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WAHOO
02526
Basel 
Wahoo 63
1990
16,00 m
5,00 m
24,000 t
3,00
Ketsch
Das andere Segelschiff Das Konzept zu dieser Segeljacht basiert auf meinen Erfahrungen mit vielen grossen und kleinen Jachten auf verschiedenen Meeren und mit einem alten dänischen Fischkutter auf einer Reise nach Tahiti. Ausgang waren 20 Forderungspunkte an eine ideale Jacht für grosse Fahrt und die konstruktiven Möglichkeiten zu ihrer Verwirklichung. Die Jacht sollte ein sicheres Seeschiff sein mit hoher Wohn- und Lebensqualität in gemässigten bis heissen Klimen. Die Forderung ans Rigg lautete: einfache Bedienung ohne anfällige technische Hilfe, einfaches Reffen, effizienteres Profil, dafür kleinere Segelfläche. Das Rigg Flügelsegel (Sail-Wing) Darum ist das auffallendste an der WAHOO wohl ihr Rigg: zwei unverstagte Masten an denen schmale, hohe Gaffelsegel von 47 m2 resp. 45 m2 mit einer Zuspitzung (1) von 0,4 gefahren werden. Die Segel sind um die Masten herum gelegt und auf beiden Seiten nach achtern geführt. Sie verkleiden also die Masten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gross-Segeln, bei denen sich unmittelbar hinter dem Mast eine Turbulenz-Zone bildet die bremst statt Vortrieb zu liefern, erhalten wir dadurch zwei Profile, die von der weichen Eintrittskante (Mast) bis zum Achterliek wirksam sind. (siehe Literaturhinweise am Schluss: 1+3). Unten werden die beiden Segel durch Gabelbäume kontrolliert, oben durch Gaffeln. Die Besan-Gaffel ist durch einen Ausleger nach vorne verlängert. Ausleger und Gross-Gaffel sind durch eine Balance-Leine verbunden. Damit können wir den Gaffel-Anstellwinkel beider Gaffen gleichzeitig einstellen. Segelprofil Wir kontrollieren also beide Segel von unten (über Baum und Schot) bis zum Top (über Gaffel und Balance-Leine). So erhalten wir zwei erstaunlich gute Segelprofile. Da wir die Segel weit über 90° ausfieren können, segeln wir diese Profile von hart am Wind bis vor dem Wind. So erreichen wir annähernd gleiche Geschwindigkeiten von 70° bis 160° zum Wind. Unter 60° am Wind geht die Geschwindigkeit auch bei diesem Rigg kontinuierlich zurück. Beim "Schmetterling"-Segeln fahren wir den Besan auf der Leeseite und fieren ihn so weit auf, dass er auch in dieser Stellung als Profil wirkt. Das Grossegel fahren wir auf der Luvseite so dicht, dass das Achterliek als Wind Eintrittskante funktioniert. Dadurch wirken beide Segel als Profile mit Saugseite nach Luv. Das bringt einerseits Geschwindigkeit und - als hoch willkommenen Nebeneffekt: dämpft es auch das Rollen. Ab gut Windstärke 5 rollt das Schiff auch vor dem Wind kaum mehr! Wie wirksam ist diese Segelführung nun in der Praxis? Wir haben die Jacht nun während über 26 Jahren im Mittelmeer, Nord- und Südatlantik, der Karibik, dem Roten- und dem Indischen Meer gesegelt, weit über 70.000 sm. Halbe bis achterliche Winde: Bis etwa 15 kn Wind setzen wir den 140 m2 Blooper zusammen mit dem Besan-Segel. Bei 10 kn Wind läuft die WAHOO damit bei halbem und achterlicherem Wind etwa 6 kn. Ab 15 kn Wind setzen wir statt des Bloopers das Gross und erreichen damit fast die selbe Geschwindigkeit. Bei halbem Wind um 22..24 kn und flachem Wasser überschreiten wir die Rumpfgeschwindigkeit von 8,5 kn. Die Geschwindigkeit bleibt über den Bereich 70° - 160° fast konstant, weil wir dem Wind über den gesamten Bereich die beiden Segelprofile im richtigen Anstellwinkel bieten können. Erst wenn das achtere Segel das vordere abzudecken beginnt und wir "Schmetterling" segeln, geht die Geschwindigkeit leicht zurück. Surfen Ab 25 kn Wind und Winkeln zwischen 100° und 160° zum Wind und entsprechender Welle von achtern, beginnt die WAHOO zu surfen. Amwind-Kurse (beide Schwerter gefiert) Bis 15 kn Wind segeln wir (mit ausgefahrenem Bugsprit) Jib, Gross- und Besansegel, also mit 122 m2 am Wind. Bei 15 kn Wind erreicht die WAHOO bei flacher See und einem Winkel zum scheinbaren Wind von 45° etwas über 5 kn. Damit hat sie einen Wendewinkel von etwa 114° (Winkel zum wahrer Wind ca. 52° plus je 5° Abdrift). Bis etwa 22 kn Wind fahren wir Gross und Besan; bei entsprechender See und einem Winkel zum scheinbaren Wind von 50-55° erreicht sie etwa 7 kn. Meist ist uns das zu schnell (unangenehm) und wir setzen das 1. Reff in den Besan; Geschwindigkeit damit etwa 6 kn. Ab etwa 25 kn Wind fahren wir auch das Gross mit einem Reff und ab etwa 30 kn dann beide Segel mit je zwei Reffs. Auf unserer letzten Reise rund um Afrika (Dakar - Azoren) haben wir dabei gesehen, dass wir damit gut voran kommen (um 5 kn, je nach Seegang), bei einem Winkel