Reisebericht

Geschlossene Häfen in Japan



Geschlossene Häfen in Japan

Verfasst von DNNWerk Support am 11. November 2017
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Mit ihrer Yacht SuAn segeln Gabriele und Lutz Pestel um die Welt – diesmal in Japan, von Okinawa bis Osaka.

Japan ist ein Land der Gegensätze und der Harmonie. Uns erstaunt, wie uralte Traditionen in einem der modernsten Länder der Erde weitergeführt und gepflegt werden. Für uns Segler ist es aber auch eines der anspruchsvolleren Segelreviere, sowohl wegen der enormen Bürokratie als auch wegen der immensen Verkehrsdichte, den teilweise starken Strömungen und Winden, der quasi permanenten Taifungefahr und nicht zuletzt wegen der Sprachbarriere..

Landfall in Okinawa

Die Überfahrt von Guam nach Okinawa dauert 11 Tage. Wegen der Windvorhersage entschließen wir uns, einen leicht südlichen Bogen zu segeln. Wir sind nur noch mit stark gereffter Fock unterwegs und wollen erst bei Tageslicht in Okinawa ankommen. Nachdem wir die Südspitze von Okinawa umrundet haben, nimmt Lutz über UKW-Funkkontakt mit der japanischen Küstenwache auf. Es gibt Verständigungsschwierigkeiten, doch dann weisen sie uns an, bei den Frachtern im Quarantänefeld zu ankern, was natürlich für uns auf Grund der Wassertiefe nicht funktioniert. Wir werden gebeten standby zu gehen. Unser Problem ist nur, dass wir nicht viel Zeit verlieren können. Der Wetterbericht sagt für heute 30 Knoten Wind und viel Regen voraus. Mit stark gereffter Fock segeln wir wartendnach Norden.

ReiseroutePünktlich zum Dienstbeginn um 8:30 Uhr bekommen wir die Erlaubnis in der Ginowan Marina einzuklarieren. Allerdings sollen wir dort nicht vor 10 Uhr ankommen. Die Ginowan Marina ist nicht einmal fünf Smvon uns entfernt. So bergen wir auch das letzte Tuch und driften mit der Gezeitenströmung langsam weiter nach Norden. Es ist der 27. Februar 2015. Pünktlich um 10 Uhr und gerade rechtzeitig vor dem einsetzenden Unwetter legen wir am Besucherdock der Ginowan Marina an. Kaum sind unsere Landleinen fest, kommen Beamte von Quarantäne, Hafenmeisterei und Zoll nacheinander an Bord und es werden jede Menge Formulare ausgefüllt. Interessanterweise waren es ausgerechnet die Beamten vom Zoll, die nicht die 50 Meter zum Schiff kommen wollten, sondern Lutz in das Gebäude der Marina zitiert haben. Nur von der Immigration kommt niemand. Um die Stempel in die Pässe zu bekommen, müssen wir in die Nachbarstadt Kadena fahren.

Geschlossene Häfen

In allen anderen bisher besuchten Ländern, mit der Ausnahme der Galapagos Inseln, durften wir uns nach dem Einklarieren völlig frei im Land bewegen. In Japan ist das anders. In Japan sind noch heute alle Häfen, die nicht als “offen“ deklariert sind, per Gesetz “Geschlossene Häfen“. Dieses Gesetz geht auf den Sakoku Erlass von 1635 zurück, mit dem sich Japan bis 1853 von der Welt abschottete. In dieser Zeit gab es nur einen einzigen “offenen Hafen“, die Insel Dejima in der Bucht von Nagasaki. Heute gibt es zwar wesentlich mehr “offene Häfen“, doch handelt es sich dabei fast ausschließlich um Handelshäfen, die für eine kleine Segelyacht wie SuAn denkbar ungeeignet sind. Auf der anderen Seite gibt es in Japan hunderte kleine Marinas oder Fischerhäfen. Diese sind aber in der Regel “Geschlossene Häfen“.

Das erste Dokument, das wir von der Küstenwache erhalten haben, war dementsprechend auch eine Belehrung über das Anlaufen von “Geschlossenen Häfen“ ohne Genehmigung. Als Strafen für das unerlaubte Anlaufen der “Geschlossenen Häfen“, zu denen auch die Marinas zählen, wird dort angeführt: Zwei Jahre Haft für den Schiffsführer und/oder 1,000,000.00 Yen Strafe (ca. 8700 Euro) und/oder Beschlagnahmung des Schiffs.
Gut zu wissen!

Eine Genehmigung kann man beim Ministerium für Transport beantragen Man muss in einem Antragsformular alle “Geschlossenen Häfen” aufführen die man besuchen möchte, inklusive des Zeitraums. Welche “Geschlossenen Häfen“ es überhaupt gibt, steht in einem vielbändigen Hafenhandbuch, das 40 Euro pro Band kostet - Wir benötigen für unser Fahrtgebiet sieben Bände. Bei einem Händler in Naha soll es die Bücher geben. Doch bei unserem Besuch waren sie nicht lieferbar. und wir hatten das Glück Patrik, einen in Okinawa lebenden Schweizer, kennenzulernen von dem wir die Hafenhandbücher ausleihen konnten.

