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Einklarierung und gesetzliche Vorschriften in Ägypten


von Trans Ocean Stützpunkt - Safaga | T. Fankhauser & M. Kueenzi
E-Mail:

Das Problem ist, dass es hier ständig Änderungen gibt und niemand weis davon. Etwas in schriftlicher Form in Erfahrung zu bringen das Gültigkeit hat (offizielle Stelle in Kairo und ein offizielles Dokument ist immer abgestempelt) ist kaum möglich oder wäre mit einem Marathon verbunden, den wohl niemand auf sich nehmen möchte.

Bestehende Reglen werden von einer Minute auf die andere geändert. Zudem berichten uns Segler immer wieder etwas anderes - es ist daher auch schwer eine gültige Aussage machen zu können.

Unser aktueller Wissenstand (2005) ist wie folgt:
Es gibt ZWEI Port of Entry, wleche die diese "Crusing Permit" ausstellen dürfen:

Port Ghalib Marina
25 32.001 N | 34 39.707 E
http://www.portghalibmarina.com/
sherif.fawzy@portghalibmarina.com

Dome Marina
29 36.38 N | 32 29.10 E
nyousry@ie-eg.com


Im Bericht von Richard Rahm (letzte Ausgabe TO) geht nicht klar hervor von welchen Marinas im Norden die Rede ist. Ebenfalls erwähnt er nicht, in welcher Marina die Yachten die angeblich bis am 1. November 2005, dieses permit bekommen haben. Das wäre nämlich ein sehr interessanter Punkt. Aus unserer Sicht ist dieser Bericht sehr unklar abgefasst. Er empfiehlt zwar Jordanien oder Israel ... nun, wer da hoch möchte sollte das in der Tat so handhaben - hilft aber den meisten Seglern bestimmt nicht weiter zudem es stark wetterabhängig ist bis man da oben ist - das kann unter Umständen Wochen dauern, wenn starke Nordwinde herrschen.

Wir stellen auch immer wieder fest, dass viel erzählt wird.

Der von ihm erwähnte Betrag USD 180 (wäre ca. für einen Monat), welcher für Agenten zu zahlen ist beinhaltet nicht nur die Agenten-Gebühr (die ist nämlich nicht so hoch und beträgt in der Regel um die USD 30), sondern auch port fees (berechnet aus LOA/tonnage), customs fee, stamps, marine inspection, quarantine, port security & police fees - das sind die Gebühren die überall da anfallen welche nicht die Berechtigung haben diese "Crusing Permitt" auszustellen.

Die customs fees berechnen sich wie folgt:
  • 100 LE - for yacht coming with tourist groups, championships and rallies, as well as yachts spending less than one month in the country
  • 250 LE - more than one month up to 4 months
  • 500 LE - for the next 4 months
  • 1.000 LE - for the last 4 months of the year
Um einen Agenten kommt man hier in der Regel nicht herum, da alle Dokumente in Arabisch abgefasst sind und die behördlichen Stellen in der Regel kein Englisch sprechen. Auf jeden Fall ist wichtig, bereits beim Einklarieren zu erwähnen wie lange man plant im Land zu bleiben - lieber mit einem Monat mehr kalkulieren um nicht nochmals mit dem Papier-Prozedere konfrontiert zu werden.

Wenn man vom Mittelmeer in's Rote Meer kommt, empfehlen wir allen Seglern sich an den Agenten Price of Red Sea zu wenden, für alle die aus Süden kommen empfehlen wir den Agenten Felix zu wenden.

Generell gilt: sich immer ALLES schriftlich zu geben und genau abzuklären wie man sich zu verhalten hat, wenn man z.B. mehrere Marinas im Roten Meer anlaufen würde. Darüber herrscht nämlich auch Unklarheit. Es gibt Segler die mussten in Hurghada oder Safaga nochmals Einklarieren oder eben nicht. Je nach dem ...

Zudem gibt es eine offizielle Stelle in Kairo, welche wir empfehlen für aktuelle Regelungen direkt anzuschreiben:
http://www.emdb.gov.eg

Ebenfalls lautet unsere Empfehlung an alle Segler, die im Roten Meer einen Luxor-Ausflugs-Stop machen möchten, die Kiriazi Marina in Safaga anzulaufen. Optimal für Ausflüge nach Luxor und zum Einkaufen von Gemüse in Safaga und für spezielle Besorgungen ist man schnell in Hurghada (ca. € 20 für einen Fahrer). Ebenfalls empfehlen können wir die sehr gut betreuten Marinas El Gouna sowie Port Ghalib. In der Kiriazi Marina kann das Schiff sicher liegen und der Maina Manager Mr. Sherif ist sehr nett. Wenn man aus Süden kommt auf jeden Fall die Port Ghalib Marina anlaufen wegen dem Crusing Permitt.

