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Der Atlantik liegt achteraus


 

Der Atlantik liegt achteraus

Verfasst von Kirsten Panzer am 9. Januar
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Lennart Burke, der Mini-Segler des TO, und sein Freund Valentin Ahlhaus haben ihr erstes Ziel erreicht. Nach Buchtenbummeln und Inselhüpfen haben sie am 19. Dezember die Kapverden verlassen - Kurs Ost, Kurs Karibik. Nach 17,5 Tagen sind sie dort angekommen und hätten eigentlich ewig so weitersegeln wollen:

"Wir sind gut in der Karibik angekommen. Die Überfahrt war sehr eindrucksvoll, wenn auch weniger abenteuerlich, als gedacht. Die ersten Tage waren wir ein bisschen gebeutelt. Erst Abdeckung von Santo Antao, also Motoren und per Hand steuern und mächtiges Geschaukel, was uns nicht schlafen lies. Und wir waren auch noch kurz erkältet. Das war anstrengend, hat uns den Enthusiasmus aber nicht genommen und wir waren seit der Abfahrt durchgängig gut drauf.

Wir lieben das einfach Leben auf See. Die erste Woche war relativ wenig Wind und wir konnten in Ruhe die Feiertage: Weihnachten und Silvester genießen. Ab der Hälfte fingen die ersten Verschleißerscheinungen an und die Squalls fielen über uns her, allerdings nicht so stark, wie man uns vorher eingeredet hatte. 

Tatsächlich hat uns dieses enthaltsame, aber so reizvolle Dasein auf dem Atlantik dazu veranlasst wenig auf Geschwindigkeit achten. Mit knapp 18 Tagen waren wir nicht besonders schnell und das gefiel uns so, weil es da draußen so schön war. Nur die Feiertage waren wenig spektakulär und wir hätten sie lieber mit Freunden und Familie verbracht.

Der Beinahe Knockout unserer Windfahne hat uns am meisten zu schaffen gemacht. Welch fürchterliche Vorstellung die letzten 1000 Seemeilen ohne auskommen zu müssen. Das konnten wir jedoch umgehen und auch sonst ist nichts Gefährliches passiert. Auch insgesamt war diese Tour erstaunlich wenig ereignisreich: Nur zwei Mal kurz Delphine, zwei Segler und zwei Dampfer überhaupt in Sichtweite. Wale? Fehlanzeige, aber immer wieder fliegende Fische. Wir haben auch eine Goldmakrele geangelt, so einen leckeren Fisch haben wir noch nie gegessen. Ansonsten haben wir viel gelesen, beobachtet und geschnackt."

Noch mehr Details von Teelichtern und Panneköken gibt’s auf dem Blog der Andiamo: sailingandiamo.blogspot.com

Lesenswert – und am Ende heißt es: "Ja wir waren in der Karibik angekommen: Weißer Strand, Türkises Wasser davor und ein paar Palmen überzeugten uns davon. „Kaum zu glauben, wir sind angekommen. Nach einer kleinen Irrfahrt durchs Hafenbecken von Bridgetown haben wir an einer Kaimauer direkt hinter einem Luxusdampfer festgemacht. Uns geht es klasse. Wir sind glücklich und halten fest, dass 1000 nm mehr auch nicht geschadet hätten. Jetzt geht es ans bürokratische(einklarieren), nachdem wir um 0830 localtime einen schönen Anleger Gin genossen haben. Selbstverständlich ohne etwas vorher gegessen zu haben.“ Frühstück gab es ja keins mehr.. So ging es also leicht beschwipst nach 17 1/2 Tagen auf See zum ersten Mal wieder an Land."

Wohl verdient!
 


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