Ein herausfordernder Start, anspruchsvolle Bedingungen und eine klare Strategie: Jannes Llull und Co-Skipperin Juliane Hausmann haben bei der Roma per Due mit ihrem Mini 6.50 die Proto-Wertung gewonnen – und Platz 8 im Gesamtfeld belegt.
Bereits vor dem Start vor Riva di Traiano sorgten Wetterprognosen mit bis zu 50 Knoten Wind und hohen Wellen für Unsicherheit im Feld. Ein Teil der Flotte verzichtete auf den Start – darunter auch alle anderen Prototypen. Llull und Hausmann entschieden sich dennoch, ins Rennen zu gehen – als einziges Boot ihrer Wertung und eines der jüngsten Teams im Teilnehmerfeld.

Das Duo Jannes Llull und Juliane Hausmann waren eines der jüngsten Teams am Start.
Für beide war es eine besondere Situation: Für Hausmann die erste Regatta auf einem Mini, für Llull die erste auf diesem Boot. Entsprechend stand eine konservative Strategie im Fokus. „Wir wollten sicher durchkommen, Meilen sammeln und nichts kaputt machen“, beschreibt Llull ihre Herangehensweise. Das Duo wählte daher eine westliche Route, um den Kern des Sturms zu umgehen. Auf dem Weg Richtung Ustica trafen sie auf wechselhafte Bedingungen mit Flaute, Starkwind bis etwa 35 Knoten, Gewittern und bis zu vier Meter Welle. "Zu der vorhergesagten Düse zwischen Sizilien und dem Festland hatte sich noch eine Zweitw zwischen der Insel und Sardinien gebildet", erklärt Jannes Llull.
Auch der Rückweg blieb anspruchsvoll: Gewitterzellen, Flauten und starke Winddreher prägten die letzten 100 Seemeilen. Trotz der bewusst defensiven Strategie gelang es dem Team, konstant Fahrt zu halten und sich im Feld zu behaupten. Nach vier Tagen auf See erreichten Jannes Llull und Juliane Hausmann als achtes Team das Ziel – und sicherten sich zeitgleich den Sieg in der Proto-Wertung.

Jannes LLull und Co-Skipperin nach den Zieleinlauf.
„Wir haben extrem viel gelernt“, fasst Llull die Erfahrungen aus der erste Regatta zusammen. „Ich fühle mich jetzt deutlich sicherer auf dem Boot und habe ein viel besseres Verständnis dafür, wie es bei unterschiedlichen Bedingungen läuft.“
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Bereits am 17. Mai 2026 startet Jannes Llull beim Gran Premio d’Italia in Genua - rund 540 Seemeilen Einhand.
Jules Tolomello