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letzter Beitrag 27.05.21 um 09:52 von  MERGER
LED mit oder ohne Spannungsregler
 5 Antworten
Autor Nachrichten
Norbert Wisch
Segler
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Posts:19


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25.05.21 um 21:27

    Hallo!

    Ich versuche mal eine Frage loszuwerden. Das Schiff wurde auf LED umgestellt z.B. das Dampferlicht, Tricolor, Innenbeleuchtung usw. Die Innenbeleuchtung ist teilweise defekt oder hat ganz schwaches Licht. D.H. die LED's sind defekt. Ich werde die jetzt ersetzen und überlege, ob ich die alle über einen Spannungsregler anklemme. Damit wäre die Spannung gleichbleibend. Habe ich das richtig geplant? 

    wijosef
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    26.05.21 um 13:40
    Servus Norbert.
    Die Bordspannung eines Sportbootes ist, wie auch beim Kraftfahrzeug, niemals konstant.
    Beim Laden durch die Lichtmaschine erhöht sich die Spannung auf 14,2 Volt oder höher, je nach Lichtmaschinenregler.
    Das Ladegerät verhält sich ähnlich.
    Durch zwei Ursachen wird ein Halbleiter (LED) zerstört. Entweder durch Wärme oder durch Überspannung.
    Wenn Du eine LED direkt aus dem Bordnetz betreibst, wird sie nicht lange leben.
    LED`s benötigen eine konstante Spannung von 12 Volt.
    Ein Spannungsbegrenzer ist in Bordnetzen also eine Grundvoraussetzung.
    Deine Navigationsbeleuchtung hat immer einen eingebauten Spannungsbegrenzer. Hier muß also nichts geändert werden.
    Liebe Grüße Josef
    MERGER
    Senator
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    --
    26.05.21 um 14:53
    veröffentlicht von wijosef am 26.05.21 um 13:40
    Servus Norbert.
    ...
    LED`s benötigen eine konstante Spannung von 12 Volt.
    ....
    Liebe Grüße Josef

     

    Mit Verlaub, aber das halte ich für ein Gerücht. LEDs brauchen bauartbedingt etwa 3 V. Siehe hier z.B. mal das Datenblatt einer vielverwendeten 2835. Das was vermutlich gemeint ist, sind Leuchtmittel bei denen LEDs verwendet werden. Dies sind aber immer mehrere LEDs mit einer Zusatzelektronik, die die LEDs für die vorgesehene Betriebsspannung erst brauchbar macht. Eine Betriebspannung in diesem Sinne hat immer eine zulässige Toleranz und niemals nur einen festen Wert. Näheres dazu findet man im Datenblatt, das es wie zu allen technischen Bauteilen auch zu Leuchtmitteln gibt. Leuchtmittel, die für die Verwendung in KFZ (und damit auch an Bord) geeignet sind, haben üblicherweise einen Spannungsbereich von 10 bis 16 V oder sogar noch mehr, das steht sehr genau im Datenblatt.

    Das Gerücht mit genau 12 V mag aus alten Zeiten von vor ca. 20 Jahren kommen, als man die Zusatzelektronik, die eigentlich aus einer Konstantstromquelle bestehen sollte, aus Kostengründen auf einen Widerstand reduzierte. Sowas sollte es heute aber nicht geben. Sicherheit bekommt man einen Blick in die technischen Daten. Aber auch jeder bessere Verkäufer sollte in der Lage sein, über die flotten Marketingsprüche in den Katalogen hinaus, die Frage nach dem zulässigen Betriebsspannungsbereich zu beantworten. Anderfalls würde ich nicht bei ihm kaufen.

    Martin

     

     

     

    Martin, SY MERGER - Moderator
    Norbert Wisch
    Segler
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    26.05.21 um 21:05

    Danke Josef, danke Martin. Ich habe einen Spannungsregler für 50 Watt. Darüber werde ich die Innenbeleuchtung laufen lassen, schaden kann es ja nicht. Somit bin ich auf der sicheren Seite. 

    wijosef
    Kommodore
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    27.05.21 um 08:32