Genehmigungen werden benötigt

Wir verbringen zwei Tage damit, die Bücher zu scannen. Da sie natürlich auf Japanisch sind, verbringen wir zwei weitere Tage damit die Koordinaten der Häfen in unsere Seekarte zu übertragen. Dort finden wir dann den Namen des Hafens auf Englisch. Diesen Namen übertragen wir dann in das Antragsformular.

Wir hatten erfahren, dass das Ministerium für Transport in Naha nur die Genehmigung bis einschließlich der Südwestküste von Kyushu erteilen kann, weshalb wir uns erst einmal auf diesen Bereich beschränken.80 “Geschlossene Häfen“. stehen auf unserer Liste. Wir wollen so flexibel wie nur möglich sein und auch kurzfristig entscheiden können, welchen Hafen wir wirklich anlaufen.

Im Ministerium geht ein Beamter jeden einzelnen durch und füllt dabeidas vorgeschriebene Antragsformular aus. Es hat nicht ausgereicht, den jeweiligen Ort anzugeben. Da es manchmal auch zwei Häfen gibt, muss man sie also exakt spezifizieren. Drei Stunden später ist unser Antragsformular schließlich (neu) erstellt. Wir werden gebeten in drei Tagen die Genehmigung abzuholen.

Okinawa

Okinawa liegt etwa 640 km südlich der Hauptinseln Japans und ist wegen des subtropischen Klimas beliebtestes Urlauberziel der Japaner. Von dem subtropischen Klima spüren wir allerdings nichts. Neben den Vorbereitungen für unsere Weiterreise besuchen wir Okinawas Hauptstadt Naha. Sie hat etwa 300.000 Einwohner.

Hier treffen sich bei diesem trüben Wetter die japanischen Touristen vor allem im Makishi Markt und auf der Einkaufsstraße Kukusaidori. Bunt ist es überall, vor allem die allgegenwärtige Reklame. Von hier aus nehmen wir die moderne Monorail Bahn, die sich über die meist zwei- bis dreistöckigen Wohnhäuser der Stadt schlängelt. Wir besuchen das Museum und sind begeistert. Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans und besteht aus 160 Inseln, wovon nur 48 bewohnt sind. Die gesamte südliche Inselkette gehörte bis zum frühen 19. Jahrhundert zum Ryukyu Königreich und es bestanden schon damals enge Handelsbeziehungen zu China. Zwischen 1945 und 1972 war Okinawa in US-amerikanischer Hand. Noch heute liegt hier die westlichste US-Militärbasis im Pazifik.

Die Bevölkerung auf Okinawa hält den Weltrekord der ältesten Menschen. Auf 100.000 Einwohner kommen hier etwa 34 Menschen, die älter als 100 Jahre sind!

Vorstagbruch

Uns drängt es nach Norden.
VorstagsbruchWir verlassen die Ginowan Marina mit der Insel Ie Shima als Ziel. Die Welt ist in Ordnung, mit leichter Brise laufen wir hoch am Wind. Nach gerade einmal acht Meilen gibt es einen Knall und die Genua fällt in Lee ins Wasser. Uns gelingt es, das Segel und die Profile der Rollreffeinrichtung Stück für Stück aus dem Wasser zu ziehen und außenbords an den Rumpf zu binden. Wir müssen umdrehen. Zum Glück haben wir zwei Vorstage, sonst hätten wir den ganzen Mast verloren.

Die Reparatur dauert einen ganzen Monat. Die meiste Zeit davon warten wir allerdings auf die Ersatzteile, die wir in den USA bestellt haben.

Erst am zweiten April können wir Okinawa wieder verlassen und entlang der Ryukyu Inseln nach Norden segeln. In dem kleinen Fischerort Daikuma an der Nordseite von Amami Shima legen wir einen kleinen Stopp ein, bevor wir unsere Reise zur Insel Yakushima fortsetzen.

Märcheninsel

Die Süddeutsche Zeitung nennt sie die Märcheninsel. Yakushima liegt gut 50 sm südlich der japanischen Hauptinsel Kyushu und ist fast kreisrund und hat ganze 30 Gipfel, die die 1000 Meter Marke übersteigen. Die Insel ist sehr regenreich und präsentiert sich in üppigem Grün. Ihr seltener Sicheltannenwald (Zedern) wurde bereits 1993 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Uralte ZederWir fahren mit dem Bus hinauf in ein etwa 800 Meter hoch gelegenes Gebiet, den “Shiratani Unsuikyo Wald“. Der Märchenwald zieht uns bald in seinen Bann. Am Wegesrand sehen wir mystisch verwachsene uralte Bäume. Bald stehen wir ehrfürchtig vor einem ganz verknöcherten. Es ist die großartige 3000 Jahre alte Zeder, namens Yayoi Sugi.

