauptstadt mit 20.000 Einwohnern. Castro ist nicht nur die größte, sondern auch ältesten Stadt auf Chiloe. Ein sehr malerisches Bild geben auch die sehr gut erhaltenen palafinos entlang des Ufers ab.
Puerto PindoAuf der Isla Quehui finden wir ein nettes Dörfchen Los Angeles mit 800 Einwohnern. Neben kleinen Lädchen gibt es eine schöne Holzkirche, vor deren Haupteingang ein Fußballtor ohne Netz aufgestellt ist. Amüsant sich vorzustellen, was passiert, wenn dort Fußball gespielt wird und der Ball durch das Tor direkt in heiligen Räume geschossen wird.Puerto Pindo Nr. 10. Auf der Isla Quehui finden wir ein nettes Dörfchen Los Angeles mit 800 Einwohnern. Neben kleinen Lädchen gibt es eine schöne Holzkirche, vor deren Haupteingang ein Fußballtor ohne Netz aufgestellt ist. Amüsant sich vorzustellen, was passiert, wenn dort Fußball gespielt wird und der Ball durch das Tor direkt in heiligen Räume geschossen wird.
Isla Tic TocSie erreichen wir nach dem Überqueren des Golfo Corcovado und sind fasziniert von der Landschaft dieser kleinen sich aneinander- reihenden Inseln. Zum Teil sind es kahle Felsbrocken, zum Teil dichtbewachsene Hügel in verschiedenen Größen. Im Hintergrund die teilweise schneebedeckten Bergmassive der Andenkordilliere. Wir finden einen sicheren Ankerplatz zwischen den Inseln, von dem bei unserem Ankommen zwei Dampferenten voller Panik davondampfen. Es ist schon beeindruckend, wie schnell diese fluguntauglichen Enten übers Wasser paddeln.Nachdem unsere Assy sicher vertäut liegt und wir im Cockpit eine Pause einlegen, hören wir Laute, die wie Schreie von Eseln klingen. Auf der Insel stellen wir dann fest, dass sie von den dort ansässigen Pinguinen kommen. Sie erkennen sich an diesen Lauten. Wir folgen einem der vielen winzigen Pinguinpfade und treffen auf einen Baumstamm, der den Eingang zu einer kleinen Höhle schützt. In ihr zieht gerade eine Pinguinmutter ihre Jungen auf. Natürlich halten wir rücksichtsvollen Abstand, um die kleine Familie nicht zu stören. Zurück am Strand nutzen wir die Ebbe, um Muscheln zu sammeln, die wir am Abend über unserem Lagerfeuer mit Kräuterbutter grillen. Hier auf 42 Grad Süd geht es noch. Südlich des 44 Breitengrades ist dies leider auf Grund der Umweltverschmutzung nicht mehr möglich. Dort lagern die Muscheln in ihrem Fleisch seit einigen Jahren ein für den Menschen absolut tödliches Gift ab. Es hat schon etliche Tote gegeben, so das die chilenische Armada eindringlich vor "Marea Roja", so wird das Gift genannt, warnt.
Bahia AnihueEine dort ansässige chilenisch/amerikanische Familie berichtet uns von zutraulichen Delphinen. Alan, der Sohn, fährt mit uns im Schlauchboot zu ihnen. Bei unserer Ankunft sind sie tatsächlich da und ich lasse es mir nicht nehmen, bei nur 9 Grad warmen Wasser mit diesen phantastischen Geschöpfen zu schwimmen.
