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Erfolgreich: Lennart Burke beim Silverrudder


 

Erfolgreich: Lennart Burke beim Silverrudder

Verfasst von Kirsten Panzer am 24. September
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Mit dem  - noch - TO-Mini Mex startete der urspruenglich für die TO-Mini-Kampagne ausgewaehlte Segler aus Stralsund bei der diesjaehrigen Einhandregatta in der Ostsee und das erfolgreich – Platz 2, 1, 5, 2, 3.
Für uns hat er das Renngeschehen aufgeschrieben: 

Die Gruppe „Kielboot MINI“, in der ich gewertet wurde, startete um 10 Uhr. Fünen wurde gegen den Uhrzeigersinn umrundet und so ging es bei moderatem Wind und unter Code 0 nach Osten, den Svendborg Sund hinaus. 

Anschließend führte der Kurs nach Norden mit einem schnellen und immer spitzer werdenden Reach unter Genacker. Für Mex‘ Plattbug ein Paradebeispiel und daher auch vernichtend gegenüber den anderen Minis. Nach zwei Sonnenschüssen jedoch entschied ich mich, ihn einzupacken und auf Kurs Großer-Belt-Brücke zu gehen.

Dort war ich dann schon auf Platz 2 und stand vor der schwierigen Entscheidung, welches Brückentor ich nun durchsegle. Zwischen Pfeiler 12/13 wurde empfohlen, aber der Erstplatzierte nahm mit 9/1 den kürzeren Weg. Er hatte den kürzeren Mast, aber es sah so aus, als ob ich da auch durchpassen könnte. Es passte und so blieb ich dem Ersten auf den Fersen.

Nun kam ein langer Schlag am Wind und später im Kattegat sogar eine Kreuz, bei bis zu 30 Knoten. An diesem Punkt dachte ich, ein Podiumsplatz ist erstmal nie und nimmer in Sicht, jedoch wuppte Mex auch das problemlos. Wir konnten konstant schnell segeln und die Kreuzschläge waren zudem auch sauber gesetzt. Die zackige See im Kattegat verlangte uns einiges ab, vor allem die harten Schläge, wenn Mex die Welle hinunter knallte. Demzufolge überholten wir anfangs auch den Erstplatzierten auf einer überaus schnittigen T 24 und konnten den Abstand zu ihm sogar immer weiter ausbauen. Leider wollte mein Autopilot nicht funktionieren. Er schien völlig verwirrt und muss wohl neu kalibriert werden. So gab es also die insgesamt 150 Seemeilen um Fünen herum keine Ablöse.

Dann lief es nicht mehr so gut - Im schmalen Wasser bei Middelfart, stellte sich der Wind ab und eine nicht unbeachtliche Gegenströmung ein. Meine Konkurrenten waren mir schnell wieder auf den Fersen. Den Tracker sowie mein Navigationsgerät (Ipad) konnte ich nicht durchgehend laufen lassen, da mein Ladekabel korrodiert war und ich somit Strom sparen musste.

Das Problem: Ich wusste nicht, dass zwischen den beiden Brücken bei Middelfart, weit unter Land die leichtere Strömung herrscht und dazu kam noch, das ich mich aufgrund des Stromsparens, mitten in der Nacht nicht weit genug ans Land heran getraut habe.

Die Segler, die schon öfter dabei waren, wussten das natürlich und sind, ohne dass ich es bemerkt habe, einfach an mir vorbei gehuscht.
Erst als Fabian auf seinem Prototyp neben mir wendete und er mir zurief und fragte, was mir denn passiert sei, wurde mir echt ganz komisch und die Enttäuschung setzte ein.

Etwas später konnte ich mehr oder weniger schnell den Code 0 anschlagen, was ohne funktionierenden Autopiloten echt lange dauerte. Pinne loslassen, nach vorne gehen, einen Knoten machen und schnell wieder zurück, wieder auf Kurs gehen. Und das dann noch etwa 7 oder 8 mal und der Code 0 steht. Was man nicht vergessen darf, ich war nicht allein und es war sehr eng. Trimarane und 40-50 Fuß-Yachten überholten mich mit manchmal nur zwei Metern Abstand, dazu war es sau dunkel. 

Als es hell wurde befand ich mich im Südwesten von Fünen und der Wind wurde räumlicher. Ich segelte noch immer unter Code 0, Genua und vollem Groß bei etwa 8 bis 10 Knoten Speed. Eigentlich ja schön schnell, aber ich überlegte hin und her, ob nicht sogar schon der Genacker zum Einsatz kommen könnte. Das musste aber gut überlegt sein, denn ohne Autopilot ist das schon ein zeitraubender Akt und falls der Wind dann doch zu spitz kommt – der Genacker also wieder runter muss –könnte ich noch weiter zurückfallen. Ich entschied noch weiter zu warten, locker eine Dreiviertelstunde lang. Da kitzelte es in den Fingern und ich musste es einfach wagen. 