Koshiki Shima

Nach ungefähr 18 Stunden anstrengenden Segelns mit bis zu 25 Knoten Wind sind wir in Sato, auf der Insel Koshiki angekommen. Während der Nacht mussten wir eine vielbefahrene Schiffahrtsroute kreuzen und befanden uns immer wieder mit Frachtern und Tankern auf Kollisionskurs.

Im kleinen Örtchen Sato treffen wir in der Touristeninformation die Schauspielerin Misaki und die Filmdirektorin Takako. Gemeinsam bummeln wir durch die Gassen und kommen zum Yamashita Tofu Laden. Kenta, der junge Besitzer, serviert uns den besten Tofu, den wir je gegessen haben.

Nagasaki

Morgens um vier lösen wir die Festmacher. Wir wollen den Westwind nutzen, um nach Nagasaki zu segeln. Mit drei Reffs im Großsegel und kleiner Fock segeln wir hoch am Wind bei Windstärke 4 bis 5. Später setzt Regen ein. Der Wind geht schlafen, die Wellen aber nicht. Dann plötzlich stürmt es mit Windstärke 8 bis 9 und der Regen peitscht auf uns herab. Kurz danach scheint zur Abwechslung mal die Sonne und wir reffen wieder aus. Doch schon wird der Himmel hinter uns wieder schwarz. Diesmal regnet und stürmt es nicht nur, sondern kirschgroße Hagelkörner prasseln aufs Deck..

NagasakiUnser Ziel ist die Dejima Marina, die sich fast in der Stadtmitte von Nagasaki befindet. Dejima war früher einmal eine Insel. Sie wurde 1663 künstlich errichtet. Um auf Geheiß des Edo Shogunates die weitere Verbreitung des Christentums durch die Portugiesen zu stoppen, wurden diese auf Dejima interniert. Als 1639 im Zuge der nationalen Isolation Japans den portugiesischen Schiffen untersagt wurde, Japan anzulaufen, war Dejima für einige Zeit unbewohnt.

1641 eröffnete die holländische East India Comany einen Handelsstützpunkt auf Dejima. Dieser spielte bis zum Ende der japanischen Isolation 1859 eine bedeutende Rolle für die Modernisierung Japans. Umfangreiche Landgewinnung hat dazu geführt, dass die Insel Dejima inzwischen zu einem Stadtteil von Nagasaki geworden ist.

Auf unserer Reise kommen wir immer wieder zu Orten, die im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle gespielt haben. Nagasaki steht, gemeinsam mit Hiroshima, für die kaum noch zu überbietende Grausamkeit des Krieges. Um den tausenden Opfern zu gedenken und uns über die Ereignisse am Ende des Zweiten Weltkrieges zu informieren, besuchen wir den Friedenspark und das Atombombenmuseum.

Man sagt die Aussicht von Berg Inasa wäre eine der schönsten, die Japan zu bieten hat. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Über eine Stunde dauert der Aufstieg,d ann stehen wir auf der Aussichtsplattform hoch über der Stadt, zu unseren Füßen die Bucht von Nagasaki, das Meer, die Inseln und Nagasaki Wir genießen den wundervollen Ausblick und sind uns sicher, dass es schwierig wird, dieses Panorama noch zu übertreffen.

Hirado

Unser nächstes Ziel, die geschichtsträchtige Hafenstadt Hirado auf der gleichnamigen Insel, liegt etwa 50 sm nördlich von Nagasaki in der Straße von Hirado, die die Insel von Kyushu der westlichsten der vier japanischen Hauptinseln trennt.

Da man dort unbedingt die starke Strömung beachten muss, haben wir unsere Fahrt so geplant, dass wir dort bei Stillwasser durchfahren. Schließlich erreichen wir den kleinen Hafen von Hirado und machen an einem Schwimmsteg im hinteren Teil fest.

Tempel und KircheHirado war einst Japans Tor zur Welt denn vor vierhundert Jahren wurde die damals kleine Stadt am westlichen Ende von Kyushu zu Japans erstem internationalen Handelshafen. Zu einer Zeit, als Ausländer in Japan kaum akzeptiert waren, gediehen in Hirado europäische und japanische Kulturen nebeneinander.

Im Laufe der Sengoku- und frühen Edo-Zeit verstärkte sich Hirados Rolle als Übersee-Handelsplatz. 1550 kamen die Portugiesen und die Holländer errichteten 1609 ein Handelszentrum.

Nach dem Beginn der nationalen Isolation von Japan wurden die holländischen Händler 1641 gezwungen, ihren Stützpunkt auf die künstliche Insel Dejima nach Nagasaki zu verlagern. Nur China und Holland war es in dieser Zeit erlaubt, mit Japan Handel zu treiben.

Iki Shima

Auf dem Weg nach Fukuoka legen wir an der wunderschönen, kleinen Insel Iki Shima in der Marina von Gonoura an.

