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Kap Verde
Der Archipel liegt etwa 600 Kilometer vor der Westspitze des afrikanischen Kontinents, dem Kap Verde in Senegal. Zum Inselstaat gehören zehn größere und fünf kleinere Inseln, die annähernd die Form eines nach Westen hin offenen Halbkreises bilden. Die Inselgruppe Barlavento („über dem Winde”) umfasst die nördlichen Inseln (Santo Antão, São Vicente, Santa Luzia, São Nicolau, Sal und Boa Vista sowie drei kleinere Inseln), Sotavento („unter dem Winde”) die südlicher gelegenen (São Tiago, Brava, Fogo und Maio sowie zwei kleinere). Kap Verde hat eine Gesamtfläche von 4 033 Quadratkilometern. Hauptstadt der Republik Kap Verde ist Praia.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 412 000 (2003). Die Bevölkerungsdichte des Inselstaates liegt bei 102 Einwohnern je Quadratkilometer (2003). Die jährliche Bevölkerungszunahme beträgt 2 Prozent (2003). Mulatten stellen mit einem Anteil von etwa 70 Prozent die stärkste Bevölkerungsgruppe; 28 Prozent sind Schwarze, 2 Prozent Weiße. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten. Siedlungsschwerpunkte sind die Inseln São Tiago und São Vicente. Die größten Städte sind die Hauptstadt Praia (etwa 94 800) auf São Tiago und Mindelo (etwa 63 000) auf São Vicente.
Die Amtssprache auf der Republik Kap Verde ist Portugiesisch. Umgangssprache ist Crioulo, eine Kreolsprache auf Basis des Portugiesischen mit Elementen afrikanischer Sprachen. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 76,6 Prozent (2003). Kap Verde ist ein traditionelles Auswanderungsland; rund 700 000 Kapverdier leben und arbeiten im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten, Portugal, den Niederlanden, Italien und Angola.
Rund 95 Prozent der Bewohner bekennen sich zum Katholizismus. Zu den gesetzlichen Feiertagen der Republik Kap Verde gehören der Tag der Nationalhelden (20. Januar), der Tag der Frauen (8. März), der Tag der Kinder (1. Juni) und der Unabhängigkeitstag (5. Juli). Am Tag der Nationalhelden wird des Freiheitskämpfers Amilcar Cabral und anderer Kriegshelden gedacht. Der Unabhängigkeitstag wird nur alle fünf Jahre offiziell gefeiert.
Die Inseln waren senegalesischen Fischern bereits bekannt, bevor die ersten Europäer 1456 hier an Land gingen. Der Archipel wurde 1460 von Portugal beansprucht, und kurze Zeit später begannen die Portugiesen mit der Besiedlung. 1495 wurde der Archipel zum Kronbesitz erklärt, und in der Folge wurden Sklaven vom afrikanischen Kontinent eingeführt, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Aufgrund des hohen Wohlstandes wurden die Inseln ein bevorzugtes Ziel für Piraten und Freibeuter aus verschiedenen Nationen, vor allem für Engländer, Holländer und Franzosen, die im Lauf der Jahrhunderte immer wieder angriffen. Als der Sklavenhandel 1876 endgültig abgeschafft wurde, schwand die Bedeutung der Kapverdischen Inseln.
Wie andere portugiesische Besitzungen in Afrika wurden die Inseln nicht als Kolonie behandelt, sondern 1951 zur Überseeprovinz gemacht. Im Gegensatz zu anderen Gebieten gab es auf Kap Verde bis in die siebziger Jahre verhältnismäßig wenig Engagement für die Unabhängigkeit. 1974 erhielt der Archipel das Recht auf Selbstbestimmung, und am 5. Juli 1975 wurde das Land unabhängig. Unter seinem ersten Präsidenten Aristides Pereira war Kap Verde ein Einparteienstaat, der außenpolitisch neutral, jedoch stark von westlicher Hilfe abhängig war. Die 1990 eingeführten Reformen – u. a. die Etablierung des Mehrparteiensystems – waren die Grundlage für die ersten freien Präsidentschaftswahlen im Land. Sie wurden 1991 von António Mascarenhas Gomes Monteiro gewonnen, der daraufhin als Staatsoberhaupt vereidigt wurde. Seine regierende Bewegung für Demokratie (MPD) setzte sich auch bei den Parlamentswahlen vom Dezember 1995 durch.
Bei den Parlamentswahlen vom Januar 2001 erzielte die oppositionelle Partei für die Unabhängigkeit von Kap Verde (Partido Africano da Independência de Cabo Verde; PAICV) die absolute Mehrheit. Ihr Spitzenkandidat José Maria Neves wurde am 1. Februar 2001 zum Ministerpräsidenten gewählt. Bei den Präsidentschaftswahlen vom 25. Februar 2001 setzte sich Pedro Pires, der Kandidat des PAICV, mit knapper Mehrheit im zweiten Wahlgang durch.
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