![]() ![]() Von Ushuaia - Fin del Mundo Die Stadt am Ende der Welt nach Santos, Brasilien |
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Santos, Brasilien, unsere Assy ist aus dem Wasser und die Überholungsarbeiten haben begonnen. 2-3 Monate wird es dauern, bis der Tribut, den wir an das Eis der Antarktis und die Stürme leisten mussten, abgearbeitet sein wird. Es ist Zeit, Rückschau zu halten, das Schöne und das Traurige Revue passieren zu lassen und ein Resümee zu ziehen. ![]() Sonnenuntergang in UshuaiaEs ist Ende März, wir liegen im Club AFASyN, Ushuaia. Die Antarktis, unser bisher grösstes Abenteuer liegt hinter uns. Robin, der uns auf unserer Expedition begleitet hat, ist in die USA zurückgekehrt. Eigentlich sind wir bereit, nach Norden in die Wärme und in ruhigere Gewässer aufzubrechen. Aber Patagonien, Feuerland und der Beagle Kanal lassen uns nicht los. Wir fühlen uns hier sehr wohl, fast heimisch.Es erscheint uns, als wäre unsere Zeit hier im tiefen Süden noch nicht abgelaufen. In den nunmehr 6 Monaten, die wir mit Ausnahme unserer Antarktisexpedition hier verbracht haben, haben wir echte Freunde gefunden und es fällt schwerer als sonst, den Absprung zu finden. Aber die Zeit drängt, denn Beates Vater will uns in Mar del Plata besuchen und so dürfen wir unseren Aufbruch nicht länger aufschieben. Mit Wehmut im Herzen besuchen wir ein letztes Mal unser Lieblingsrestaurant in Ushuaia, das "Moustatio". Während wir essen, kommt uns eine Idee: Wenn mein Vater nach Ushuaia kommen würde, hätten wir noch etwas Zeit, in dieser wunderschönen Ecke der Welt zu bleiben. Gleich am nächsten Tag rufe ich ihn an und frage, ob er, statt nach Mar del Plata, nach Ushuaia kommen wolle. Er ist Feuer und Flamme. Schon immer wollte er Feuerland und das Ende der Welt kennenlernen. ![]() San Martin, die Hauptstrasse von Ushuaia am Sonntag morgenAuf dem Rückweg vom Telefonieren erinnern wir uns an unseren ersten Eindruck von Ushuaia, im Oktober 2000. Wir waren vom Staub, dem Verkehr und der Hektik dieser Stadt entsetzt. Sie erschien uns laut und hässlich. Niemand wird Ushuaia heute einen Schönheitsorden verleihen, aber eine Stadt ist wie ihre Menschen und so hat Ushuaia für uns im Laufe unseres Aufenthaltes sehr gewonnen. Hier einige für nachfolgende Segler sicher hilfreiche Blickpunkte:Empfehlenswerte Adressen in Ushuaia Ganz vorne angestellt ist die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft von Daniel Vutzkov. Er ist der Manager des Club Nautico Ushuaia und spricht perfekt englisch. Obwohl wir auf der gegenüberliegenden Seite im Club AFASyN gelegen haben, hat Daniel uns bei allen erdenklichen Fragen mit tatkräftiger Hilfe zur Seite gestanden. Er ist mittlerweile unter den Seglern bekannt, so dass wir bereits vor unserem Eintreffen in Ushuaia von ihm gehört hatten. Der Club Nautico liegt direkt an der Stadt und somit sind die Wege kurz. ![]() Daniel Vutzkov und FamilieClub Nautico Ushuaia Urmeneta 9410 Ushuaia Tel./Fax: 0054-2901-422193 Daniels Handy vor Ort: 1551-2175 Wir lagen, auch wegen unseres Snowys, im Club AFASyN. Der Club liegt ruhiger, fernab vom Verkehr, auf der anderen Seite der Bucht. Die Stadt ist durch einen fünfzehn Minuten Fußmarsch zu erreichen. Die Leute im Club AFASyN sind ebenfalls sehr freundlich, allerdings sprechen sie nur spanisch und so sind ihrer Hilfsbereitschaft für den, der kein Spanisch spricht, Grenzen gesetzt. Club AFASyN Alem 2960 9410 Ushuaia Tel.: 0054-2901-510768 Da der Argentinische Peso an den Dollar gekoppelt ist, ist Argentinien zur Zeit ausgesprochen teuer