Der Genacker ging hoch und ich raste los. Die Böen waren sehr kräftig und anfangs lief ich auch zweimal aus dem Ruder. Einen Topspeed von 13,5 Knoten konnte ich auf diesem Stück verbuchen. Genau die richtige Entscheidung und ich hätte sie noch viel, viel früher treffen können. Das ärgerte mich wieder sehr. Doch dann überholte ich Platz drei und zwei, die beide noch unter Code 5 segelten. So rutschte ich wieder auf Platz zwei. Die CB66 war dennoch weit voraus. Er setzte schon seinen eigenartig flach geschnittenen Genacker, als ich gerade anfing unter Code 0 zu segeln. Mir ist noch immer unverständlich, wie er den so früh schon halten konnte. Der Wind kam eigentlich viel zu weit von vorn.

Auf dem letzten Stück Richtung Svendborg lieferte ich mir ein anstrengendes Halsenduell mit Fabian auf seinem Lasse Mini 6.50 Proto, der mit seinem, wie er es so schön sagt, “blauem Wunder“, extrem viel Tiefe segelte. Dann kam auch noch die T24 wieder angesaust. Er machte eine Halse nach der anderen und überholte erst Fabian und dann sass er auch mir etwa 10 Minuten vorm Ziel auf den Fersen. Wir waren schon im Svendborg-Sund und ich lief fast direkt vor dem Wind mit nach Luv geklappten Genackerbaum. Ich wollte aus verschiedenen Gründen nicht mehr halsen und vor allem kein Halsenduell anzetteln.
Zum einen waren meine Navigationsgeräte leer und so wusste ich nicht, wie tief es links und rechts neben mir war, und zum anderen, war es so eng und so wenig Wind, dass mir die Halsen auf einem Mini 6.50 eher zum Nachteil würden. Vor allem müssen bei dem wenigen Wind die ewig langen Segellatten im Großsegel von mir selbst umgeschlagen werden. Der Wind hatte nicht mehr genug Kraft, das für mich zu erledigen.

Ja, so entschied ich mich also, tatenlos dabei zu zusehen, wie die T24 langsam aber sicher mit vielen Halsen an mir vorbei ging und etwa eine Minute vor mir im Ziel einlief.

Ich überquerte nach fast genau 25 Stunden die Ziellinie und riss mir sämtliche Sachen vom Leib. Die Mittagssonne strahlte und wir hatten schon etwas über 20 Grad. Natürlich war ich noch in voller Montur, denn die Nacht war hingegen sehr kalt und die Pinne loszulassen, kam für mich nicht in Frage.

Meine ersten Worte nach dem Zieldurchlauf: „Uff, was ein Rennen. Sch…“. Es wurde niemandem ein Fehler verziehen und die Konkurrenz war sehr stark. Jeder hatte sein Boot sehr gut im Griff. Da ich Mex erst seit vier Wochen habe und dies mein aller erstes Silverrudder war, kann ich – trotz der länger anhaltenden Enttäuschung bei Middelfart – sehr zufrieden sein.


Es war wirklich bis zum Ende nervenaufreibend, spannend, anstrengend und segeln pur. Keine Ablöse, keine Pause. 25 Stunden gefüllt mit steuern, Segeltrimm und navigatorischen Herausforderungen. Essen konnte ich nur, weil ich mir im Vorhinein Riegel, Nussecken, Schokohörnchen und eine Flasche Wasser in den Cockpittaschen verstaut hatte.

Das Silverrudder was eine tolle Herausforderung und dazu noch super organisiert. Im nächsten Jahr möchte ich unbedingt wiederkommen.

Doch im Fokus der nächsten zwei Jahre steht für mich eindeutig das Mini Transat 2021. Der TO hat den Funken entfacht und wenn ich für etwas brenne, dann gibt es kein Zurück mehr. 

Ich werde es schaffen, jedoch nicht ohne Unterstützung. 

Jeder Beitrag zählt!

Wer Interesse an meinem Projekt hat, kann sich gerne bei mir melden oder mich auf der Messe „Boot & Fun“ in Berlin und auch auf der Hamburg Boat Show besuchen. Mex und ich werden zusammen - zumindest in Berlin - vor Ort sein!

sponsoring@lennartburke-sailing.com


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