Sie kommen bis auf ca. 1m. an mich heran und begutachten mich. Bei einem nicht weit entfernten Robbenfelsen schwimmt Burkhard von der Penelope auch noch mit Seehunden, ihre Neugier ist putzig, sie strecken ihre Hälse so weit wie es geht aus dem Wasser, um besser zu sehen zu können. Auch sie kommen bis auf wenige Meter an Burkhard und unser Dingi heran. Von einem Felsen, an dem wir anlanden, knipsten wir die neugierigen Kameraden, ein tolles Erlebnis.Puyuguapi Nr. 19. Hier in der Bahia Dorada (Nr. 19.) befindet sich ein 5-Sterne-Hotel, das wunderschön in die Natur integriert ist. Die dort befindlichen heißen Quellen mit den zum Teil wunderschön angelegten Becken, sowie der Blick aus dem Restaurant, indem wir zu Abend essen, ist einmalig. Der Kanal Puyuguapi und die dahinterliegenden Berge mit ihrer Dschungellandschaft ist atemberaubend. Wir verbringen einige Tage auf dem 300m südlich des Hotels gelegenen geschützten Ankerplatz und erkunden die Gegend. Ein angelegter Pfad durch den Dschungel führt in Richtung Süden zu einer Lachsfarm und nach Norden zu einer einsamen Bucht. Ein Spaziergang gibt uns einen nachhaltigen Eindruck von der Vielfältigkeit des Patagonischen Regenwaldes. ![]() Im Dschungel von PuyuguapiWir sind wieder unterwegs nach Süden und müssen wie so oft mit Hilfe des Motors gegen den teilweise recht starken Südwind andampfen. Auf dem Estero Elefantes, der zur Lagune San Rafael führt, machen wir einen weiteren abenteuerlichen Stop. |
Estero Odger Nr. 25. Am Ende des kleinen Fjords geht ein flacher Einschnitt ins Landesinnere. Wir folgen ihm mit dem Dingi, müssen aber bald wegen flacher Stellen und umgekippten im Wasser querliegenden Baumstämmen umkehren. Dennoch ist die Atmosphäre hier atemberaubend urig, fast gespenstig. Es hängen verschiedenartige Schlingpflanzen von dic ken, oft morschen, Bäumen herunter. Alles ist mit den verschiedenartigsten Farnen bewachsen. Die Gewächse und Bäume strotzen dank der Feuchtigkeit vor Leben und man hat das Gefühl, dass jeden Augenblick eine neue Pflanze aus dem Boden schießen muß.
Unser vierbeiniger Reisebegleiter "Snowy" ist längst aus dem Dingi und erforscht die Umgebung. Wir hören plötzlich ein Jaulen und finden Snowy mit blutiger Schnauze im flachen Wasser stehend. Kaum einen Meter entfernt ein Otter, der Snowy, nachdem er ihm mit seinen Krallen eine verpasst hatte, nun neugierig mustert. Snowy immer noch neugierig, wenn auch wesentlich vorsichtiger, versucht immer wieder, den Otter zu erreichen. Der aber macht sich einen Spaß daraus, Snowy an der Nase herum zu führen. Entmutigt und pitschnaß kommt dieser nach einiger Zeit ins Dingi. Zurück geht es zu unserer Assy.
Geburtstags-Party am Strand von QuesahuenNur ca 12NM südlich von Estero Odger gelegen finden wir hier ein altes stillgelegtes, noch mit Dampfmaschinen angetriebenes, Sägewerk. Wir feiern hier, bei idealem Wetter, strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, meinen 30. Geburtstag. Wir grillen am Strand und trinken eine extra mitgebrachte Flasche Champagner und natürlich den wundervollen chilenischen Rotwein. Ein gelungenes Fest! Am nächste Tag soll es in die Laguna San Rafael gehen, aber das Wetter scheint nicht mitspielen zu wollen. Graue Wolken hängen am Himmel. Wir überlegen, ob wir auf besseres Wetter warten sollen. Brechen dann aber doch gegen Mittag auf.![]() ![]() Laguna San Rafael Nr. 27. Die Bahia San Rafael am Ende des Estero Elefantes ist recht flach. Es empfiehlt sich, sich genau an die vorgegebene Route zu halten. Befindet man sich erst einmal im Rio Tempanos, ist der Rest einfach. Ca. 5NM geht es den Fluß entlang, bis sich die Laguna San Rafael öffnet. Während wir inmitten von Eisschollen und kleinen Eisbergen in Richtung der Gletscherkante fahren, klärt es plötzlich auf, die Sonne kommt durch und blauer Himmel breitet sich aus. Unsere Entscheidung aufzubrechen war also richtig Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir bis auf 80m. an die Abbruchkante eines der größten Gletscher dieser Welt heran, ein unbeschreibliches Schauspiel. Die Eiskante ist bis zu 100m hoch und schillert in vielen Farben, von weiss, ueber blau, bis zu smaragd-grün.
Wir sind vom Anblick der Gletscherkante in fast euphorischer Stimmung. Am Abend kühlen wir unseren Sundowner mit mehrere tausend Jahre altem Eis (es existierte schon vor Christi Geburt). Man stelle sich vor, auch die darin enthaltene Luft ist so alt. Die Luftbläschen öffnen sich mit einem leichten Zischen. Von diesem zischenden Prickeln war die ganze Lagune erfüllt. Wir kommen uns vor, als würden wir auf einem Champagner-See fahren. Ein wunderschönes nachträgliches Geburtstagsgeschenk.