und erst recht Ushuaia. Obwohl zollfreie Zone, sind die Preise sündhaft. Begründet wird dies mit Transportkosten, aber es liegt wohl eher am zunehmenden Tourismus. Eine Ausnahme bilden die Restaurants, sie sind verhältnismässig günstig. Schon ab umgerechnet DM 12, -- erhält man ein tolles Steak oder "Cordero", Lammfleisch, das langsam über offenem Feuer gegrillt wird. Eine echte Spezialität, die man sich nicht entgehen lassen sollte, auch wenn man, wie wir, eigentlich kein Lammfleischfreund ist. Uns unverständlich geblieben ist, warum Fisch im Verhältnis dazu so teuer ist. Vor allem "Centolla", die einheimische Riesenkrabbe. In Ushuaia kostet sie ein Vermögen, während man sie im Beagle Kanal, direkt von den Fischern, für ein Päckchen Zigaretten oder ein Pappkarton Rot-, oder Weiswein (lieber) erhält. Den frischesten Fisch erhält man in Ushuaia, im Laden der Fischereigenossenschaft, gegenüber der Einfahrt zum kommerziellen Hafen. Folgende weitere Adressen sind zu empfehlen: ![]() Mannschaft der Fa. Importacion del SurImportacion SurSan Martin 858 9410 Ushuaia Tel.: 0054-2901-430828 Hier erhält man bei sehr freundlicher Beratung und gutem Service alles über Filme, Unterhaltungselektronik, bis hin zu Brillen so gut wie alles. Die Preise sind für Ushuaia günstig. Antonio Castro Tel.: 0054-2901-430621 Handy vor Ort: 1560-4195 Er führt Edelstahlarbeiten gut und ebenfalls für Ushuaia günstig aus. Tito Pascual Oleario Androne 542 9410 Ushuaia Tel.: 0054-2901-423214 Ich hatte mir ein Inlett ausgebissen und musste folglich zum Zahnarzt. Tito Pascual ist zwar nicht der günstigste Zahnarzt, aber sehr zu empfehlen. Rodolfo Wantz L.N. Alem 966 9410 Ushuaia Tel.:0054-2901-430763 Handy vor Ort: 1560-6928 Ein Deutscher Honorarkonsul, der sich wirklich für die Belange derjenigen einsetzt, die ihn aufsuchen. Während unseres Aufenthalts in Ushuaia wollten die Behörden für jeden, der sein Schiff verlässt, um z.B. nach Hause zu fliegen, oder für jeden Besuch, der per Flugzeug ankommt und mit dem Schiff ausreisen möchte, eine Gebühr von insgesamt $ 460, -- erheben. Nach ca. 10 Tagen Rumor und dem tatkräftigen Einsatz von Rodolfo war die Sache wieder vom Tisch. Aufbruch nach einer tierischen Befreiungsaktion 21. Mai, wir verlassen endgültig Ushuaia Richtung Puerto Williams, mit an Bord ist ein 3 Monate altes Kätzchen. Mit ihrer Schwester zusammen haben wir sie aus einem kleinen Käfig befreit. Wahrend wir ihr Schwesterchen bei einer lieben Familie in Ushuaia unterbringen konnten, soll Shila, so haben wir sie getauft, bei der Familie des Chilenischen Gouverneurs für Feuerland in Puerto Williams ein Zuhause finden. ![]() Sonnenaufgang im Beagle KanalEs ist ein sonniger Tag und mit kräftigem Westwind (25 - 30Kn) geht es den Beagle Kanal entlang, Richtung Puerto Williams. Als wir am Nachmittag ankommen, winken uns unsere Freunde schon von Land aus zu. Wieder haben wir das Gefühl, zu Hause anzukommen. Allerdings ein Zuhause, das wir in nur wenigen Tagen, wahrscheinlich für immer, verlassen werden. Obwohl uns dieser bevorstehende Abschied traurig stimmt, erscheint er uns nicht so schlimm wie im März. Der Zeitpunkt, unsere Reise fortzusetzen, ist gekommen.![]() Letzter Abend mit unseren Freunden an BordLetzte Einkäufe werden getätigt, Gemüse, Salat und vor allem Heinz-Jürgens Schokolade werden eingekauft. Unsere Freunde warten auf ihre Shila, deren Übergabe wir immer weiter hinauszögern. Wir haben sie so liebgewonnen und auch Snowy hat sie so gut wie adoptiert.![]() Snowy & Shila: die besten Freunde(Bild Nr. Snowy & Shila