Phallus-SchreinAuf unseren Reisen durch Japan haben wir bisher schon eine ganze Reihe von Shinto Schreinen und buddhistischen Tempeln gesehen. Doch was wir hier finden, überrascht uns dann doch etwas. Das erste, was wir sehen, ist ein riesiger Penis. Er befindet sich vor einem kleinen Schrein in Gonoura. Penisse in allen Größen und aus verschiedenen Materialien sowie Bilder aus dem japanischen Kamasutra schmücken das Innere des Tempels.

Leider finden wir zu diesem Tempel keine Erklärung auf English, allerdings klärt uns Wikipedia etwas über “Riesenpenisse“ in Japan auf. Vor 1500 Jahren etwa begann man hier im Frühling für Fruchtbarkeit und reiche Ernten zu beten. Daraus ist dann das Honen-Sai Matsuri- oder Kanamara Matsuri-Festival hervorgegangen, das im Frühling in verschiedenen Orten gefeiert wird, weshalb man auch in ganz Japan Schreine wie zum Beispiel den Tagata-Schrein oder den Kanayama-Schrein in Kawasaki findet, die den Fruchtbarkeitsgott in Form eines Riesenpenis beherbergen.

Fukuoka

Skyline von FukuokaVor uns liegt Fukuoka, die größte und wichtigste Stadt Kyushus mit 1,3 Millionen Einwohnern. SuAn macht in der Odo Marina am Steg fest. In Fukuoka heißt es wieder Behördenmarathon: Wir müssen weitere “Closed Ports“ beantragen und unsere Aufenthaltsgenehmigung verlängern. Mit einer vierseitigen Liste und 170 Häfen, die wir möglicherweise anlaufen wollen, besuchen wir das Ministerium für Transport und Marine, das die Liste wieder nur für seinen Zuständigkeitsbereich bearbeiten kann. Rund 50 Häfen werden genehmigt. Die anderen müssen über Tokyo beantragt werden. Die netten Bearbeiter senden den Antrag für uns weiter nach Tokyo. Zumindest dürfen wir jetzt offiziell die beantragten Häfen des westlichen Teils der Inlandsee besuchen.

Zu Fuß, damit wir auch noch etwas von der Stadt sehen, geht’s nun noch durch Fukuoka, erst zum Hafen, dann zum Flugplatz, wo wir die zuständige Behörde für Visaangelegenheiten finden. Nach zwei Stunden Formulararbeit, Wartezeit und wiederholten Erklärungen, warum wir kein Flugticket nach Hause haben, bekommen wir dann endlich unsere Aufenthaltsgenehmigung auf ein halbes Jahr verlängert.

Auf unserem Fußmarsch durch das Stadtzentrum Fukuokas kommen wir an einigen interessanten Tempeln und Schreinen vorbei. Im Stadtteil Hakata steht der Kushida Schrein dessen Alter bis in das Jahr 757 zurückverfolgt werden kann. Er ist bekannt für das Hakata Gion Yamakasa Matsuri Festival, das jährlich Anfang Juli stattfindet.

Einer Legende nach hat sich ein buddhistischer Priester im 13. Jahrhundert durch die Stadt tragen lassen und Weihwasser über die Opfer einer Pestepedimie gesprenkelt. Heute werden keine Priester mehr durch die Stadt getragen, sondern riesige Yamakasa Schreine (mehrere Meter hohe Türme mit bunten Figuren).

Straße von Kammon

Diese schmale Durchfahrt trennt nicht nur die japanischen Inseln Honshu und Kyushu voneinander, sondern ist auch eine der weltweit am meisten befahrenen Wasserstraßen. Um in die japanische Seto-Indlandsee zu gelangen, müssen wir diese Durchfahrt passieren. Das ist nicht ohne, denn der Schiffsverkehr ist enorm.

Strasse von KammonWir halten uns außerhalb des Fahrwassers, um den dicken Pötten aus dem Weg zu gehen. Wir dürfen nicht trödeln, denn wir sollten die engste Stelle, die unter der Kammon Brücke liegt, unbedingt bei Stillwasser passieren. In dem Kanal wird der Gezeitenstrom bis zu 6,5 Knoten schnell. Wir passieren die Stelle unter der Brücke kurz nach Stillwasser und haben schon eine mitlaufende Strömung von drei Knoten, die uns mit acht Knoten aus der Kammon Straße wieder heraus in die Seto-Inlandsee spült.

Dann ist es nicht mehr weit bis zu unserem nächsten Zwischenstopp in dem kleinen Ort Onada, unser erster Hafen auf der Insel Honshu. Kaum haben wir den kleinen Fischereihafen von Onoda wieder verlassen befinden wir uns wieder inmitten der höchsten Schiffsverkehrsdichte, die wir je erlebt haben. Das AIS erfasst 151 verschiedene Schiffe in unserer unmittelbaren Nähe. Dazu kommen noch jede Menge Boote, die nicht mit AIS ausgerüstet sind.

