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Neu-Eröffnung des Stützpunktes "Isla Robinson Crusoe" im Archipel Juan Fernandez - Chile

von Jost Otto Schnyder Meyer

Geschätzte Seefahrer,

Bis zum 28. August 2002 leitete Frau Ina Bredfeldt Wagner den neu gegründeten Stützpunkt auf unserer Insel Robinson Crusö im chilenischen Pazifik. Leider verstarb an diesem Tag die von uns allen sehr geschätzte, mutige Ina, welche bis zum letzten Tag gegen den sie aufzehrenden Krebs in bewundernswürdiger Weise gewehrt hatte. Wir bestatteten ihre Asche am 19. September 2002 auf dem in malerischer Umgebung am Ufer gelegenen Friedhof unserer Gemeinde Juan Fernandez. Stets werden wir Ina in Ehrfurcht und Liebe gedenken.

Mit der s/y "Finte" sind im Januar dieses Jahres das Ehepaar Hans und Eva Kolbeck in der Bucht von Cumberland eingelaufen und das Ehepaar machte mir den Vorschlag, mich als neün Stützpunkt-Leiter zu beantragen. Mit Freuden nehme ich diese Funktion wahr und werde versuchen, die von Ina begründete Kontakstelle mit den Seefahrern der Welt im Sinne einer künftigen Tradition weiterzuführen.

Ich bin gebürtiger Deutschschweizer, Dip. Forsting ETH- Zürich, 59 Jahre alt, seit 22 Jahren in Chile und schon 3 Jahre mit meiner Familie auf der Insel lebend, wo ich mich der Redaktion und Publikation von Büchern über unseren Archipel in den Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch befasse. Daneben führe ich einen kleinen Handelsbetrieb von Meeresprodukten und bin in der Lage, Handwerksarbeiten verschiedener Art auszuführen, wie Zimmern, Schreiner, Schlossern und Einbau von sanitären Anlagen. Zudem bin ich Berichterstatter für die chilenische Kriegsmarine und Präsident der Filiale Juan Fernandez der "Sociedad Chilena de Historia y Geografie", einer alten, ehrwürdigen Institution zur Wahrung des geschichtlichen Gedankengutes unserer Nation.

Ich heiße Sie, verehrte Seefahrer, herzlichst willkommen auf unserem geschichts- und sagenumwitterten Felsblock mitten im chilenischen Pazifik, welcher während 200 Jahren den Piraten und Korsaren als Stützpunkt und Raststätte diente. Bis heute werden unermesslich wertvolle Schätze an den Gestaden der Felsenküste gesucht.

Ich kann Ihnen einen herzlichen und interessanten Aufenthalt bei uns versprechen. Vergessen Sie nicht, dass auf Juan Fernandez 135 Pflanzenarten wachsen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt (so genannte endemische Arten) und welche über einen wohlgeordneten, faszinierenden Nationalpark zugänglich sind. Als vom Forstdienst diplomierter Parkführer kann ich Ihnen diese natürlichen Kostbarkeiten in freier, Millionen von Jahren alten, Natur zeigen. Von der Riesenlanguste Jasus frontalis, ebenfalls endemisch auf Juan Fernandez, werden Sie bestimmt schon gehört haben. Bleibt nun, davon zu kosten... Ich bin in der Lage, Ihnen auf die meisten Fragen eine verbindliche Antwort geben zu können.

So verbleibe ich in der Hoffnung auf ein Treffen auf der Mole von Cumberland und wünsche Ihnen eine gute Fahrt durch die Weltmeere und hoffentlich bald "Jaun Fernandez - Ahoi"

Mit freundlichem Gruss
Jost Otto Schnyder Meyer




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Last Change: Donnerstag, 23. Januar 2003

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