Unterschrift: Die besten Freunde) Als wir voller Angst unsere Freunde fragen, ob es ihnen viel ausmachen würde, wenn wir Shila behalten würden, reagieren sie, wohl auch weil sie spüren, wie schwer uns eine Trennung fallen würde, mit viel Verständnis und so haben wir seit Puerto Williams einen neuen Leichtmatrosen an Bord.29. Mai, wir sind von unseren Freunden an unserem Liegeplatz, dem alten Deutschen Munitionsschiff, heute der Club Milcalvi, verabschiedet worden und sind auf dem Weg zur Caleta Banner (55001S 67056W ). Ein sehr schöner und sicherer Ankerplatz erwartet uns, der allerdings an Land nicht ganz ungefährlich ist. Während der Chilenisch/Argentinischen Auseinandersetzungen wurde das gesamte Gebiet vermint und ist nur sehr bedingt geräumt. Wir gehen mit unserem Snowy aus Sicherheitsgründen nur auf der an der westlich der Einfahrt gelegenen Insel an Land spazieren. Sie ist minenfrei. Ruppig, der Lemaire Kanal macht seinem Namen Ehre Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zur Bahia Aquirre (54°055'7S 65°058`3W). Ein etwas unruhiger Ankerplatz, aber ein sehr guter Absprung für den Trip über den Lemaire Kanal zur Staaten Insel. ![]() Skizze der äusseren und inneren EinfahrtDurch eine unerwartet starke, nordwärts setzende, Strömung und einem Südwestwind mit 7-8 Bf., erreichen wir nach einer ruppigen Fahrt über den Lemaire Kanal mitten in der Nacht die äussere Einfahrt von Puerto Hoppner auf der Staaten Insel. Da diese Einfahrt selbst bei guter Sicht nicht ganz unproblematisch ist, trauen wir uns in dieser mondloser Nacht und bei 45Kn Wind nicht durch die nur knapp 100m breite Einfahrt. Vor uns ist ausser dem weissen Schaum der sich scheinbar überall brechenden Wellen selbst auf dem Radar nichts zu sehen. Wir tasten uns, diesmal hilft das Radar, in den breiteren Nachbarfjord und warten dort auf den Morgen. Selbst am nächsten Tag noch ist die Einfahrt in die äussere Bucht von Puerto Hoppner respekteinflössend. In den inneren Naturhafen geht es durch eine weitere Einfahrt, die nur ca. 10m breit ist.![]() Einfahrt zum inneren Hafen Puerto HoppnerDiese hätten wir in der Nacht nie gefunden. Sehr geholfen hat uns eine Skizze der S.Y. Penelope von Burkhard & Sabine Strauch. |
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Beeindruckend: Puerto Hoppner, Staaten Insel
Nie werde ich die Minuten in der Nacht vergessen, in denen wir versuchen, in die äussere Bay von Puerto Hoppner einzulaufen. Es scheint Stunden zu dauern, in denen ich, am Bug stehend, in all dem Tosen und der überall hochspritzenden Gischt verzweifelt versuchte, die Durchfahrt zu erkennen. Als wir am nächsten Tag in den inneren Hafen einlaufen, sind wir überwältigt von der unberührten Natur auf dieser von Menschen unbewohnten Insel. Mystisch, ja sogar ein wenig unheimlich, sind die uns umgebenden 5-600m hohen Berge, die sich die meiste Zeit im Nebel versteckten. Eine gespenstisch wirkende Szenerie. Auf in den warmen Norden 3. Juni, wir wollen Richtung Puerto Deseado aufbrechen. ![]() Unsere Assy im SchneeAls wir an Deck kommen, liegen dort 5cm Schnee und es schneit kräftig. Seit 3 Tagen haben wir keine Wetterkarte hereinbekommen, so dass wir ein wenig nervös sind, denn vor uns liegen 550NM in flachem Wasser. Die tiefsten Stellen sind kaum mehr als 100m. Ein Sturm in den Gewässern vor der Argentinischen Küste ist alles andere als wünschenswert.![]() Wir machen uns bereit zum auslaufenDie kurzen und steilen Seen, die sich hier aufbauen können, haben schon einige Yachten in ernste Schwierigkeiten gebracht. Als wir Puerto Hoppner