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Hinweise zur Marina Rabat (Marokko)
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von Thomas Reinke, SY Gades, E-Mail thomas.reinke@gmx.info

Im Dezember 2010 sind wir mit unserer „Gades“ in die Marina Rabat eingelaufen. Von Cádiz kommend war schon der Abreisezeitpunkt genau zu planen, weil Rabat möglichst nur um HW herum und auf keinen Fall bei auflandigem Schwell angelaufen werden kann. Aber wir haben schließlich nach tagelangem Warten ein Zeitfenster erwischt und sind nach 24 h an der Mündung des Bouregreg gewesen.

Auf unseren Ruf auf Kanal 10 gab es keine Antwort, wohl aber auf einen Anruf per handy in der Marina. Daraufhin war in wenigen Minuten ein englisch sprechender Lotse zur Stelle, der uns mit seinem Schlauchboot voraus fuhr. Trotz sehr ruhiger Seegangsbedingungen steilten sich die Wellen an der Barre erheblich auf. Ohne Lotsen kann man dort nicht einlaufen, denn es existieren keinerlei Seezeichen und das Wasser ist zum Teil sehr flach.

Das Einklarieren verlief schnell und problemlos. In der Marina liegt man gut geschützt vor Schwell, allerdings an einer sehr lauten Straße, die die beiden Städte Rabat und Salé verbindet und auf der auch nachts starker Verkehr ist. Außerdem wird der Liegeplatz von zwei großen Baustellen eingerahmt, die für Lärm und erheblichen Schmutz sorgen. Entgegen den Angaben auf der Internetseite der Marina gibt es keine Lebensmittelversorgung im Hafen. Es besteht auch keine Möglichkeit zum kranen. Allerdings gibt es mehrere gute und preiswerte Restaurants im Marinegelände.

Die Marina ist bestens bewacht und das Personal ist sehr freundlich. Man kann das Boot wochenlang unbesorgt alleine lassen, was auch zahlreiche Eigner tun.
In den ersten Tagen unserer Liegezeit gab es Probleme mit der Stromspannung an  unserem Steg, was bei zwei Booten zu zerstörten Ladegeräten und anderen Verbrauchern führte. Die Spannung war vorübergehend auf über 400V angestiegen. Wir verholten an einen anderen Steg und kurz darauf wurde auch vom Personal vor diesem Fehler gewarnt.

Während des Jahreswechsel waren wir in Deutschland und am 30.12. erhielten wir eine e-mail von der Marinaleitung, in der uns kommentarlos eine neue Preisliste zugesandt wurde. Daraus ergaben sich Erhöhungen für unser Schiff von nahezu 100%, das heißt von einem Monatspreis von ca. 160? auf ca. 350 €. Wobei sich die Preiserhöhung ng ja lediglich auf die ersten zwei Wochen in 2011 bezieht, denn am 14.1. wollte ich die Marina wieder verlassen.

Das war insbesondere deshalb ärgerlich, weil wir einen Tag vor unserer Abreise noch gefragt hatten, ob die Preise auch für 2011 gültig seien.

Nach meiner Rückkehr am 11.Januar 2011 bereitete ich das Boot zum Auslaufen vor und am 13.1. ging ich zum Bezahlen in‘s Büro. Ich teilte sehr freundlich meinen Ärger über die kurzfristige Preiserhöhung mit, was mit Bestürzung aufgenommen wurde. Ich erst mal vertröstet, mit der Auskunft, man müsse den Direktor fragen, wie nun zu verfahren sei.

Auch einige Stunden später hatte der Direktor noch nicht entschieden und ich wurde gebeten zu warten. So ging es noch zwei mal, bis ich schließlich an Bord abgeholt und zum Direktor gebracht wurde. Auch hier Bestürzung. Ob ich denn wegen der Preiserhöhung auslaufen wolle wurde immer wieder gefragt.

Eine Lösung bot man mir noch nicht an, aber die Aussicht auf einen ?Discount“. Ich wollte am anderen Morgen auslaufen, wusste aber noch nicht, was ich zu bezahlen hätte. Erst am nächsten Morgen gegen 1000Uhr teilte man mir mit, dass ich den alten Preis zahlen solle. Dies gälte aber nur für mich und ich solle den anderen Seglern nichts davon erzählen. Mittlerweile hatte ich auch eine e-Mail erhalten, dass das ganze neue Preissystem fehlerhaft sei und deshalb zurückgezogen würde.

Wegen der ganzen Verzögerungen, war das Wasser nun schon wieder abgelaufen und es war zu spät um über die Barre zu gelangen. Am nächsten Tag war dann so wenig Wasser auf der Barre, dass mir geraten wurde zwei Tage zu warten, bis Springtide einsetze. Die Entscheidung ob man ausläuft oder nicht trifft man nicht selbst, sondern der Lotse. Wenn der Lotse den Kopf schüttelt, stempelt die Grenzpolizei den Pass nicht ab und man kann nicht weg. Inzwischen haben wir Springtide, aber es haben sich die Seegangs- Bedingungen wieder so verschlechtert, dass man die Barre nicht passieren kann.

Mittlerweile ist mir auch klar, warum in den vier Wochen, die ich nun hier bin nicht ein Boot ein- oder ausgelaufen ist.

Ich kann nach diesen Erfahrungen nur warnen, diesen Hafen im Winter anzulaufen, sofern man nicht die Reiseplanung völlig in fremde und Gottes Hände geben will.

Inschallah


Last change / letzte Änderung: Dienstag, 18. Januar 2011
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