Hime Shima

Hime Shima liegt im Südwesten der Seto Inlandsee. Am Nachmittag legen wir im Süden der kleinen Insel Hime Shima an einer Kaimauer an. Wir nutzen die verbleibende Zeit durch den verschlafen wirkenden Ort zu bummeln. Die Menschen hier leben von dem Gemüseanbau in ihren Gärten, dem Fischen und einer Garnelenfarm im Norden der Insel. Wir finden weder einGeschäft noch ein Restaurant oder eine Kneipe.

Miyashima - Das berühmte Tor im Wasser

Nachdem Yanmar-San eine Ganztagesaufgabe klaglos erfüllt und uns in den verganenen 12 Stunden, über eine Distanz von 63 Smzur Insel der Götter geschoben hat, legen wir im letzten Licht des Tages an einem Schwimmdock an. Wir sind in Miyashima (deutsch: Schrein-Insel) angekommen. Die Insel, die auch Itsukushima genannt wird, gilt als eine der drei schönsten Landschaften Japans.

Miyashima Tor im WasserObwohl es schon dunkel ist, sind wir kurze Zeit später mit Kamera und Stativ unterwegs zu einem der am meisten fotografierten Schreine Japans, dem Isukushima Shinto Schrein. Vor dem Schrein befindet sich das berühmte Torii (Schreintor) im Wasser.1996 wurden der Schrein und das Torii Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Der eigentliche Name des Schreins, Itsukushima, bedeutet wörtlich Tabu-Insel, ein Hinweis auf die besondere Heiligkeit dieses Ortes. In alter Zeit soll es hier ein absolutes Bauverbot gegeben haben. Daher konnte die Schreinanlage – oder besser die Bühne, auf der die rituellen Tänze für die Gottheiten stattfanden – auch nicht auf der Insel selbst stehen, sondern wurde auf Pfählen im Wasser errichtet. Anscheinend änderte sich diese Bestimmung jedoch, als der Schrein überregionale Bedeutung erlangte. Jedenfalls gab es wohl schon in der Kamakura-Zeit (1185 – 1333) einige Nebengebäude auf der Insel, aus denen in der Edo-Zeit eine kleine Stadt wurde.

Wir steigen auf den 535 Meter hohen Mt. Misen. In den Tälern unter uns ziehen Regenwolken dahin und dazwischen taucht immer wieder die zauberhafte bergige Landschaft auf. Nur wenige Meter unterhalb des Gipfels befindet sich die Reika-do Eternal Fire Hall. Im Jahre 806 hat hier der Mönch Kobo Daishi während einer 100-tägigen Meditation ein Feuer angezündet, das seither ununterbrochen brennt. Dieses Feuer wurde nach Hiroshima in den Peace Memoria Park getragen, um dort zum Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfes das Friedensfeuer anzuzünden.

Hiroshima

Von Miyashima in die Kanon Marina von Hiroshima ist es nur ein Katzensprung von ungefähr fünf Seemeilen. Wir verlieren nicht viel Zeit und machen uns auf den Weg in das Stadtzentrum. “There's a shadow of a man at Hiroshima…” – so beginnt der bekannte Song der Gruppe Wishful Thinking, der den Atombombenabwurf thematisiert und an den wir immer wieder denken müssen, als wir durch den Friedenspark zum Friedensdenkmal gehen und dort der rund 100.000 Opfer des ersten Atombombenabwurfs gedenken.

Blumen-Festival in HiroshimaAm nächsten Tag passiert wieder einer dieser wunderbaren Zufälle und wir geraten mitten in das Hiroshima Blumen Festival. Wir radeln in die Innenstadt und sind plötzlich mitten in diesem gigantischen Volksfest mit einer beeindruckenden Kinsai-Yosakoi Parade mit farbenprächtigen Tanzgruppen.. Der Yasakoi-Tanz ist eine mitreißende Kombination aus traditionellem japanischem Tanz und moderner Musik. Das Festival ist eines der größten Events in Hiroshima und lockt jedes Jahr vom 3. bis 5. Mai mehr als eine Millionen Zuschauer an.

Die “Closed Port“-Genehmigungen sind noch nicht fertig und wir müssen warten. Zeit also, um die Unterwanten auszutauschen. Das Ersatz­material führen wir schon seit Okinawa mit. Später verspricht man uns, die Genehmigung für die Häfen in der östlichen Seto-Inlandsee, per E-Mail zu schicken.

Mitarai

Die aktuelle Erlaubnis enthält noch den Hafen Mitarai, der etwas östlich von Hiroshima liegt. So machen wir uns auf den Weg und motoren die 36 sm durch eine wunderbare Inselwelt.

MitaraiMitarai ist ein hübscher Ort mit einer interessanten Vergangenheit. Im Labyrinth der engen Gassen, können wir uns leicht vorstellen, dass dieser heute etwas verschlafene Ort früher als quirliger, geschäftstüchtiger Hafen eine wichtige Rolle gespielt hat. Er war der ideale Zwischenstopp für Schiffe nach und von Edo auf deren Weg durch die Inlandssee. Die Schiffe konnten in der geschützten Bucht ankern und auf passenden Wind und Gezeitenströmung warten.