Bahia ExploradoresHier ankern wir auf unserem Weg zurück nach Norden. Ein Fluß und mehrere Wasserfälle münden in diese Bahia, so dass unsere Assy in Süsswasser liegt. Bei unserer Ankunft werden wir wieder einmal von Delphinen begrüßt. Sie sind so zutraulich, daß sie beim ersten Ausflug an Land so nahe an das Dingi herankommen, dass wir und vor allem Snowy, der wie immer am Bug steht, naßgespritzt werden. Sie heben es sogar leicht an. Snowy versteht nicht, was das fuer Tiere sind, die da so pfeilschnell durchs Wasser rauschen. Völlig fasziniert und aufgeregt versucht er jede Bewegung mitzubekommen. Wasser fasziniert ihn, selbst wenn er vom Strand aus Roben, Delphine oder Kormorane sieht, rennt er ins Wasser, um mit ihnen schwimmen.Isla KentWir haben hier keine GPS Daten angegeben, weil die Zufahrt zu dem Ankerplatz durch einen ca. 4NM langen Kanal führt, der mitten durch die Insel geht. Dieser Ankerplatz ist nicht im RCC Handbuch aufgeführt. Es gibt aber handgezeichnete Pläne von der Zufahrt, die von Yacht zu Yacht weitergegeben werden. Wir empfehlen, diesen Kanal nicht ohne einen solchen Plan zu benutzen.
Der Kanal öffnet sich am Ende in eine ideale, rundum geschützte Ankerbucht. Ein gekennzeichneten Pfad führt uns durch den Regenwald zu der nur 200m entfernten Pazifikküste. Es eröffnet sich uns ein weitläufiger Sandstrand, auf den die Pazifikdünung aufläuft. Wir finden ein großes weißes Kreuz mit Inschrift, die besagt, dass hier 1986 elf Fischer mit ihren Booten ertrunken sind. Weit draussen sehen wir die Riffe und Klippen, die ihnen wahrscheinlich zum Verhaengnis geworden sind.
An diesem ansonsten herrlichen Platz verbringen wir mit unseren Freunden von der Penelope das Weihnachtsfest. Bei sommerlichen Temperaturen machen wir einen Weihnachtspaziergang, bevor es an Bord einen knusprigen Tuthahn, selbstgemachtes Rotkraut und Kartoffelklöße gibt. Die Jahrtausendwende verbringen wir bei sternenklarem Himmel am Strand der Bahia Anihue und zwei Tage später geht es nach Norden in Richtung Puerto Montt, wo wir einiges, die Reparatur des Brandschadens betreffend, reklamieren und noch einige Antarktisverbesserungen an unserer Assy vornehmen wollen. Estero Quintupeu Nr. 4. Hier haben wir auf der Rückreise noch einmal Station gemacht. Die Einfahrt in diesen Fjord ist kaum 100m breit und nicht leicht auszumachen. Selbst wenn man in den Fjord einfährt, gibt er die Sicht auf sein Inneres nur sehr bedingt frei. Aus diesem Grunde war dieser Estero 1914 ein ideales Versteck für das Deutsche Kriegsschiff "Dresden", das später auf den Juan Ferndandes Inseln von den Engländern versengt wurde. Der Fjord ist ca. 3NM lang und genau wie der Estero Cahuelmo geht die Wassertiefe sehr schnell von über 70m auf weniger als 2m bei Hochwasser zurück. Auf der Südseite des Fjorde gibt es mehrere Vorsprünge, hinter denen man mit Leinen zum Land und in Ankertiefen von um die 30m ankern kann. Bei schlechtem Wetter würden wir die Ankermöglichkeiten als nicht unbedingt sicher beurteilen. Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Die Enge des Fjords, die dramatische Natur, die schneebedeckten Vulkane und die Wasserfälle sind faszinierend. Seit Anfang März sind wir zurück und schon voll mit den Vorbereitungen fuer unsere "Expedition Antarktika 2001" beschaeftigt und obwohl es noch lange hin ist, macht sich erste Aufregung gemischt mit Vorfreude breit. Im Juni wollen wir wieder Richtung Süden aufbrechen. Wer Fragen hat oder an näheren Informationen zu den Patagonischen Kanälen zwischen Puerto Montt und Laguna San Rafael interessiert ist, kann uns über e-mail: sy.assy@gmx.ch erreichen. Über den südlicheren Teil der Kanäle, die Magelanstrasse, Feuerland und den Beagl Kanal werden wir entsprechend berichten. Heinz-Jürgen Scheld & Beate Roters S.Y. "Spirit of Assy", Puerto Montt, Chile |