
Am 24. Januar ist unser lieber Hans Lehmann, den alle nur als Tute gekannt haben, im Kreise seiner Familie zu Hause auf seinen letzten Törn gegangen.
Er wäre am 2. Mai 2026 stolze 92 Jahre alt geworden und im August hätten Evi und Tute ihren 70. Hochzeitstag gefeiert.
Tute gehörte mit zu den aktivsten TO-Mitgliedern. Er war bei fast allen Festwochenenden in Cuxhaven dabei und hat den Berlin-Brandenburger Treffpunkt vor über 30 Jahren initiiert.
Er war Ehrenmitglied des TO wie auch Mitglied im Ehrenrat. Er war bestens vernetzt, stand immer mit Rat, Tat und seinen Netzwerken zur Verfügung.
Tute mit seiner typisch Berliner Art konnte begeistern, motivieren und bestens unterhalten. Die Törns und Fahrten mit ihm und seiner Evi waren immer äußerst kurzweilig.
Seine Evi hatte er damals als 20-Jähriger in Berlin kennengelernt und gleich mit ihr auf dem Sozius seines Mopeds eine Reise nach Cuxhaven zur Alten Liebe gemacht. Da war der Funke übergesprungen – und bei jeder Reise nach Cuxhaven musste der Liebe an der Alten Liebe gedacht werden.
1971 begann seine seglerische Karriere auf einer Koralle (offene Jolle) – natürlich auf dem Wannsee. Parallel wurde in Holland gechartert, wobei schon heftig Seeluft geschnuppert wurde.
Übrigens trugen all seine Schiffe den Namen Tute!
1974 erstand die Familie Lehmann ihre erste größere Yacht, eine Phantom 32 aus deutscher Produktion. Den Innenausbau fertigte Tute als gelernter Schreiner natürlich selbst.
Größere Reisen mit der ganzen Familie führten in die Ost- und Nordsee. Doch dann wurden auch diese 32 Füße zu klein und es folgte 1978 endlich ein „richtiges“ Schiff: Ein über 12 m langer Colin Archer aus GFK – selbstredend wurden viele Holzteile in Eigenregie gebaut.
In den folgenden 20 Jahren wurden die Törns immer ausgedehnter, auch konnte mehr und mehr Zeit für diese Reisen locker gemacht werden. Nach den obligatorischen nördlichen Revieren stand der Atlantik im Fokus, wie auch dessen Inseln und Karibikstrände.
Weiter ging es ins Mittelmeer, wo kein Land ausgelassen wurde bis final ein erster Infarkt in Tunesien die langen Reisen beendete.
Nach langer Genesungszeit und Verkauf der letzten Segeltute wurde rasch eine 12m-Motoryacht erstanden, mit der die beiden fast alle europäischen Flüsse und Kanäle bereisten – und über die Donau und das Schwarze Meer wieder ins Mittelmeer gelangten.
Irgendwann endeten auch diese von 2 starken Dieselmotoren angetriebenen Reisen.
Tute, du wirst uns sehr fehlen, aber man kann auf dein langes, erfülltes und insbesondere seglerisches Leben durchaus etwas neidisch blicken.
fair winds lieber Tute
Pit Dörnfeld