Der Ort wuchs im 17 Jahrhundert durch die Seefahrt sehr schnell. Den mehr fleischlichen Bedürfnissen widmeten sich die Freudenmädchen, die Orian genannt wurden. Das Teehaus diente als zentrale Anlaufstelle und das Größte, das Wakaebisu-ya, steht noch heute.

Taifun-Warnung

Bisher hatten wir in der Seto-Inlandsee wenig Wind. Nun gibt es gleich zwei: In der Nacht vom 11. Mai zum 12. Mai soll es Wind bis zu 40 Knoten geben, und am Folgetag ein Taifun der Kategorie 1 mit über 50 Knoten gefährlich nahe kommen. Taifun Noul bewegt sich vom Süden her an der Ostküste Japans nach Norden. Der nächste gut geschützte Hafen ist Miyaura auf der Insel Omi Shima. Hier gehen wir in Deckung, vertauen SuAn mit doppelten Festmacherleinen an einem soliden Schwimmdock und warten auf die Stürme.

Der kleine Hafen von Miyaura bietet mit seinen hohen Bergen einen hervorragenden Schutz. Es regnet in Strömen. Von starken Winden und dem im Abstand von gerademal 120 sm vorbeiziehenden Wirbelsturm haben wir kaum etwas gemerkt.

Doch die Wetterkarte zeigt schon wieder einen neuen Taifun, deutlich größer und stärker als Noul. Bisher kann seine Zugrichtung noch nicht eindeutig voraus gesagt werden. Mit etwas Glück geht er östlich von Japan nach Norden.

Seto Naikai – Seto Inlandsee

Der Taifun ist vorbeigezogen. Wir nutzen den restlichen Wind, um unter Segeln unsere Reise nach Osten fortzusetzen.

Die Seto Inlandsee wird von den Hauptinseln Kyushu im Westen, Honshu im Norden und Shikoku im Südosten begrenzt und erstreckt sich über eine Wasserfläche von etwa 20.000 Quadratkilometern.

Seto-Indladsee BrueckenEtwa 3000 kleinere und größere Inseln erheben sich mit bis zu 500 Meter hohen Bergen aus dem Meer, das maximal 105 Meter tief ist. Diese Inseln sind zum Teil mit riesigen Brücken und mit kleineren oder größeren Fähren mit den Hauptinseln Japans verbunden.. Der Wasserstand schwankt um bis zu 3 Meter. Gezeitenströmungen können an den zum Teil engen Durchfahrten zwischen den Inseln Geschwindigkeiten von bis zu 9 Knoten erreichen.

Unzählige Frachter, Fähren und Tausende von Fischerbooten befahren dieses Meer. Entlang der meist felsigen Küstenlinie erstrecken sich Hunderte von Fischfarmen, Austernfarmen, Algenfarmen und Reusen. Navigatorisch heißt das für uns, ständig auf der Hut zu sein und unsere Tagesetappen sorgfältig mit den Gezeitenströmungen zu planen.

Küstenwache stoppt SuAn

Eigentlich fing der Tag ganz normal an. Gegen fünf Uhr morgens verlassen wir den “Open Port“ Takamatsu, den wir uns für eine Nacht ausgewählt hatten. Ohne Wind motoren wir die 52 sm nach Himeji. Himeji gehört ebenfalls zu den “Open Ports“. Da Himeji einen riesigen Hafen hat und wir nicht wissen, wo wir festmachen können, funken wir die Küstenwache an. Nach etwa einer Stunde hat der Diensthabende unsere Frage verstanden. Seine Antwort: Wir dürfen nicht in den Hafen einlaufen. Ja, es ist zwar ein offener Hafen aber nein, wir dürfen dennoch nicht einlaufen. Lutz fragt nach der Marina Kiba ganz in der Nähe. Doch obwohl sie zu Himeji gehört hat sie den Status eines geschlossenen Ports. Hierfür fehlt uns die Genehmigung. Zwar haben wir den Antrag gestellt, aber wir wissen nicht, wann wir das OK bekommen. Wir sollen nach Osaka fahren, doch wir versuchen zu erklären, dass es viel zu gefährlich ist, nachts durch die vielen unbeleuchteten Fischernetze zu fahren und wir es deshalb nicht tun werden.

Doch als wir unseren Kurs auf einen der Fischereihäfen in der Nähe absetzen, fordert uns die Küstenwache auf, sofort zu stoppen und auf den Kreuzer der Küstenwache zu warten. Vier Beamte der Küstenwache kommen später zu uns an Bord. Sie sind extrem höflich und kontrollieren zuerst unsere Papiere. Es geht vor allem um die “Closed Ports“-Genehmigungen. Wir zeigen, was wir haben und auch die Kopie des Antrags, den wir mehr als 15 Tage zuvor gestellt hatten. Wir erklären, dass wir nicht ewig auf die Erteilung der Genehmigung warten können und deshalb offene Häfen anlaufen. Langsam beginnen sie unsere Situation zu verstehen. Über eine Stunde lang telefoniert ein Beamter mit den verschiedensten Stellen, um eine Möglichkeit zu finden, dass wir im offenen Teil des Hafens liegen können.

