Reisebericht

Zwischenstand beim Golden Globe



Zwischenstand beim Golden Globe

Verfasst von Kirsten Panzer am 2. November 2018
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Von den 18 Teilnehmern  bei dem Golden Globe Race sind nur noch 8 im Rennen. Prominentester Ausfall ist der Franzose Phillipe Peche, der das Rennen auf dem langen Weg im Atlantik nach Süden bis kurz vor Kapstadt anführte. Dann aber zwangen ihn ein Bruch der Pinne und weitere Ruderschäden zur Aufgabe. Er stoppte in Kapstadt, ebenso wie der Schwede Are Wiig, dessen Yacht im schweren Wetter südwestlich von Kapstadt durchkenterte und dabei das Rigg verlor. Er erreichte unter Notrigg Kapstadt. Das Notrigg hatte er bereits lange vor der Regatta ausprobiert, ein entsprechendes Foto ist auf der Internetseite des Golden Globe Races zu sehen. Wohl dem, der bei diesem großen Abenteuer gut vorbereitet ist.

Die meisten Ausfälle kamen durch beschädigte Selbststeueranlagen und Ruderprobleme zustande. Eine wirklich interessante Meldung kam von Mark Sinclaire, der schleppt sein Großfall nach ( mit einem Eimer dran ? ), um das Groß zu setzen. Die Führung hat jetzt der alte Hase Jean Luc van der Heede ( 73 ) übernommen, ein Veteran aus vielen Round The World Races. Sein Vorsprung auf den Verfolger Mark Slate beträgt rund 2 000 Seemeilen. Er schätzt nach 210 - 217 Tagen wieder in Les Sable anzukommen. Wenn denn alles heil bleibt.

Zwei spektakuläre Rettungen wurden aus dem Indischen Ocean, etwa 600 Seemeilen vor Australien, gemeldet. Der indsiche Marineoffizier Abilash Tomu kenterte mit seinem wunderschönen Suhaili Nachbau  in einem Sturm mit 15 Meter hohen Seen durch und verlor den Mast. Dabei verletzte er sich schwer und wurden von der Australischen Marine gerettet. Diese übergab ihn später an die Indische Marine, inzwischen ist in seinem Heimatland angekommen, wo er auf dem Weg der Genesung ist. Im gleichen Sturm kenterte auch Gregor Mc Chucking durch und verlor ebenfalls das Rigg. Die Australische Marine brachte ihn nach Perth.

Die zahlreichen Ausfälle schon vor und im Southern Ocean lassen weitere Ausfälle als sicher erscheinen. Für die meisten ist es noch ein lnger Weg bis Kap Hoorn.

Bei der Longue Route, die ja kein Rennen ist, liegt Susanne Huber-Curphey an der Spitze, gefolgt von Tony Curphey. Susanne ist jetzt 138 Tage auf See und hat bereits über 17000 Seemeilen zurückgelegt. Ihre Position 160  Seemeilen westlich Stewart Island / Neuseeland. Sie berichtet in ihren E-Mails von für den Southern Ocean untypischem Wetter, Flauten und Gegenwind, von schweren Stürmen, die sie teilweise vor einem Treibanker abwettert. Sie segelt ein imaginäres Rennen gegen die Etmale von Bernard Moitessier. Bei ihr zahlt sich offensichtlich die große Erfahrung und die lange Erprobung ihrer Yacht aus, sie meldet keine Schäden am Schiff. In den letzten Tagen hat sie ihre Aries Selbststeueranlage gegen eine  nagelneue Reserve ausgetauscht, sozusagen bei Halbzeit. Ansonsten hat sie das gleiche Problem wie auch die Golden Globe-Teilnehmer, der Bewuchs des Unterwasserschiffes mit Entenmuscheln. Nach zwei Tauchgängen im eiskalten Wasser ist allerdings ihr Unterwasserschiff wieder sauber und Nehaj läuft wie ein Rennpferd. Im jetzt beginnenden Südsommer hofft sie auf bessere Wetterverhältnisse.

Der zweite Deutsche, Georg Schimmelpfennig, ist mit seiner Hekla nach Startschwierigkeiten zügig durch den Nordatlantik nach Süden vorangekommen und steht jetzt im Südatlantik. Auch er meldet keinerlei Schäden.

Wer sich über beide Rennen informieren will, das ist möglich unter longuerace.com und goldengloberace.com möglich. Hier gibt es ausführliche  Informationen und jeweils einen Tracker.

Wolfgang Quix
 


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