    Servus meine Lieben.
    Ja ich gebe dem Martin in allen Punkten Recht.
    Kaum jemand wird eine einzelne LED mit Vorwiderstand an Bord betreiben.
    Alle verwenden Leuchtmittel für 12 Voltsysteme.
    Ich bin mir auch sicher, dass das Datenblatt für Norberts Leuchtmittel, Spannungen bis 16 Volt zulassen wird.
    Nur sind Noberts Leuchtmittel jetzt defekt und haben sicher nur einen Bruchteil der 50 000 Stunden, ihrer Lebenszeit erreicht.
    Auch in Kraftfahrzeugen sterben solche Leuchtmittel, ohne ihre Lebenszeit auch nur annähernd zu erreichen.
    Da diese nicht reparabel sind, tauscht man dann mal eben den ganzen Scheinwerfer.
    Aber jedem Autofahrer wird aufgefallen sein, dass die LED`s in seinen Amaturen noch nie ausgefallen sind.
    Das liegt daran, dass die Amaturen exakt spannungsstabilisiert sind. Da sonst die Anzeigeinstrumente falsche Werte anzeigen würden.
    Ach ja, in diesen Amaturen waren für die Beleuchtung lustigerweise Glühlämpchen verbaut. Die mussten natürlich mal gewechselt werden
    Heute baut man anstatt der Anzeigeinstrumemte Bildschirme ein.
    Auch unsere LED`s zuhause , die die alten 230 Volt Glühbirnen abgelöst haben, werden seltsamerweise ungewöhnlich warm. Das kann jeder selbst überprüfen.
    Die Wärme wird von der, direkt im Lampensockel verbauten, billigen Spannungsregelung erzeugt. Das mögen die LED`s nicht so gerne, was deren Lebenszeit, entgegen der Angaben auf dem Datenblatt, extrem verkürzt.
    Naja, unsere Lampemindustrie hat eine hundertjährige Erfahrung, wie sich die Lebenszeit ihrer Leuchtmittel verkürzt.
    Liebe Grüße Josef

    MERGER
    Senator
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    27.05.21 um 09:52
    veröffentlicht von wijosef am 27.05.21 um 08:32

    ...
    Auch in Kraftfahrzeugen sterben solche Leuchtmittel, ohne ihre Lebenszeit auch nur annähernd zu erreichen.
    ...
    Liebe Grüße Josef

    Das muss aber nicht an der Betriebsspannung liegen. Es gibt tausend weitere Gründe warum ein Leuchtmittel ausfallen kann. Zu hohe Temperatur, eindringende Feuchtigkeit, durch Erschütterungen gerissene Leiterbahnen, etc. etc. .... Ich würde auch nicht so weit gehen Herstellern zu unterstellen, dass sie die Lebenszeit absichtlich verkürzen. Wenn in der Spezifikation eine Lebenszeit von x Stunden angegeben ist, wird das Produkt diese auch einhalten. Voraussetzung ist natürlich, dass man alle anderen Daten der Spec im Einsatzfall ebenfalls einhält. Alles andere wäre ein Reklamationsgrund.

    BTW: Einen "Ausfall" von LEDs habe ich an Bord auch regelmäßig, wenn ich längere Zeit nicht da war. Ich habe bereits vor etwa 10 Jahren die Kabinenbeleuchtung von Halogen auf LED umgestellt (siehe hier). Wenn ich nach Monaten wieder an Bord komme, gehen regelmäßig einige Lampen nicht mehr oder flimmern ganz dunkel. Ursache ist ein schlechter Kontakt in der Lampenfassung. Einmal das Leuchtmittel aus der Fassung gezogen und wieder reingesteckt reinigt die Kontakte und stellt den Stromfluss wieder her. Bei Halogen ist das nicht passiert, weil dort ein 10 mal höherer Strom fließt, der die Kontakte freibrennt. Bei modernen Lampen gibt es das nicht, weil die LED-Leuchtmittel fest verbaut sind, was durch die höhere Lebensdauer vertretbar ist. Wo keine Kontakte mehr sind, können auch keine mehr hochohmig werden.

    Als Ingenieur, der fast vier Jahrzehnte in der Entwicklung von elektronischen Geräten gearbeitet hat, kann ich nur betonen, dass elektronische Bauteile extrem zuverlässig sind. Der Ausfall von Geräten ist fast immer auf mechanische Ursachen oder auf nicht bestimmungsgemäßen Einsatz (Spezifikation!) zurückzuführen. Beispiele habe ich oben genannt.

    Martin

     

     

     

     

    Martin, SY MERGER - Moderator


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