Unsere „Weltbesegler“ sind nach rund 90.000 Meilen zurück in Deutschland und wir freuen uns sehr, dass ihr erster Weg sie gleich in die TO-Geschäftsstelle führte. Auf Gabi und Lutz Pestel passt der Begriff der Weltumsegler einfach nicht, denn sie haben sich mit insgesamt 17 Jahren nicht nur viel Zeit gelassen, sondern auch die dreifache Strecke im Vergleich zur „klassischen“ Weltumseglung auf der Barfußroute zurückgelegt.
Ihre Reise reichte von Alaska bis Neuseeland, von Vanuatu bis Kuba. Dazwischen lagen auch Länder wie Japan, Guam, Malaysia, Indonesien, Südafrika oder Brasilien, dazu besuchten sie unzählige Inseln im Pazifik. Im April 2024 kreuzten die beiden mit ihrer SuAn vor St.Lucia ihre Kurslinie. Projekt Weltumsegelung war damit abgeschlossen. Ein gutes halbes Jahr später wurden Gabi und Lutz für ihre ungewöhnliche Reise beim Festabend in Cuxhaven gefeiert und mit dem Trans-Ocean Preis ausgezeichnet. Zuletzt waren sie rund Irland und Schottland unterwegs, ehe sie von den Shetlands den Heimweg nach Cuxhaven antraten.

Die SuAn liegt nach ihrer Ankunft über den Top geflaggt in Cuxhaven
Als ihre Reise am 28. August 2009 in Kusadasi (Türkei) begann war eigentlich eine vier Jahre dauernde „klassische“ Weltumsegelung geplant. Doch 2012 in Australien angekommen, hinterfragten sie ihre eigenen Ziele und statt nach Hause weiterzusegeln lagerten sie ihre 13 m lange Reinke gut verpackt an Land und kehrten für zwei Jahre – um Geld zu verdienen – in ihre Berufe zurück. Doch dafür fehlte den beiden schnell etwas anderes. Also wurden die Sachen wieder gepackt und die Reise ab April 2014 an Bord der SuAn fortgesetzt.
Jetzt sind sie wieder zurück in ihrer Heimat und aktuell auf den Weg in Richtung Dänemark, wo sie einen Winterliegeplatz bekommen konnten. Im nächsten Jahr soll es erst einmal Richtung Norden gehen, Norwegen steht auf der Wunschliste der beiden ganz oben. Derzeit müssen sie sich in Deutschland noch etwas eingewöhnen und viel lernen, wie beide betonen: „Es gibt hier einfach so viele Regeln zu beachten. Wir mussten uns erst einmal in Themen wie zum Beispiel dem Motorkegel einlesen, das sind wir nicht gewohnt.“
Kirsten Kurze