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Schiffsprofil

Ein Schiff  auch fürs flache Wasser



Ein Schiff auch fürs flache Wasser

Interview von Kirsten Panzer am 3. Februar 2020
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Perfekt auf ihre Eigner abgestimmt ist die Aluminiumyacht von Stephanie und Stefan Hanses mit Heimathafen Greetsiel, nicht nur für lange Tauchgänge in abgeschiedenen Gegenden, sondern auch für die großen Schläge hin und her über den Atlantik.

Was habt Ihr für ein Schiff?

Wir haben eine BM 40 Clipper aus Alu, gilt als Selbstbau, obwohl wir die einzelnen Gewerke von Fachfirmen haben bauen lassen. Das Schiff hat eine Rumpflänge von 11,99 Metern, ist 4,18 Meter breit und hat einen variablen Tiefgang von 0,80 bis 2,50 Meter sowie eine Kuttertakelung, EW 2011.

Warum dieses Schiff? Welche Besonderheit gab den Ausschlag?

Das ist eine lange Geschichte, hier die Kurzform: Nach dem Verkauf unserer alten 37er Ovni waren wir auf der Suche nach einem komfortablem, stabilen, seetauglichem Schiff aus Alu. Die Ovni hatte schon einen großen Teil dieser Anforderungen erfüllt, aber die Konstruktion dieser Schiffe ist veraltet und die Segelleistungen vor allem Am Wind sind sagen wir mal „bescheiden“. Der Chef von Benjamins konnte uns davon überzeugen, dass man so ein Schiff heute moderner, schneller, stabiler und besser bauen kann.

Wie und wann habt Ihr es gefunden?

Wir haben es gar nicht gefunden, sondern mitentwickelt und nach unseren Ideen und Vorstellungen von einem idealen Fahrtenschiff zeichnen (Martin Menzner) und bauen lassen.

Welche Ausrüstung für Langfahrt habt Ihr an Bord?
Das Übliche, es geht schneller aufzuzählen, was wir nicht haben: SSB, Pactor, Windfahnensteuerung, Generator, Code0 und Spi. Ansonsten ist vom Watermaker über Satellitentelefon bis zur Tauchausrüstung alles an Bord.

Seid Ihr mit dem Schiff zufrieden?

Es gibt bei so einem Selbstbau natürlich einige Dinge, die nicht den Reifegrad eines Serienschiffes haben, da haben wir in den ersten Jahren einiges geändert und umgebaut. Auf der anderen Seite bietet so ein Schiff aber die Möglichkeit, sich alles genau so zu bauen, wie man es haben möchte. Da es professionell gerechnet und gezeichnet wurde, sind modernste hydrodynamische Erkenntnisse in die Konstruktion eingeflossen. Die daraus resultierenden Segeleigenschaften, die Performance, der Wohnkomfort und auch die Stabilität sind außergewöhnlich für ein Fahrtenschiff dieser Größenordnung. Deshalb: ja wir würden es wieder kaufen, und ja wir sind mehr als zufrieden.

Gibt es etwas, was Euch an dem Schiff stört?

Alu hat viele Vorteile aber auch einen Nachteil: die gute Schallleitung von Alu. Wellen die unter das Heck schlagen oder auch Schraubengeräusche im Hafen sind deutlich lauter als bei einem Kunststoffschiff.

Gab es ein Boot davor?

Ja, die schon oben erwähnte 37er Ovni, die wir 1993 in Italien gebraucht gekauft hatten und auf eigenem Kiel über den Sommer nach Greetsiel gesegelt hatten. (Unsere erste Langfahrt) mit dem Bau der BM 40 Clipper boten sich aber völlig neue Möglichkeiten einer individuellen Bootsgestaltung, sodass wir uns für einen kompletten Neubau mit der Baunummer 1 entschieden haben. Was wir beim Bau noch gar nicht auf dem Schirm hatten, war die Segelperformance der BM 40. Sie segelt nicht nur besser als die Ovni, das ist eine ganz andere Liga. Nach unseren bisherigen Erfahrungen sind wir mit der BM 40 rund ein Drittel schneller als mit der Ovni, am Wind, oder bei sehr viel Wind auch durchaus doppelt so schnell! – Was das vor allem auf Langfahrt für Vorteile bietet, liegt auf der Hand. 
 
Wo seid Ihr mit dem Boot gewesen und wo möchtet Ihr noch hin?

Ostfriesische Inseln (Heimatrevier), Nordfriesische Inseln, Jade, Weser, Elbe, Dänemark, Norwegen und eine Saison Ostsee haben wir schon gemacht. Nun planen wir ein Sabbatical, 15 Monate Atlantikrunde.

Wie groß ist die Crew?

Sie besteht aus mir und meiner Regierung (Stephanie)! Ab und an sind unsere Kinder oder Freunde mit an Bord.

Welches war das schönste Erlebnis, welche das schlimmste?

Das schönste -  schwer zu sagen. Das Watt hat einen ganz besonderen Zauber, aber auch das Jahr in der Ostsee war toll und Norwegen ist ganz anders aber auch tief beeindruckend! Unsere erste Tour nach Norwegen, bei der wir in nur einer Woche hin und wieder zurück gesegelt sind und vor Ort noch ein paar Tage getaucht und geangelt haben, waren aber sicherlich das intensivste Erlebnis unserer bisherigen Segellaufbahn (TO 157). Das schlimmste - als wir friedlich vor Anker lagen, ist plötzlich das angeschweißte Auge von dem Hydraulikzylinder, mit dem unser 1,5 Tonnen schwere Kiel bewegt wird, abgerissen. Der Kiel ist deshalb ungebremst nach unten gefallen und hat dabei einiges kaputt gemacht. Glücklicherweise hat das sehr solide Schiff das ohne Wassereinbruch überstanden. Da so etwas nicht sein darf haben wir dann beim Hersteller des Zylinders angefragt, wie das passieren konnte. 
Durch aufwändige Gutachten ist die Ursache für den Abriss dann ermittelt worden. Für die Kolbenstange ist ein falsches, nicht schweißbares und nicht seewasserfestes Material eingesetzt worden, ein klarer Herstellerfehler 

 


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