im Schneetreiben verlassen, weht ein leichter Südostwind, der im Laufe des Tages auf Südwest dreht und zunimmt.Ein Sturmtief, das am 2. Tag über uns hinwegzieht, entpuppt sich als Stürmchen. Kaum 50Kn Wind. Ansonsten sehr gute Segelbedingungen, Wind immer aus SSW oder SW, zwischen 20 und 35Kn, toll. Dieser geradezu ideale Wind weht uns bis nach Puerto Deseado. Deutlich zu spüren ist, dass mit jedem neuen Tag, den wir nach Norden segeln, die bisher so beißende Kälte abnimmt. Es wird spürbar milder. Beinahe aufgelaufen Die guten Bedingungen haben uns leichtsinnig werden lassen. Als wir Puerto Deseado erreichen, nehmen wir einen Waypoint aus der Karte und steuern ihn per GPS an. Bis wir merken, dass etwas nicht stimmt, ist es schon fast zu spät. 1,5ft Wasser unter dem Kiel und die Landmarken stimmen auch nicht. Die Karte ist um fast 1NM falsch. Wir sind in die vorige Bucht ein- und beinahe aufgelaufen. Wir bleiben 3 Tage als Gäste der Gipsy Werft in Puerto Deseado. (47013S 65044`5W) Walter, der deutsch mit einem köstlichen Dialekt spricht, (seine Familie ist aus dem Wolga-Deutschland eingewandert) ist zuständig für den Ponton, an dem wir liegen. Er ist die Hilfsbereitschaft in Person, zeigt uns alles und führt uns herum. ![]() Unsere Assy am Ponton der Gipsy Werft in Puerto DeseadoAllerdings gibt es nicht allzu viel zu sehen. Zwar soll es den Fluss hinauf sehr schöne Höhlen geben, aber da es wieder kälter und vor allem windig geworden ist, ist uns diese Reise mit dem Dingi den Fluss hinauf zu kalt und ungemütlich. Mit einem im Städtchen geliehenem Motorroller machen wir die Puerto Deseado unsicher und besuchen unter anderem einen interessanten Kunsthandwerkmarkt.12. Juni, wir laufen aus. Kaum haben wir Puerto Deseado verlassen, dreht der Wind auf Nordost. Gegenan knüppeln wir Richtung Puerto Madryn, wo wir im Golfo Nuevo die Wale besuchen wollen Als der Wind weiter zunimmt und uns das Gegenanbolzen zu sehr auf die Nerven geht, entscheiden wir uns, in Cabo Blanco auf besseres Wetter zu warten. Kurz vor Cabo Blanco schläft der Wind ein und Nebel zieht auf. Die Hand nicht vor den Augen sehend, tasten wir uns mit Radar in die Bucht. Gegen 23:00 Uhr local time fällt unser Anker. Der Schock Am nächsten Morgen weht ein frischer NNW und so beschließen wir, den Tag in der Bucht zu verbringen. Unser Landausflug führt uns zum Leuchtturm von Cabo Blanco. Während die Besatzung uns zum Kaffee einlädt, stromert Snowy draussen herum. Wir fragen die Mannschaft, ob das OK ist? Kein Problem sagt man uns, hier gäbe es nichts ausser Sand, Felsen und den Leuchtturm. Als wir zu unserer Assy zurückkehren, um etwas zu essen, lassen wir Snowy an Land weiter herumstromern. Als wir ihn einige Stunden später an Bord holen wollen, ist er nirgends zu entdecken. Etwas absolut Untypisches für ihn. Da mittlerweile eine ziemliche Brandung auf den Strand läuft und Heinz-Jürgen unser Dingi nicht alleine lassen will, laufe ich alleine zum Leuchtturm, um zu fragen, ob sie unseren Snowy gesehen haben. Die völlig gleichgültige Antwort ist: Ja, aber er ist tot. Ich erwidere: Über solche Scherze könne ich nicht lachen. Leider war es kein Scherz. Snowy war von einem Skorpion gestochen worden und innerhalb 1h gestorben. Unter Schock laufe ich zurück zum Strand, um Heinz-Jürgen zu holen. Auf den Felsen von Cabo Blanco, mit Sicht über das Meer, beerdigen wir ihn gemeinsam. Wir können es nicht fassen, haben zu nichts mehr Lust und wollen unsere Reise am liebsten abbrechen. Jedes Interesse an den Walen von Puerto Madryn ist verflogen. Wir