Der Hafenkapitän bleibt bei seinem Nein. Schließlich hat er die Idee, dass wir einen Notfall erklären und vor der Marina ankern könnten. Wir sind einverstanden. Es gibt aber eine weitere Hürde: Wir sind verpflichtet, uns sowohl bei der Küstenwache als auch beim Zoll schriftlich mit dem vorgeschriebenen Formular anzumelden. Wie soll das denn gehen? Dafür hat der Beamte von der Küstenwache schließlich eine überraschende Lösung: Der riesigen Kreuzer der Küstenwache fährt zurück in den Hafen, holt die entsprechenden Formulare vom Zoll und kommt eine Stunde später zurück. Und wirklich, es ist bereits dunkel, SuAn ankert vor der Marina, da kommt der dicke Kreuzer angebraust. Der Beamte kommt wieder zu uns an Bord und bringt die sogar schon komplett ausgefüllten Formulare mit. Wir müssen nur noch unterschreiben.

Osaka

Die Weiterreise nach Osaka gestaltet am Tageunspektakulär. Später liegt SuAn in der etwas heruntergekommenen Dejima (Sakai) Marina. Osaka ist mit 2,6 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt Japans. Mit der S-Bahn geht es noch in die Stadt und wir stürzen uns in das quirlige Nachtleben im dafür bekannten Dotonbori-Distrikt. Das ist Japan-Großstadt-Atmosphäre, wie wir sie uns vorgestellt haben. Trotzdem staunen wir nicht schlecht.

Grelle Leuchtreklame in allen Farben und Größen, Japaner und Touristen aus allen Teilen der Welt schieben sich im dichten Gedränge durch die für den Verkehr gesperrten Straßen. Es gibt unendlich viele Restaurants und Imbissstände. In den Nebenstraßen leuchten die dezenten Laternen der gemütlichen kleinen Izakayas (japanischen Kneipen). Partyfans finden sich langsam in einem der vielen Nachtclubs in der Souemon-Cho-Dori gleich um die Ecke ein. Am nächsten Tag erkunden wir die Metropole erneut. Zugfahren haben wir schon geübt und es klappt recht gut. Als erstes besuchen wir den Fischmarkt, eine Mischung aus Verarbeitung und Großhandel in einer riesigen Halle. Die Küche der Welt, wie man Osaka nennt, benötigt ständig Nachschub. Von da aus besuchen wir das Umeda Sky Building, eines der Wahrzeichen von Osaka. Auf einer Höhe von 173 Metern haben wir vom Sky Walk ein herrlichen Rundumblick über die Stadt.

Die Burg Himeji

Burg HimejiDie Burg Himeji gilt als die schönste und am meisten besuchte Burg Japans und gehört seit 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wenn man uns schon nicht erlaubt hat, im Hafen von Himeji an Land zu gehen, dann reisen wir eben mit dem Zug an, um dieses faszinierende Bauwerk zu sehen. Von unserer Marina in Osaka sind es etwa zwei Stunden Bahnfahrt, kein Problem mit dem Kansai Verbund-Pass für alle U-Bahn-Linien, Busse und einige Zuglinien.

Imposante konkave Festungsmauern umgeben die weiße grazile Himeji-Burg. Würdig und elegant erhebt sie sich mit ihren beeindruckenden geschwungenen Dachformen über die Stadt. Nicht umsonst trägt sie den Beinamen Shirasagi-jo - Burg des weißen Reihers. Wir fühlen uns sofort in die Zeit der Shogune und Samurai zurückversetzt.

Kyoto

Der Wecker holt uns um fünf Uhr aus den Kojen. Für die 40 Kilometer von Osaka zur alten Kaiserstadt Kyoto benötigen wir über zwei Stunden. Die Stadt mit ihren rund 1,4 Millionen Einwohnern war über Tausend Jahre die Hauptstadt und der Kaisersitz von Japan, ehe sie 1867 von Edo, dem heutigen Tokyo, abgelöst wurde. Kyoto war damals das kulturelle Zentrum des Landes.

Goldener Pavillion in KyotoDie historische Bedeutung von Kyoto kann man auch daran erkennen, dass es hier gleich 14 (17 einschließlich Umgebung) Weltkulturerbe gibt. Wir müssen uns an diesem sonnigen Tag auf nur ein paar wenige der vielen Sehenswürdigkeiten beschränken. Zuerst wandern wir durch den bekannten Bambuswald im Nordwesten von Kyoto. Von da ist der berühmte Ryōan-ji (Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen), ein 1499 gegründeter Zen-Tempel, nicht mehr weit. Danach führt uns unser Weg zum Kinkaku-ji, auch Goldener Pavillon genannt, dessen obere Stockwerke komplett mit Blattgold überzogen sind. Auf dem Weg dahin besichtigen wir den Ninna-ji, einen großen buddhistischen Tempelkomplex, der auch der Sitz der Omuro-Schule des Ikebana ist.

