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Erst Abi und jetzt um die Welt


 

Erst Abi und jetzt um die Welt

Verfasst von Kirsten Panzer am 6. November
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Vier Jungs aus dem  bayerischen Oberland wollen unter Segeln die Welt entdecken. Sie wollen es nicht nur, nein sie machen es! Vor rund sechs Wochen sind sie in Fehmarn gestartet zu ihrem großen Toern EINMAL UM DIE GANZE WELT!

Während es inzwischen einen Großteil der Abiturienten nach der Schule meist mit Unterstützung der Eltern und Großeltern nach Down Under zieht, Australien  oder Neuseeland die großen Ziele sind, wollen Michi, Vincent, Tim und Tom gleich die ganze Welt kennenlernen. Ein Schiff haben sie, Tims älterer Bruder, ein begnadeter Kitesurfer, hat es ihnen zur Verfügung gestellt, 14 Meter lang, 4 Meter breit, 1,90 Meter tief, zwei Masten, Stahl. Doch noch ist es nicht für die Langfahrt bereit. Eine Pantry muss rein, ein Schott raus, Umbauten stehen an, die Ketsch muss seetauglich für den langen Törn über die Ozeane werden. Zwei arbeiten am Schiff, zwei verdienen Geld in der Heimat. Zwischendurch heißt es auch wieder pauken, es wird für den Sportbootführerschein See gelernt, die ersten Meilen werden auf der Ostsee gesegelt. Die Jungs sind Greenhorns, was die Seefahrt angeht. Es ist Juni, Ende September wird es losgehen. 

Die Eltern sind anfangs besorgt und suchen sich Rat bei einem erfahrenen Segler. Traut er ihren Söhnen ein solches Projekt zu? Rät er ab? Trans-Ocean kommt ins Spiel. Ein Freund empfiehlt unseren Stützpunktleiter in München,  Wolfgang Quix. Er trifft sich mit den Eltern und den Jungs, hört sich an, was sie vorhaben, lässt sich die Pläne schildern, gibt Ratschläge und kann dabei nicht ganz verbergen, wie sympathisch ihm die Jungs sind. Es seien keine Träumer, beschreibt er sie, sie wüssten ganz genau, was sie wollen und eigentlich im Großen und Ganzen auch, was sie tun. 

Schon während ihrer Schulzeit haben sie in den Ferien zusammen größere Reisen unternommen - durch den skandinavischen Regen mit dem Fahrrad zum Nordkap, mit Kajaks waren sie auf spanischen Flüssen unterwegs, nicht immer nur auf, gerne auch mal im Wasser. 

Die Route für ihren Törn haben sie schon festgelegt, es soll die Barfußroute sein, keine unnötigen Experimente. Mit seinem Vorschlag, den Reisebeginn auf den Frühsommer im nächsten Jahr zu verlegen, hat Wolfgang Quix allerdings nicht punkten können. Die Jungs wollten los, jetzt und sofort.- An Fachliteratur wird verschlungen, was ihnen in die Finger kommt, die Bord-Bibliothek ist voll davon.

Zur Eingewöhnung haben sie für den ersten Schlag auf der Nordsee einen erfahrenen Skipper an Bord – noch ein bisschen Nachhilfe gibt es oder besser Finetuning und außerdem beruhigt das die Gemüter der Daheimgebliebenen. Zu dritt starten sie: Tim Hund, Tom Schwarz und Michi Bischof, inzwischen 20, 19 und noch einmal 19 Jahre alt.   Der ursprünglich fünfte Freund ist zuhause geblieben, hat eine kleine Firma gegründet und  sich nicht von seiner Freundin losreißen können. Vincent Goymann, der Vierte im Bunde und mit 18 Jahren der Jüngste an Bord, wird erst in Brest zusteigen.  

Die Nordsee begrüßt die Eira unter dem Stander von TO und ihre kleine Crew mit Starkwind, wegen Ölpest im Tank muss Norderney angelaufen werden. Ab Den Helder sind sie ohne den angeheuerten Skipper unterwegs. In den folgenden Tagen und Wochen passieren sie den Kanal. Mit Nachtankünften in unbekannten Tidenhäfen und einer umsichtigen Navigation beweisen sie: „Wir können es“. Nach einem eher ungeplanten Zwischenstopp in England bewältigen die vier Bayern die Biskaya bei günstigen Wetterverhältnissen problemlos. La Coruña, Muros und Bayonna sind weitere Häfen auf dem Weg nach Süden. 

Zurzeit warten sie auf das richtige Wetter und vor allem eine ruhigere See in Figueira da Foz an der portugiesischen Küste, bevor es weiter in Richtung Kanaren geht. Ein bisschen werden sie sich nun beeilen, vor allem nachdem Wolfgang Quix ihnen noch einmal per Telefon die „Ohren langgezogen“ hat. Sie sollen endlich nach Süden und das ein bisschen zügig!

Auf alle Fälle wird es spannend bleiben mit den Jungs und ihrer Eira! Und das Beste ist, sie lassen uns mitsegeln und  sie auf ihrem großen Abenteuer begleiten. Filme bei Youtube, ein Blog, ihre Podcasts und die Bilder bei Instagram machen es möglich! Die Links finden sich auf www.segeljungs.de, bei Youtube und die Position der Eira findet sich natürlich auch bei vesselfinder!

Doch Achtung - Suchtgefahr!
 


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