Mit dem Citizen-Science-Projekt Sail4Oxygen kann jede:r Segelnde auf der Ostsee ganz einfach einen Beitrag für die Forschung leisten, um das fragile Ökosystem der Ostsee besser zu verstehen. Dafür können Sonden zum „Daten angeln“ an verschiedenen Stationen ausgeliehen werden. Mit Hilfe dieser Messwerte bekommt das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung eine große Menge von Informationen, um daraus konkrete Lösungen ableiten zu können.
Wissenschaftliche Daten über den Zustand der Meere sind oft lückenhaft, da Forschungsschiffe teuer und selten flächendeckend unterwegs sind. Hier setzt Sail4Oxygen an: Seglerinnen und Segler können auf ihren Törns mit kompakten Sonden selbst Messungen durchführen und so der Wissenschaft wichtige Daten über Sauerstoffgehalt, Temperatur und Salzgehalt, direkt aus den relevanten Gebieten, liefern.

Die Messsonde an Bord eines Segelbootes, Foto Karen Bierstedt
Das Beste dabei: Jede:r kann ganz unkompliziert mitmachen und sein Boot in ein kleines Forschungsschiff verwandeln. Dafür muss nur eine Sonde in den teilnehmenden Partnerhäfen (eine Übersicht findet Ihr hier) ausgeliehen oder von einer anderen Crew übernommen werden. Während Eures Törns stoppt Ihr Euer Boot so oft auf wie Ihr wollt, und lasst die Sonde an einer geeigneten Stelle ins Wasser. Mit Hilfe von einer App werden die Messwerte ausgelesen und an das GEOMAR übertragen. Die Daten und somit Euer Beitrag sind im Daten-Portal des GEOMAR dann sofort sichtbar. Zum Schluss muss die Sonde nur wieder zurück oder an andere Boote übergeben werden.
Um möglichst genaue Messwerte zu erzielen, konzentriert sich das Messgebiet derzeit auf die Region um die Kieler Bucht, den kleinen und großen Belt und Teile der Mecklenburger Bucht. Wer seine Zeit nutzt, um einen Sprung nach Dänemark zu machen ist prädestiniert, solch eine Messung durchzuführen.

Das Messgebiet im Überblick
Vor drei Jahren hat der Trans-Ocean das Projekt zusammen mit dem GEOMAR und unterstützt mit Mitteln des Bundes-Forschungsministeriums ins Leben gerufen. Mittlerweile hat sich viel getan. Für 2026 ist es dem Team gelungen weitere Partnerhäfen zu gewinnen und so stehen jetzt mit der Dyvig, Middelfart und Korsør drei neue Anlaufstellen in Dänemark zur Verfügung. Wenn dort vorhanden, können in diesen Häfen Sonden ausgeliehen werden, die beispielsweise auf einem Törn Richtung Schweden von anderen Crews dort abgegeben wurden.
Außerdem wurde der Start in diese Saison mit einem Rebranding begonnen. Die Designidee zur neuen Website und das neue sail4oxygen-Logo sind die ersten Schritte in der Umsetzung eines Kommunikations-Konzepts, das auf der Arbeit von Jule Frank basiert und als Teil ihrer Abschlussarbeit in Kommunikationsdesign entstanden ist. Das ganze Team freut sich darauf, im Laufe dieser Saison weitere Schritte zusammen mit den im Projekt engagierten Teilnehmenden zu machen.

Das neue Logo für S4O
Neben der neuen Website wurden zusätzliche Informationsmaterialien bereitgestellt. So gibt es unter anderem eine neue, ausführliche Video-Anleitung (hier) und am 28. April 2026 findet um 18:30 Uhr für Interessierte ein Einführungsabend per Zoom statt. Die Einwahldaten bekommt Ihr nach einer Anmeldung an seminar@trans-ocean.org mit „sail4oxygen" im Betreff.
Wir freuen uns auf eine große Beteiligung in diesem Jahr und hoffen, dass viele Segelnde den Beispielen der Fischer aus dem Raum Kiel folgen. Sie hatten im Winter die Sonden an Bord und haben auf ihren Fahrten viele Messungen durchgeführt.
Kirsten Kurze