beschließen, auf direktem Weg nach Mar del Plata zu segeln, um uns darüber klar zu werden, was wir weiter machen wollen. Während die Felsen von Cabo Blanco achteraus zurück bleiben, muss ich immer wieder mit Tränen in den Augen zurückschauen. Wenigstens hat er von dort eine tolle Aussicht über das Meer. Obwohl wir wissen, dass es zu seinem Lebensplan gehörte, uns so früh zu verlassen, ist es doch besonders schmerzlich. Er war ein solch liebenswerter Gefährte, so dass uns das Loslassen besonders schwer fällt. Wollten wir doch noch so viel gemeinsam erleben. Mar del Plata, es geht bergauf Mar del Plata - deprimiert schleichen wir durch die Marina und die Stadt. Auch unsere Shila kann uns nicht wirklich aufheitern. 3 Wochen sind vergangen und die Lücke, die unser Snowy hinterlassen hat, schliesst sich nicht. ![]() Unser Sunny erobert sein neues ReichBeates Bruder ist angekommen. Er wird mit uns bis nach Santos, Brasilien, segeln. Auch in Gesprächen mit ihm spüren wir immer deutlicher, dass wir in unserer glücklichen Lage einfach verpflichtet sind, einem armen Tier ein Zuhause zu geben. Nach mehreren Hin und Her und den unterschiedlichsten Überlegungen beschliessen wir, dem 2½ Monate alten Sunny an Bord eine neue Heimat zu geben. Sunny sieht Snowy zum Verwechseln ähnlich und so rutscht uns bis heute manchmal ein Snowy heraus. Auch dauert es nur ein paar Stunden, bis Shila und Sunny ein Herz und eine Seele sind und so geht es mit unserer Stimmung bergauf.![]() Beate & Juergen in Mar del Plata. Es geht wieder BergaufWeiter geht's nach Uruguay Mit meinem Bruder und Sunny als zusätzliche Besatzung geht die Reise von Mar del Plata nach Pirianapolis, Uruguay. (34053S 55017W) Niemals haben wir so viele Ratten in einer Marina angetroffen. Dutzende laufen abends über die Pier. Es ist ratsam, Gangways hochzuziehen und Scheiben zur Rattenabwehr an den Leinen zum Land zu befestigen. Wir jedenfalls tun das, nachdem wir, noch ahnungslos, ein Trappeln an Deck vernahmen und beim Nachsehen dort vier Ratten antreffen. Mal abgesehen von den Ratten ist Pirianapolis ein kleineres Städtchen, das viel Charme hat. ![]() Gehversuche nach erster ÜberfahrtEinen weiteren Zwischenstop machen wir in Punta del Este. (34058S 54057W) Ein Ferienort für besserverdienende Argentinier und ausserdem Anlaufhaben des Volvo Ocean Race, was sich in den wirklich unverschämten Liegegebühren und auch sonstigen unseres ehrachtens überhöhten Preisen ausdrückt. Uns hat es in Pirianapolis, trotz der Ratten, besser gefallen.Einen weiteren Stop machen wir, auf unserem Weg nach Brasilien, in Punta Ignatio. (34050S 54038W) Ein sehr schöner Ankerplatz, allerdings sehr offen und daher nur bei gutem Wetter zu empfehlen. ![]() Skipper und Andy beim dicht holen der GenuaAuf dem Weg nach Florianopolis, Starkwind vor der Brasilianischen Küste Es ist 0:45 Uhr local time, wir stehen querab von Rio Grande und ich gehe auf meiner Wache gerade herunter, um einen Eintrag in der Karte und das Logbuch zu machen, als unsere Assy plötzlich überholt. Ein Blick auf dem Windmesser zeigt, dass er von 10Kn auf 35-40Kn gesprungen ist. Wir haben viel zuviel Segel draussen. Schnell wecke ich die anderen und gemeinsam reffen wir, in strömendem Regen, die Segel. Und dabei haben wir gedacht, die roaring fourties, in denen der Wind so blitzartig zunimmt, liegen hinter uns. Wenigstens ist die Temperatur und auch der Regen angenehm warm. Florianopolis liegt an einer Enge zwischen Brasilianischem Festland und der Ilha de Santa Catarina. Verbunden sind die beiden Stadtteile durch drei Brücken. Für