Von Norden kommend scheint die aktuelle Situation in der Tat unklar zu sein. Wir werden versuchen über Kontaktpersonen mehr Informationen zusammenzutragen und eine Zusammentstellung von unserem Resultat auf Trans Ocean zu publizieren.

Liegt man in Hurghada vor Anker und möchte an Land gehen, kommt es nicht selten vor, dass für ein "Dingi anlegen" USD 20 (!!!!) verlangt wird. Hurghada empfehlen wir daher nicht anzulaufen.Denn die bestehenden Anleger gehören meist zu Hotelanlagen wo Preise willkürlich festgesetzt werden.

Wir raten momentan davon ab, Nachts irgendwo in Küstennähe zu ankern oder das Schiff unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Es gibt momentan Vorfälle, dass Yachten in der Nacht "Besuch" bekommen haben von Fischerbooten. Aussenborder sind so zu verstauen, dass diese nicht von einem Fischerboot mitgenommen werden können.

Möchte man aus kostengründen keine Marina anlaufen - empfehlen wir in Safaga in der Bucht vor dem Lotus Bay zu ankern - steht sehr gut Beschrieben im Red Sea Pilot - aber auch hier sollte das Schiff keinesfalls unbeaufsichtigt liegen! Es gibt in dieser Bucht keine Security!

Im TO Bericht ist ebenfalls die Rede, dass man für Tauchen, Schnorcheln und ankern vor Inseln Permits braucht. Das ist in anderen Ländern genauso und wird anderswo sehr streng gehandhabt. Für Taucher/Schnorchler muss pro Tag eine Riffsteuer entrichtet werden - davon sind nicht nur Segler betroffen, sondern auch normale Touristen. Was das Ankern betrifft - auch hier fehlen genaue Infos im Bericht - wir könnten uns vorstellen, dass dies nur für den Marine Park gilt. Selbst einheimische Schiffe müssen, wenn sie den Marine Park Bereich (z.B. Giftun Inseln vor Hurghada) anlaufen, Gebühren entrichten. Alles was nicht Marine Park ist, stellt nach unserer Ansicht nach kein Problem dar.

Gerne gibt der Trans Ocean Stützpunkt in Safaga Tips und Kontakte wie man am einfachsten zu Diesel, Einkäufen usw. kommt - sofern wir auch kontaktiert werden.

Wir hoffen, dass wir mit diesen Infos weiterhelfen konnten. So schlimm wie alles im TO Bericht beschrieben wurde ist das Rote Meer bestimmt nicht. Hier braucht man einfach eine Portion Geduld und mit Sicherheit sollte man sich nicht Anweisungen wiedersetzen, damit das Schiff eben nicht an die Kette kommt. Das in so einem Fall die Botschaft nicht weiterhelfen kann ist normal.

Schön wäre auch, wenn auch mal positive Dinge erwähnt würden. Es gibt hier sehr günstig Diesel (wenn man sich z.B. über den TO Stützpunkt vorher schlau macht), man kann hier wunderbar und günstig einkaufen - hat man den Papierkram von Beginn an sauber "aufgegleist" - wenn auch teurer und bestimmt "undurchsichtiger" als in anderen Regionen der Welt - kann ein Segler aber durchaus Geld sparen, wenn man sich hier gewissen Dinge besorgen möchte. Zudem gibt es hier sehr hilfsbereite Einheimische die bei Problemen oftmals sehr unbürokratisch weiterhelfen.

Man kann es am Ende drehen und wenden wie man will, was man an einem Punkt Mehrkosten hat, kann an einem anderen Punkt wieder eingespart werden. Bestimmt ist Ägypten nicht das einzige Land wo diese Aussage zutrifft.

Ob unser Beitrag dazu jetzt erhellend war wissen wir nicht :-)

Hoffen aber, dass wir Ihnen mit diesen Infos weiterhelfen konnten und senden sonnige Grüsse ins hoffentlich ebenso sonnige Mittelmeer :-)

Trans Ocean Stützpunkt - Safaga
T. Fankhauser & M. Kueenzi

Last change / letzte Änderung: Sonntag, 26. März 2006
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