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Reisebericht

Von Miri zu den Anambas Inseln und zurück



Von Miri zu den Anambas Inseln und zurück

Verfasst von Kirsten Panzer am 5. August 2020
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Gisela und Walter Mittasch haben sich nach scheinbar endlosen Segelreisen auf Borneo niedergelassen und stehen dort seit Jahren als Stützpuktleiter des Trans-Ocean den weltweiten Seglern zur Seite. Jetzt waren sie wieder einmal selbst unterwegs, in der paradiesischen Inselwelt der Anambas.

Seit wir Miri im malaysischen Teil der Insel Borneo unser neues Zuhause nennen, wollten wir uns nur noch auf Tagestörns beschränken. Aber wir hatten so viel Gutes über die Anambas Inseln gehört, dass wir uns noch einmal zu einen längeren Törn aufmachten.

Die Anambas Inseln liegen 450 Seemeilen westlich von Miri und gehören zu Indonesien. Bis vor zwei Jahren war es schwierig, die Anambas Inseln zu besuchen, da man nur in Batam (gegenüber von Singapore) für die Inseln ein- und ausklarieren konnte. Mittlerweile wurde der Hauptort der Anambas Inseln, Tarempa, zum Port of Entry erklärt und so befinden sich alle notwendigen Behörden für den Ein- und Ausklarierungsprozess in Tarempa. 

Für die meisten EU-Bürger gibt es ein kostenloses “Visa on Arrival“, das zu einen 30-tägigen Aufenthalt berechtigt. Wer länger bleiben möchte, sollte sich über die Indonesische Botschaft ein Visum für 60 Tage besorgen. 
Außerdem muss man sich über die Webseite “Yachters.beacukai.go.id” vor der Ankunft in Tarempa anmelden. Ein Ausdruck des bestätigten Registrierungsformular muss man für die Einklarierung mitbringen. 

Wir verzichten in unserem Bericht auf die Nautischen Informationen der Ankerplätze, da diese in folgender Webseite bestens beschrieben werden: http://thehowarths.net/cruising-information/cruising-notes/449-the-anambas-islands-2016.
Wir haben uns derer bedient und können die Korrektheit bestätigen.

Noch einmal los ins nächste Paradies

Mit all den Informationen brachen wir Ende Mai von Miri auf. Leider blieb der angesagte Wind aus. Die See war spiegelglatt, kein Windhauch, an Segeln war nicht zu denken. Am Morgen des zweiten Tages stieg unsere Motortemperatur langsam aber stetig an und der Auspuff spuckte kaum Wasser. Wir fingen an, die Ursache zu suchen. Der Seewassereinlass war frei, der Seewassereinlassschlauch hatte keine Undichtigkeit, der Kühlwasserstand war normal. Vor der Abfahrt hatten wir den Impeller der Seewasserpumpe gewechselt, der sollte also auch ok sein. Trotzdem überprüften wir nun die Pumpe. Und tatsächlich, der Impeller hatte fast alle Flügel verloren. Wir wechselten den Impeller und die Motortemperatur blieb konstant bei 80 Grad, genau so wie es sein sollte. Leider mussten wir auch den Rest der Überfahrt mangels Wind meistens motoren, was ordentlich an unseren Nerven zehrte.

Nach fünf Tagen auf See steuerten wir am 30 Mai gegen 17 Uhr die Bucht von Pulau Penjalin an. Zu unserem Erstaunen ankerten dort acht Boote. Es waren Yachten, die an der Sail Malaysia Rallye teilnahmen und auf Wind für die Überfahrt zu den Natunas Inseln warteten. In den nächsten zwei Wochen trafen wir noch hin und wieder eine Rallye Yacht, danach war die Rallye komplett weitergesegelt und wir sahen nur noch vereinzelt ein anderes Boot.

Das Wasserreich der Anambas

Nach der Überfahrt ließen wir erst einmal die Seele baumeln. Schnorcheln und Tauchen sind die Hauptattraktionen auf den Anambas Inseln. Das Wasser ist vollkommen klar. Wir konnten sogar unseren Anker auf 15 Metern Tiefe liegen sehen. Leider sind die Inseln überfischt, aber es gibt reichlich lebende Korallen. 

Von Pulau Penjalin nach Pulau Semut waren es nur 12 Seemeilen, allerdings mit starkem Gegenstrom . Nach drei Stunden fiel der Anker. Wunderschön leuchtete das türkisfarbene Wasser im flachen Teil hinter dem Riff.

Jetzt stimmt der Wind

Pulau Mubur, Nordbay, war unser nächstes Ziel. Es gab Regenschauer und nördlichen Wind und zum ersten Mal konnten wir richtig segeln. Endlich! In der Bay waren wir dennoch gut geschützt. Unser Wassermacher, den wir die lezten zwei Jahre konserviert hatten, hatte eine Blockade, die wir nicht beheben konnten, so freuten wir uns auf die Regenschauer, die alle Eimer und den Tank füllten.

