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Schiffsprofil

Eine Jeanneau für den Atlantik



Eine Jeanneau für den Atlantik

Interview von Kirsten Panzer am 13. Mai 2020
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Und noch ein Boot, das unter dem Stander des TO segelt - Diemal haben wir uns bei unserem langjährigen Mitglied Rene Hertel nach seiner Aries Dream auf Teneriffa erkundigt.

Rene, Was hast Du für ein Schiff?

Seit 2011 segle ich eine knapp 15, 4 Meter lange (LüA) und 4, 85 Meter breite Jeanneau Sun Odyssey 52.2, Baujahr 2000, ein ehemaliges Charterschiff.

Warum dieses Schiff? Welche Besonderheiten gaben den Ausschlag?

Ich hatte zuvor ein typenähnliches Schiff, eine Jeanneau 49, kennengelernt und habe dann nach einem ähnlichen Schiff gesucht. Auf der boot in Düsseldorf stellte sich dann heraus, dass mein Schiff gegenüber gleichgroßen Yachten noch stabiler, aber auch schwerer ist. Das war mir wichtig, da ich damit auf Große Fahrt gehen wollte.

Wie und wann hast Du sie gefunden?

Am 06. 10. 2010 habe ich nach vielen Internetrecherchen und Besichtigungen dieses Boot auf der Insel KRK in Kroatien gefunden, das von einer Leasing-Bank angeboten wurde.

Welche Ausrüstung hast Du für Langfahrt an Bord?

Ich habe erst einmal das Boot etwas umgebaut, zum Beispiel wurde aus der Mini-Skipperkabine reiner Stauraum und aus den beiden Einzelkabinen im Vorschiff die Eignerkabine mit einer Standart- und einer elektrischen Bidet-Toilette mit Tank. Die rumpfseitigen Borde wurden mit fünf Klappfächern geschlossen. Zur weiteren Einrichtung gehören ein Tiefkühlkompressor mit Kältespeicher für die werkseitig vorbereitete Kühlbox. Eine Klimaanlage hinter dem Kleiderschrank im Salon und ein Paguro 5,5 KW Dieselgenerator im achterlichen Teil des Ruderquadranten. Eine Hydrovane Windruderanlage wurde inzwischen wieder abgebaut, da sie durch ein großes Fotovoltaik Feld gestört wurde.

Die zweite Gästekabine wurde als Werkstatt und Ersatzteillager umfunktioniert und die dazugehörige Toilette dient als Trockenraum für Tauch- und Segelkleidung. Hier wird irgendwann eine Waschmaschine Platz finden. Raymarine C120 Plotter und ES 78 mit WLAN Quantum Radar, AIS und Iridium Satphone im Cockpit sind beweglich installiert.

Bist Du mit dem Schiff zufrieden?

Im Wesentlichen Ja! Es bietet viel Platz für alle Gegebenheiten, die Inneneinrichtung ist geräumig und übersichtlich. Ausreichende Decksluken sind vorhanden.

Gibt es etwas, was Dich stört?  

Die Aries Dream geht nicht gerne „hoch am Wind“.

Gab es ein Boot davor?

Auf dem Bodensee hatte ich von 1980 bis 1991 einen Seefahrtkreuzer aus Holz in Knickspanten-Bauweise und von 1992 bis 1997 eine Shark 24 auf dem Untersee in der Schweiz.

Wo bist Du mit Deinem Boot bisher gewesen und wo möchtest Du noch hin?

Wir sind über 5000 Seemeilen im Mittelmeer gesegelt und im Januar 2015 von Teneriffa aus in die Karibik gestartet. Im August 2027 sind wir nach über 24 000 Seemeilen und zwei großen Karibikrunden über New York, Bermudas, Azoren, Madeira wieder in Santa Cruz de Tenerife angekommen. Zurzeit plane ich einen längeren Törn von Teneriffa aus nach Rio de Janeiro.

Wie groß ist Deine Crew?

Auf langen Strecken segeln wir mit maximal drei Gästen also zu viert.

Segeltechnisch ist die Aries Dream jetzt  auf Einhandsegeln ausgelegt, da ich zum Beispiel von Miami in Florida bis New York allein an Bord war.  

Welches war das schönste, welches das schlimmste Erlebnis?

Das schönste Erlebnis war ein Genacker-Törn über den Atlantik von Teneriffa nach Barbados.

Das schlimmste - Bei der Einfahrt in einen Riff-Kanal auf der Ostseite der Walnut Bay auf den BVIs war die Position der privat ausgelegten Tonnen um drei Meter nördlich versetzt. Mit extremer Verlangsamung unter Motor und vier Augen im Bugkorb kam das Signal um Sekunden zu spät  und wir hatten Grundberührung. Eine nächste Welle aus Ost setzte den Kiel zwei Meter weiter auf das Riff und die nun ablaufende Tide legte den Rumpf für 24 Stunden auf die Steuerbordseite. Nach drei Monaten auf Tortola und umfangreichen Reparaturen waren wir schon wieder unterwegs zu den ABC-Inseln. Ein Bericht ging damals an TO.

 


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