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Bericht aus Trinidad zu Treibstoffversorgung.
Zoll- und Einwanderungsbehörden. Von Stützpunktleiter Andreas „Andy“ Kretzschmar |
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Liebe TO Mitglieder,
Sicher wissen einige unter Ihnen aus der „Gerüchteküche“, dass es in den letzten Wochen erhebliche Turbolenzen in der Versorgung mit Dieseltreibstoff an den Bootstankstellen in Trinidad gab. Die Situation ist seit Freitag, dem 5.9.2008 entschärft. Es wird wieder Treibstoff an fremdbeflaggte Yachten ausgegeben. Etwas zur Historie: Seit vielen Jahren bezuschusst die Regierung von Trinidad und Tobago den Treibstoff erheblich. Dies geschieht bewusst und gewollt, um die Transportkosten im Lande so niedrig wie möglich und für jedermann erschwinglich zu halten. Gewollte Nutzniesser dieser Treibstoffsubvention sind auch einheimische Berufsfischer. Es existierte seit langem eine Regelung, nach der fremdbeflaggte Boote, unabhängig ob Yachten oder kommerzielle Fahrzeuge, NICHT mit diesem subventionierten Treibstoff betankt werden dürfen. Diese Regelung kam jedoch nie zur Anwendung, weil die Einrichtungen zum Betanken von fremden Booten nicht vorhanden waren und zum anderen auch kein Interesse gezeigt wurde, die Bestimmung tatsächlich umzusetzen. Daher tankten für Jahre im Wesentlichen alle kleineren Wasserfahrzeuge an der gleichen Tankstelle (Powerboats Marina) zum gleichen Preis. Nach dem weitgehenden Wegfallen der Betankungsmöglichkeiten in Venezuela vor einigen Monaten tat sich nun ein heftiger Diesel-Tourismus auf, an dem sich private wie kommerzielle Fahrzeuge beteiligten, teilweise auch um den subventionierten Trindad Diesel anderswo teür zu verkaufen. Dies führte teilweise zu Versorgungsengpässen für lokale Fischereifahrzeuge, da es ungeschickterweise das Management von Powerboats Marina verabsäumte, hier die notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Als nun sowohl Beschwerden von lokalen Fischern als auch Beschwerden von Behörden anderer Inseln zusammen kamen, entschied die zuständige Trindad Behörde, den Verkauf von bezuschusstem Diesel an fremdbeflaggte Fahrzeuge zunächst generell zu unterbinden. Mit hektischer Betriebsamkeit wurde sofort an einer Lösung gearbeitet, die dann aber zwei Wochen auf sich warten liess. Die Wassertankstelle bei Powerboats Marina wurde so umgebaut, dass sie Diesel zu zwei verschiedenen Preisen verkaufen kann. Der Abgabepreis von Diesel an fremdbeflaggte Boote wurde zunächst von der staatlichen Treibstofffirma NP auf TT$ 6.75 (US$ 1.10) pro Liter festgesetzt. Das ist eine mehr als vierfache Erhöhung gegenüber dem subventionierten Preis, aber zumindestens wurde die Treibstoffversorgung wieder aufgenommen. Es erübrigt sich beinahe anzumerken, dass das Betanken fremdbeflaggter Boote aus Behältern mit Diesel von einer Strassentankstelle nicht zulässig ist. Die Höhe des neuen Dieselpreises für fremdbeflaggt Boote ist stark kritisiert, auch in den lokalen Medien, da man einen starken Rückgang des gesamten Yachtservice- Geschäftes befürchtet. Ich selbst teile diese Ansicht nur bedingt, da die meisten Segler Trinidad anlaufen, um umfangreiche Reparaturen durchführen zu lassen und der bisher günstige Dieselpreis dabei eine untergeordenete Rolle spielt. Ich gehe jedoch davon aus, dass wegen der Bedenken zu wirtschaftlichen Folgen der Dieselpreis noch nach unten korrigiert werden wird. Seit einiger Zeit wird verschiedentlich beklagt, dass es schwieriger geworden ist, mit dem Boot längere Zeit in Trinidad und Tobago zu bleiben. War die Praxis in den vergangenen Jahren so, dass bei der Einreise generell 6 Monate Aufenthalt genehmigt wurde, sind das heute nur noch 3 Monate. Kurz vor Ablauf dieser Frist muss bei der Einwanderungsbehörde um eine Verlängerung nachgesucht werden, wobei teilweise der Nachweis erbracht werden muss, dass langfristige Arbeiten im Gange sind, die die persönliche Anwesenheit des Eigners bzw. der Besatzung erforderlich machen. In aller Regel wird eine 3-monatige Verlängerung gewährt, nach deren Ablauf teilweise eine weitere Verlängerung abgelehnt wird, was sich jedoch nur auf die Besatzung, nicht auf das Boot, bezieht. Auch hier gibt es leider ein Historie, die sich für uns Yachtsportler nicht gut liest. Manche Sportskameraden haben es doch in der Vergangenheit zum Teil mit dem Einhalten der Einwanderungsbestimmungen nicht sehr genau genommen, bzw. schlicht nicht eingesehen, dass es diese Bestimmungen gibt. Die Ignoranz in dieser Hinsicht machte vor keiner Nationalität halt, und auch einige wenige TO Mitglieder müssen hier leider als schlechte Beispiele genannt werden. Logische Konsequenz war und ist eine Verschärfung der Auslegung der Richtlinien und daraus wiederum resultierend Frustration der Bootsbesatzungen, die nun unter dem Fehlverhalten ihrer Vorgänger zu leiden haben. Ich kann auch als Stützpunktleiter leider nicht anders, als die Hauptschuld an dem Problem den Yachtsportlern selbst zuzuschreiben. Auch wenn die Bandagen in Punkto Aufenthaltsdauer in Trinidad härter geworden sind, gilt jedoch grundsätzlich, dass ein höfliches, freundliches Auftreten in aller Regel auch zu einem positiven Ergebnis führt, zumal die Einwanderungsbeamten einen grossen Entscheidungsspielraum haben. Ich werde Sie weiterhin über durchgreifende Veränderungen bei den o.g. Themen informieren und verbleibe mit sportlichen Grüssen Ihr Andreas Kretzschmar |