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TO fragt, Susanne antwortet. Runde 1


 

TO fragt, Susanne antwortet. Runde 1

Verfasst von Peter Wiedekamm (TO) am 30. April
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Unsere Vereinskameradin Susanne Huber Curphey ist zur Zeit einhand mit ihrem Boot Nehaj auf dem Weg aus der Karibik nach Europa. In unregelmäßigen Abständen stellen wir ihr per eMail einige Fragen, die sie freundlicher Weise auf See beantwortet und per Kurzwellen-eMail an uns zurück sendet.

Runde 1: 16 Tage auf See, 25.04.2020   

Frage 1:

Warum bist Du so früh´ im Jahr aufgebrochen?

Antwort 1:

Ja, ich bin etwas zu früh gestartet. Allerdings waren es nur drei Wochen. Der übliche Termin zu dem jedes Jahr wohl Tausend Jachten die Karibik in Richtung Europa verlassen ist Anfang Mai, einen Monat vor Beginn der Hurrikanzeit. Ich denke, dass ich diesen 'Frühstart' mit dem verminderten Risiko in dieser Zeit in Martinique noch infiziert zu werden sehr gut rechtfertigen kann. Immerhin sind es volle drei Monate später als Jean-Luc und Mark beim GGR im Januar 2019 über die Biskaya segelten und dabei sehr viel Glück hatten.

 

Frage 2:

Welche Distanz hast Du insgesamt vor Dir, wie viel davon hast Du schon geschafft und wie macht sich NEHAJ?

Antwort 2:

Mit etwas Schlingern im Kurs schätze ich die Strecke bis Holland auf 5.000 Seemeilen. Weil ich Nehaj mit ihrem Rumpfschaden 'sanft' behandeln muss kann es auch sein bei eigentlich gutem Segelwind beidrehen zu müssen um die linke Bootsseite zu schonen. Für mich ist diese Reise wie keine andere in unseren fünf Jahren zwischen 74 Grad Nord und 56 Grad Süd.

Bisher war das Wetter nicht ideal. Es gab oft leichte Winde von achtern und in Frontausläufern hat der Wind bereits drei Mal im Uhrzeigersinn über Nord um 360 Grad gedreht. Kein Wunder dass die Meilen bei den Kurven und Haken in der Kurslinie nur langsam voran gehen.

Mit nun gut zwei Wochen unterwegs sind heute 1.815 sm auf der Logge, davon 1.445 sm gemessen in die richtige Richtung.

Ich taste den blanken Alu Rumpf auf der Innenseite häufig ab, aber an den neun gebrochenen Spanten ist keine Bewegung zu spüren, also ist die Bilge knochentrocken.

Frage 3:

Spielt nach 10 Tagen auf See Corona noch eine Rolle für Dich?

Antwort 3:

Ich erklärte den 10. Tag auf See als meinen eigenen Feiertag, obwohl ich vor meiner Abreise beim wöchentlichen Einkauf in Ste. Anne besonders vorsichtig war niemandem zu nahe zu kommen. Ein schwerer Verlauf von Covid-19 ist natürlich sehr unwahrscheinlich, ist aber auch auf hoher See kein schöner Tod. Ich wäre bei einer auf die Schnelle wild zusammen gewürfelten Crew für diese Strecke sehr vorsichtig.

 

Frage 4:

Welchen im Moment unerfüllbaren Wunsch hast Du nach 10 Tagen auf See?

Antwort 4:

Ich versuche eigentlich keine 'unerfüllbaren Wünsche' zu haben. Manche sog. 'Lebensziele' der vergangenen Jahre basierten eher auf dem guten Verlauf der Dinge, als dass sie angekündigt oder stur durchgezogen wurden. Egal ob es eine kurze oder 'Die große Reise' ist, ich empfinde es als beruhigend keinen Druck durch Terminzwang oder durch seine eigenen Ankündigungen zu haben. Ich tendiere zu sagen: 'Ich segle erst mal los...' als zu versprechen: 'Dort werde ich hin segeln...'.

Mein Ziel der Werft in Holland kann ich diesmal leider nicht verschweigen.

Ich freue mich aber sehr, wenn 'unerfüllbare Wünsche' wahr wurden. Wie z.B. heute, als die Wassertemperatur endlich wieder auf angenehme 20 Grad C gesunken ist.

Fair Winds und Happy 'Rolling Home'

Susanne


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