Beseelt von den Erlebnissen und Erfahrungen ihrer einmaligen Reise ist die junge Crew der Hochsee-Ausbildungsyacht „Walross 4“ des Akademischen Segler-Vereins (ASV e.V.) wieder in Deutschland eingelaufen. Familien, Freunde, Vereinsmitglieder und geladene Gäste nahmen die Crew in Hamburg vor der Elbphilharmonie begeistert in Empfang.
Rund ein Jahr war die Walross 4 mit wechselnden Besatzungen auf der Atlantikrunde unterwegs. Doch der absolute Höhepunkt war am 4. Juli 2026 die Teilnahme an der Sail4th Parade in New York anlässlich des 250. Jahrestags der USA. Als offizieller segelnder Botschafter Berlins und für Berlins Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele war die Walross 4 die einzige deutsche Yacht bei der weltweit größten Windjammer-Parade auf dem Hudson River. Als offizielles Begleitschiff der „Gorch Fock“ der Deutschen Bundesmarine nahm sie mit 60 Großseglern aus mehr als 20 Nationen, zahlreichen Marineeinheiten und 117 Flugzeugen an dem Spektakel teil und erlebte die Skyline von Manhattan aus einer ganz besonderen Perspektive.


Die Walross 4 auf der Windjammer-Parade direkt hinter der Gorch Fock
Kurz vor der Parade gab es noch einen Auftrag aus Berlin zu erfüllen. Am 1. Juli 2026 war die Crew beim Berlin Breakfast im German House an der UN Plaza zu Gast. Dort wurde die Grußbotschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, an Mayor Zohran Mamdani durch Skipper Oliver Krist der Stadt New York übergeben.
Neben der Parade zählten die gegenseitigen wertschätzenden Einladungen und Besuche rund um Kapitän Elmar Bornkessel und der Besatzung der Gorch Fock zu den Besonderheiten. Auf ihrer Atlantik-Runde kreuzten sich auch in Norfolk und Halifax ihre Wege. In der Marina in Halifax stellte die Gorch Fock gar ihre Offiziersduschen aufgrund fehlender Sanitärgebäude zur Verfügung.

Die Crew der Walross4 beim Empfang auf der Gorch Fock
Das vom ASV entwickelte Projekt unter dem Namen „Atlantik Connections“ steht für studentisches Engagement, internationale Freundschaft und die maritime Verbindung zwischen Berlin und New York. In insgesamt 27 Etappen mit immer wechselnden Mannschaften führte die Reise von Cuxhaven über den Ärmelkanal, die französische Küste, die Biskaya, die Azoren und Madeira zu den Kanarischen Inseln, von dort über den Atlantik nach St. Martin und weiter über die British Virgin Islands sowie den Bahamas an die Ostküste der USA mit Ziel New York. Die letzte Etappe ging von Boston über Halifax zurück über den Atlantik bis zum Hamburger City-Sportboothafen. Dazu kamen Teilnahmen bei der Heineken Regatta und dem RORC Transatlantic Race.

Die Walross 4 vor der Freiheitsstatue
Insgesamt 168 hauptsächlich junge Vereinsmitglieder, Studierende der Berliner Universitäten, sowie erfahrene ältere Vereinsmitglieder, Familienmitglieder und Gäste haben als Crews an dem Projekt teilgenommen. Im Hintergrund haben weitere Vereinsmitglieder gearbeitet, um dieses Projekt zu ermöglichen. Der ASV hat damit seinen Ruf als „segelnder Botschafter Berlins“ bestätigt, denn das Projekt stand – wie schon frühere – unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin.
Der ASV, beheimatet in Berlin, ist der älteste, aber nicht der einzige Verein seiner Art. Bis heute ist es Ziel, jungen Studierenden zu ermöglichen, das Segeln zu erlernen und zu betreiben. Die Walross 4 ist die aktuelle Hochseeyacht des Vereins. Das 16,95 m lange Schiff ist als performance cruiser konzipiert und hat für 10 Personen feste Kojen an Bord.
Kirsten Kurze