Die fünfte Etappe der Globe40 startet heute – vorbei an Feuerland, hinaus in die Drake-Passage, rund um Kap Hoorn und weiter nach Norden Richtung Brasilien. Für Lisa Berger und Jade Edwards-Learney beginnt heute eine der anspruchsvollsten Passagen des Rennens. Rund 4.860 Seemeilen liegen zwischen Valparaíso und dem Zielhafen Recife. Etwa 26 Tage werden die Crews unterwegs sein. Die ersten Boote werden Mitte März in Brasilien erwartet.
Nach dem starken vierten Platz auf der Pazifik-Passage blieb dem Team Wilson Around the World mit Lisa Berger und Jade Edwards-Learney in Chile erstmals Zeit zum Durchatmen. „Valparaíso war der beste Zwischenstopp“, schwärmt die österreichische Skipperin. Drei Wochen, um nicht nur das Boot, sondern auch Land und Leute kennenzulernen. Ein Ausflug in den Norden Chiles, beeindruckende Landschaften, die Geysire von El Tatio – Momente, die Kraft geben, bevor es wieder hinausgeht. Der Großteil der Zeit gehörte jedoch Wilson. Wie gewohnt stemmten Lisa und Jade die Arbeiten selbst: Segel wurden in Eigenregie repariert, Leinen ersetzt, das Bugspriet-System überarbeitet, die Takelage sorgfältig kontrolliert. Für Ruder- und Rumpfarbeiten ging das Boot aus dem Wasser, Winschen wurden gewartet, Klemmen überholt. Mit viel Eigenleistung und technischem Know-how präsentieren sie ihre Class40 nun wieder in hervorragendem Zustand.

Lisa Berger und Jade Jade Edwards-Learney haben ihre Class40 Wilson in Eigenregie für die 5. Etappe fit gemacht. (Fotos: Lisa Berger Sailing)
„Wilson ist technisch optimal vorbereitet und für Etappe 5 wieder voll einsatzfähig“, sagt Lisa Berger. Im Gesamtklassement liegt das österreichisch-walisische Duo aktuell auf Platz vier, in der Wertung der Sharp-Bug-Boote sogar auf Rang zwei. Zwei Etappen stehen noch aus – doch diese fünfte gilt als eine der anspruchsvollsten des gesamten Rennens. „Kap Hoorn bedeutet so viel mehr als nur der Everest der Ozeane zu sein“, sagt Jade Edwards-Learney. Denn das Kap ist weit mehr als eine geografische Landmarke. Hier treffen Pazifik und Atlantik aufeinander. Tiefdruckgebiete ziehen ungebremst durch die Drake-Passage, Wellen bauen sich auf, Strömungen laufen gegeneinander. Hinzu kommt, dass die Route dieses Mal näher an der Küste verläuft. Dichterer Schiffsverkehr, Fischerboote und komplexe Strömungen erfordern höchste Aufmerksamkeit.

Siegerehrung der 4. Etappe in Valparaiso: Lisa Berger und Jade Jade Edwards-Learney. (Foto: Lisa Berger Sailing)
Während Wilson Kurs auf Kap Hoorn nimmt, arbeitet das Team Next Generation Boating Around the World daran, wieder ins Renngeschehen zurückzukehren. Derzeit überführt Melwin Fink die Class40 mit einer Crew nach Recife. Wetterbedingt traf er vergangenen Freitag die Entscheidung, dass es sicherer sei, einen Hafen in Gqeberha (Südafrika) anzulaufen. Gewitter, starke Böen und anspruchsvolle Bedingungen im Agulhasstrom hatten die Crew bereits zuvor gefordert. „Alles ist heil geblieben! Wir sind sehr zufrieden, wie die Überführung bisher gelaufen ist!“, berichtet Melwin Fink. Pünktlich zum Start der sechsten Etappe nach Lorient wollen Lennart Burke und er in Recife sein.
Das Rennen und die Position der Crews kann über den Globe40-Tracker mitverfolgt werden.
Jules Tolomello