Segler, deren Höhe über Wasser unter 17m liegt, ist es möglich, durch die Brücken in die nördliche bzw. südliche Bay zu fahren. Die nördliche als auch die südliche Bay sind sehr flach und es empfiehlt sich nur, mit einer Detailkarte Florianopolis anzulaufen. Wir erreichen die Einfahrt zur südliche Bay nachts und so ankern wir in der Praia de Pinhaira. (27°053S 48°035W). Diese große Bay liegt 1NM südlich der Einfahrt. Je nach Windrichtung liegt man an ihrem südlichen oder nördlichen Ende relativ ruhig und sicher. Nachdem wir uns um die Flachs in der südlichen Bay mit Waypoints eine Route markiert haben, machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg. . ![]() Südliche Bay, im Hintergrund die Brücken von FlorianopolisDurch unsere exakte Vorbereitung erweist sich die 15NM lange Zickzackroute bis nach Florianopolis für unseren 2m Tiefgang als problemlos. |
Hier unsere Waypoints für die Fahrt nach Florianopolis durch die südliche Bay:
Als Gäste liegen wir im Yacht Club Florianopolis 4 Tage kostenlos. Danach bezahlen wir 36, -- Real (1 Real = zur Zeit 0:90 DM) pro Tag für unsere Schiffsgrösse. Florianopolis ist unser erster Brasilianischer Hafen und damit Einklarierungshafen. Wir lernen die sehr freundliche aber zeitaufwendige Bürokratie Brasiliens kennen. Drei Tage dauert es, bis wir wirklich alle erforderlichen Einklarierungspapiere haben. Während dieser Zeit können wir uns nur mit Mühe einer Zwangsimpfung entziehen. Lernen, dass Öffnungszeiten nur eine sehr bedingte und von der Laune der Beamten abhängige Gültigkeit haben. Um die Stempel der "Capitaneria del Porto" zu erhalten, waren drei Anläufe notwendig und auch beim dritten Anlauf nur zu bekommen, weil wir darauf bestehen, dass sie ihr Fussballspiel, das gerade im Hof stattfindet, unterbrechen. Es ist spät geworden, die Zeit reicht gerade noch, dass Andy seine Freundin am Flughafen abholen kann. Sie wird bis Santos mit uns segeln. ![]() ![]() Fachwerkhäuser in Blumenau, BrasilienMit noch mehr Besuch an Bord nach Santos Die Zeit drängt und so brechen wir kurz nach unserem kleinen Ausflug nach Santos auf. Da für meinen Bruder und seine Freundin nur noch 14 Tage zur Verfügung stehen, ist nur ein kurzer Stop in Porto Bello (27°009S 48°033W) und ein Ankertag vor der Ilha de bom Abrigo (25°007S 47°052W) möglich. Beide Plätze sind eigentlich zu schön, um gleich weiterzuziehen. Vor allem Porto Bello, wo uns Peter Wiedemann, der TO Stützpunktleiter, sehr liebenswert und voller Hilfsbereitschaft empfing, wollen wir noch einmal besuchen. Santos, die Hafenstadt von Sao Paulo, ist wohl wie alle Hafenstädte dieser Welt nicht gerade ein Anziehungspunkt für Naturfreunde, auch nicht gerade geeignet für Liebhaber schöner Städte. ![]() Unsere durch Stürme und Eis ramponierte AssyAber hier ist alles erhältlich, was wir zum Überholen unserer Assy benötigen. In der Supmar-Werft, die auch eine kleine Marina betreibt, finden wir freundliche Aufnahme und ideale Arbeitsbedingungen. Vor allem die Firma Boat Service, deren Inhaber Gordon Kunze deutsch spricht, entpuppt sich als echter Glücksfall. Wir werden weiter unsere Erfahrungen hier berichten.Alles in allem, hinter uns liegt das eindrucksvollste Jahr unseres bisherigen Segellebens. Den Stress und die Aufregung, den uns der hinter uns liegende stürmische Teil der Welt beschert hat, sind vergessen. Was bleibt ist eine gewisse Wehmut, die uns überfällt, wenn wir in der Hitze Brasiliens an das wilde Patagonien und das Eis der Antarktis zurückdenken. Beate Roters & Heinz-Jürgen Scheld S.Y. "Spirit of Assy" |