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Delfine und Wale: Richtig verhalten bei Begegnungen


 

Delfine und Wale: Richtig verhalten bei Begegnungen

8. September 2026
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Plötzlich tauchen Delfine vor dem Bug auf oder ein Wal bläst nur wenige Meter entfernt aus dem tiefblauen Ozean: Begegnungen mit Meeressäugern gehören zu den besonderen Momenten einer Langfahrt-Reise dazu. Doch so faszinierend diese Tiere sind – wir sind zu Gast in ihrem Lebensraum. Deshalb sollten unsere Begegnungen möglichst wenig Einfluss auf ihr Leben haben. Hier haben wir die wichtigsten Regeln für Seglerinnen und Segler zusammengefasst.

Mindestabstand respektieren

Die WDC (Whale and Dolphin Conservation) empfiehlt einen Mindestabstand von 100 Metern. Sind mehrere Boote in der Nähe, sollten es sogar 200 bis 300 Meter sein. Je mehr Boote sich versammeln, desto größer sollte der Freiraum für die Tiere sein.

Nähert sich ein Delfin oder Wal hingegen von selbst, sollte man nicht hektisch ausweichen. Kurs und Geschwindigkeit bleiben dann am besten möglichst konstant und ruhig. Die Tiere entscheiden selbst, wie nah sie kommen und wie lange sie bleiben wollen.


Wenn ein Wal plötzlich vor dem Bug auftaucht und langsam vorbeizieht, genießt man diesen seltenen Moment am besten in aller Ruhe im Leerlauf.

Nicht verfolgen oder einkreisen

Verfolgungsjagd für das perfekte Foto? Eine ganz schlechte Idee. Die Meeressäuger sollten weder verfolgt noch eingekreist oder von ihrer Gruppe getrennt werden. Besonders Muttertiere mit Jungtieren verdienen unsere Rücksichtnahme.

Wenn die Tiere beschleunigen, ihre Richtung wiederholt ändern oder erkennbar Abstand gewinnen wollen, ist das ein klares Signal, um die Begegnung zu beenden und den Abstand zu vergrößern.

Wenn Delfine in der Bugwelle schwimmen

Delfine dürfen selbstverständlich freiwillig in der Bugwelle unserer Segelboote mitschwimmen. Jedoch sollte man das Boot nicht beschleunigen, um sie länger dort zu halten.

Besser: Kurs und Geschwindigkeit beibehalten und die Delfine selbst entscheiden lassen, wann sie wieder verschwinden.

Bei unmittelbarer Nähe von Walen sollte der Motor, sofern es die Sicherheit erlaubt, in den Leerlauf genommen bzw. ausgeschaltet werden.


Ein immer wieder faszinierender Anblick, in dessen Genuss Segelcrews oftmals kommen: Delfine spielen in der Bugwelle.

Nicht anfassen oder ins Wasser springen

Auch, wenn Delfin häufig neugierig und gut gelaunt auf uns wirken: Bitte nicht anfassen, nicht füttern und nicht ins Wasser springen, um mit den Tieren zu schwimmen.

Wale und Delfine sind Wildtiere. OceanCare weist darauf hin, dass der direkte Kontakt sowohl für Menschen als auch für die Tiere problematisch sein und ihr natürliches Verhalten beeinflussen kann. Außerdem besteht für beide Seiten das reale Risiko, Krankheiten zu übertragen, die zum Beispiel zur Atemwegsinfektion der Meeressäuger führen können.

Mehrere Boote? Rücksicht nehmen!

Treffen mehrere Boote auf eine Gruppe, sollte die Situation nicht zum unfreiwilligen Wal- oder Delfin-Event werden. Der Verhaltenskodex der WDC empfiehlt, dass sich innerhalb von 300 Metern nicht mehr als drei Boote bei den Tieren aufhalten. Eine kurze Absprache über Funk kann verhindern, dass ständig weitere Boote auf die Gruppe zufahren.

Und auch, wenn es schwerfällt - manchmal ist die beste Entscheidung, einfach weiter zu segeln.


Delfine tauchen neben einem Segelschiff her - gefilmt mit einer Actioncam an einem langen Stab.

Verhaltenskodex im Überblick

  • Mindestens 100 m Abstand halten
  • Bei mehreren Booten: 200–300 m Abstand
  • Nicht verfolgen, einkreisen oder die Schule durchfahren
  • Kurs und Geschwindigkeit ruhig und konstant beibehalten
  • Bei unmittelbarer Nähe von Walen: Motor aus oder in den Leerlauf (sofern sicher für den Schiffsverkehr)
  • Tiere niemals anfassen oder füttern
  • Nicht zum Schwimmen oder Tauchen ins Wasser springen
  • Wenn die Tiere ausweichen: Respektieren und Abstand vergrößern

Lokale Vorschriften und Schutzgebietsregeln können strengere Vorgaben enthalten und haben immer Vorrang.

Denkt immer daran: Wir sind Gäste auf dem Meer. Für die Wale und Delfine ist es ihr Zuhause.

Laura Pape


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