Hari Raya, das Ende des Fastenmonats Ramadan, stand vor der Tür und wir wollten noch vorher einklarieren, so blieben wir nur einen Tag. Aber leider war in Tarempa das Einklarieren nicht mehr möglich, die Beamten waren bereits auf Heimaturlaub. Wir gingen Einkaufen. Tarempa ist eine kleine Stadt und das Angebot ist stark eingeschränkt. Etwas frisches Obst und Gemüse, Hühnchen und Fisch, das wars. Aber wir konnten eine indonesische SIM-Card für Telefon und Internet kaufen.

Da die Behörden für weitere sechs Tage geschlossen waren, segelten wir nach einem Tag in die Wasserfallbay, der best geschützte Ankerplatz der Anambas. Die Einfahrt ist etwas tricky, aber mit den vorgegebenen Wegpunkten und einem guten Ausguck ohne Schwierigkeiten machbar.
Vom Ankerplatz aus hatten wir einen schönen Blick auf den Temburun Wasserfall, der je nachdem wie viel es geregnet hat entweder nur ein Rinnsal oder ein ausgewachsener Wasserfall ist. Ein Bad im Wasserfall ist angenehm und erfrischend. Am Wochenende ist der Wasserfall ein beliebter Picknickplatz für die Einheimischen.

Auf zur unbewohnten Insel

Mittlerweile blies der Wind am Tag meist mit 10 bis 15 Knoten und wir segelten schön nach Pulau Mandrian. Die Insel ist nicht bewohnt. Ein wunderschöner Sandstrand säumt die bei südlichen Winden bestens geschützte Bucht.

Auch Pulau Dampar (Moon Rock Bay) ist gut geschützt, allerdings haben nur etwa vier Boote zwischen den Korallenriffen ausreichend Platz zum Schwojen. Der Name Moon Rock Bay stammt von einem kahlen Felsen, der aus dem grünen Wald hervorragt. Der rund zwanzigminütige Aufstieg wird von einem tollen Ausblick über den Ankerplatz belohnt. Ein französisches Paar versucht, am Strand ein Eco Resort aufzubauen, welches ohne jeglichen Luxus auskommen soll.

In Pulau Pengedung war das Schnorcheln am nahe gelegenen Riff gut, ansonsten hatte der Ankerplatz nicht viel zu bieten. Wir fuhren mit dem Beiboot zum nahegelegenen Pencil Dot Island, aber ein Regenschauer 
zog auf und wir kehrten lieber wieder rasch zu unserer Atlantis zurück.

Mit einen Zwischenstopp in der oben beschrieben Wasserfallbay segelten wir zurück nach Tarempa, um unsere Einklarierung zu erledigen. Die Behörden waren freundlich und hilfsbereit und nach 90 Minuten waren Immigration, Zoll, Quarantäne und Hafenmeister besucht und alle Formalitäten erledigt.

Die Yacht Yume, mit Matt und Karen an Bord, war in Tarempa eingetroffen und wir beschlossen, einige Tage zusammen zu segeln. Wir wollten über Genting Unjut und Telaga nach Pulau Ayam segeln, Nachdem uns ein frischer südlicher Wind schnell vorwärts brachte und beide Ankerplätze aus der Ferne unruhig aussahen, segelten wir direkt nach Pulau Ayam. Die nächsten Tage verbrachten wir mit Nichtstun. Für ein gemeinsames Strandbarbeque fanden wir in geeignetes Plätzchen.

Einkauf am frühen Morgen

Padang Melang ist eine riesige Bucht an der Ostseite von Dejemala mit idealer Ankertiefe von 5 Metern und Sandstrand soweit das Auge reicht. Der Spaziergang von Padang Melang über die Insel zum Hauptort Letong dauert etwa 45 Minuten. Die Einkaufsmöglichenkeiten dort sind ähnlich wie in Tarempa. Allerdings sollte man am Morgen zum Einkaufen gehen, da am Nachmittag die meisten Stände geschlossen sind. An den beiden Schulen der Insel gibt es über WLAN eine langsame Internetverbindung. Es reichte für eine neue Wettervorhersage.

Und wieder einmal Abaschied nehmen

Wir segelten zurück nach Tarempa um Auszuklarieren. Dann machten uns auf den Weg zurück nach Miri. Die Natunas Inseln lagen auf dem Weg, aber der Wind bliess gut und kräftig, sodass wir uns entschlossen, direkt Miri anzulegen. Der Wind hielt bis circa 80 Seemeilen Meilen vor Miri durch, dann gab es nur noch die eiserne Genua, die uns vorwärts brachte. Nach vier Nächten und fünf Tagen Passage liefen wir in Miri ein. 


Walter und Gisela Mittasch
 


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