Mit dem Bus geht es zum alten Kaiserpalast, von dem wir allerdings nicht viel mehr als seine langen Mauern sehen. Schließlich gelangen wir in den Stadtteil Gion, einen der größten, bekanntesten und vornehmsten Zentren der japanischen Geisha-Kultur. Hier steht auch der aus dem Jahre 656 stammende Yasaka-Schrein.

Gegen Abend bummeln wir noch etwas durch die schmalen Gassen von Gion bis wir schließlich wieder in den Zug steigen, um die „Heimfahrt“ anzutreten, zurück zu SuAn.

Reisehinweise

Formalitäten

Die Formalitäten in Japan, nicht nur bei der Einreise, könnten als extrem aufwendig bezeichnet werden. Noonsite (http://www.noonsite.com/Countries/Japan?rc=Formalities) ist sicher ein guter Startpunkt für die Einarbeitung. Grob zusammengefasst sind folgende Vorschriften zu beachten:

  • Mindestens 24 Stunden vor der Ankunft in Japan muss die japanische Küstenwache per Fax oder Telefon informiert werden.
  • In Japan gibt es „offene“ und „geschlossene“ Häfen. Die überwiegende Anzahl von für Yachten geeigneten Häfen sind „geschlossene“ Häfen.
  • Bevor eine ausländische Yacht einen „geschlossenen“ Hafen anlaufen darf muss dies vorher schriftlich beantragt und genehmigt werden.
  • In jedem Hafen muss sich eine ausländische Yacht beim Zoll und der Küstenwache an und wieder abmelden.
  • Ankern ist praktisch nicht erlaubt.

EU-Bürger benötigen kein Visum vor der Einreise und bekommen zunächst eine Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage. In dieser Zeit kann eine Verlängerung auf maximal 6 Monate beantragt werden.

Gebühren für Ein- und Ausklarierung

In Japan entstehen keine Kosten für das Ein- oder Ausklarieren.

Nautische Information

Seekarten

Auf SuAn wird hauptsächlich mit OpenCPN und C-Maps (Version 2010) und Google Earth Overlays navigiert. Im Cockpit befindet sich ein weiterer GARMIN-Kartenplotter mit GARMIN BlueCharts, diese sind in Japan weniger detaillierter als die C-Maps. Beide Kartensysteme haben keinen erkennbaren Versatz.

Hafenhandbücher

Es ist sehr empfehlenswert, bereits in Vorbereitung eines Japanbesuches die entsprechenden „Small Port Guides“ (spezielle Hafenhandbücher für kleinere Schiffe) zu beschaffen. Sie können hier online hier gekauft werden.

Diese Handbücher, obwohl nur in japanischer Sprache erhältlich, sind aus zwei Gründen unentbehrlich:

  1. Die vielen kleinen (geschlossenen) Häfen (Fischereihäfen und Marinas) sind üblicherweise nicht in OpenCPN oder Garmin BlueCharts abgebildet.
  2. Die „Small Port Guides“ sind ein beinahe unentbehrliches Hilfsmittel, um die Erlaubnis zu beantragen, sogenannte „Closed Ports“ zu besuchen. Fast alle Häfen in Japan, die für Yachten geeignet sind, fallen in diese Kategorie (siehe Formalitäten).

Gezeiten

Zur Bestimmung der Gezeiten kann der online verfügbare japanische Tidenkalender verwendet werden. Sehr hilfreich ist auch die online verfügbare Tidenstrom-Vorhersage auf dieser Webseite.

Für die Bestimmung der Gezeiten verwenden wir ebenfalls das Programm „TotalTide“ vom Britischen Hydrographischen Institut. Dieses Programm gibt zusätzlich Hinweise über Strömungen in bestimmten Gebieten.

Nautische Reiseführer

Für Japan haben wir keinen gedruckten nautischen Reiseführer an Bord. Stattdessen haben wir in Vorbereitung der Reise jede Menge online verfügbare Reiseberichte von anderen Yachten gesammelt.

Wetter

Die japanischen Inseln erstrecken sich über ungefähr 1300 Smin einem langen Bogen von Süd nach Nord. Daher gibt es in Japan mehrere Klimazonen: Während Okinawa im Süden in den Subtropen liegt, befindet sich die nördliche Insel Hokkaido in der kalt-gemäßigten Klimazone mit kalten Wintern und viel Schnee.

Der Wind wird sehr stark vom asiatischen Kontinent beeinflusst – im Winter weht der Wind vorrangig vom asiatischen Kontinent zum Meer und im Sommer vom Meer zum Kontinent. In den Monaten Juni und Juli gibt es die Regenzeit, wo vor allem im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages fällt.

Die Taifun-Saison beginnt im Frühsommer. Die meisten Taifune erreichen Japan im September, sie können aber das ganze Jahr über auftreten.

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