von 55° zum scheinbaren Wind. Darüber sind die Verhältnisse meist so verschieden, dass vergleichbare Angaben unrealistisch werden. Verglichen mit ähnlichen Fahrtenjachten, mit denen zusammen wir hin und wieder gesegelt haben, läuft die WAHOO bei ziemlich allen Verhältnissen etwas mehr Höhe und ist auch etwas schneller. Bei schwerem Wetter kann sie beigedreht werden - was bei kleiner Crew zur Sicherheit beiträgt. Segel bergen In den Wind fahren, die Segel in das zwischen den Gabelbäumen gespannte Netz fallen lassen und mit der ständig angeschlagenen Persening fest machen. Reffen Bei kurzen Gewitterböen fieren wir zuerst einmal die Balance-Leine, die Segel wehen oben aus und der Druck verringert sich. Ist abzusehen, dass der Wind stark bleibt, beginnen wir aber sofort mit dem Reffen. Am Wind: ab etwa 20..22 kn Wind zeigt die WAHOO durch stärkeren Ruderdruck, es ist Zeit den Besan zu reffen. Halb bis achterlich: bis 25 kn Wind können wir die Segel stehen lassen. Dann reffen wir den Besan um eine Bahn - als nächstes dann das Gross und so weiter. Reffen ist einfach und ungefährlich. Bis etwa 90° zum Wind bleiben wir auf Kurs, segeln mit einem Segel weiter, fieren das andere auf bis es killt und reffen es vom Mast aus. Segeln wir vor dem Wind mit "Schmetterling", fallen wir ab, bis der Besan das Gross abdeckt, schiften das Gross ohne grossen Kraftaufwand, luven auf etwa 90° an, fieren den Besan bis er killt und reffen ihn während wir unter Gross weiter segeln. Wer je die Hektik beim Reffen auf einer grösseren Segeljacht erlebt hat - hart am Wind, mit schlagenden Segeln - der wird die Gelassenheit schätzen, die beim Reffen auf der WAHOO herrscht. Allerdings sind hiervon die Jachten mit modernen Rollreffanlagen ausgenommen - so lange sie funktionnieren. Ich habe aber schon von Jachten gehört, die unter voller Genua im Sturm gesegelt sind, weil sie nicht mehr einzurollen war... Rigg - Zusammenfassung Segeln mit diesem Rigg ist einfacher und kräftesparender als mit herkömmlichen - wenn wir von den hochtechnisierten Rollreff-Anlagen absehen. Den grössten Vorteil sehen wir nicht beim Kreuzen - das bei uns nur aus Ruderlegen besteht - sondern einerseits beim Reffen und anderseits beim Segeln vor dem Wind. Wir brauchen keine Spi- und Passatbäume und bieten dem Wind immer unsere beiden Flügelprofile. Das bringt Geschwindigkeit mit kleiner Segelfläche. Und vor dem Wind - "Schmetterling" segelnd - dämpfen die Saugseiten der Profile - als Zusatzeffekt zur Geschwindigkeit - das unangenehme Rollen. Bei den 2200 sm unserer ersten Atlantiküberquerung, als Beispiel, haben wir eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 6,33 kn gefahren, grösstes Etmal war 184 sm oder 7,33 kn Durchschnitt. Schamfilen Der letzte, aber für Fahrtensegler nicht unwichtige Punkt: die Segel können weder an Wanten noch Salingen schamfilen. Nach den ersten 20.000 sm haben wir ein paar Nähte nachgenäht; nach 40.000 sm waren dann neue Segel fällig. Das Wohnkonzept An Deck: Grosse Flächen an Deck zum Leben, Arbeiten, Essen, Schlafen, Sonnenbaden... In warmen Gegenden leben wir vor allem auf dem grossen Brückendeck, wo uns jeder Lufthauch erreicht und erfrischt, tagsüber natürlich unter dem grossen Sonnendach Das Schiffsinnere hell, grosszügig, unverbaut in fünf Räume aufgeteilt: Kettenraum mit Platz für 90 m 13 mm Kette, Sturm- und Vorsegel und die grossen Feder; Vorkajüte mit einer Doppel- und einer Einzelkoje und einer grosszügigen Werkbank; Hauptkajüte mit festem Tisch für 8 Personen, Pantry mit 3-flammigem Petrolherd mit Backofen, grosszügiger Navigation und einer zu 2 Kojen aufklappbaren Sitzbank; WC-Raum mit WC, Waschbecken, grosser Dusche, alles in den Fäkaltank Lenzen; Achterkajüte - Eignerkammer - mit Doppel- und Einzelkoje und Waschbecken; Motorenraum - begehbar und gut zugänglich durch die Plicht-Luck Sicherheit Abschotten: Der Motor- und der Kettenraum sind durch wasserdichte Schotten von den Innenräumen getrennt. Die anderen Räume können durch wasserdicht verschliessbare Türen gegen einander abgeschottet werden. Energieversorgung: 3 Solarpanelen, die zusammen als Maximum 12 Amps in die 2 Service- Batterien à 210 Amps und die Motor-Batterie à 150 Amps einspeisen, ein Wellen- und ein Motor-Alternator. Das reicht im Normalfall um die 160 lt. Kühltruhe, Licht und Elektronik zu betreiben. Den Motoralternator (mit Spezialregler) brauchen wir sehr selten zum Aufladen. Beim Nacht-Segeln genügt der Wellenalternator ab 4.5 kn Geschwindigkeit für die Navigationslichter und den Simrad AP25 Steuerautomat. Trinkwasser: Wir pumpen es aus unseren 2 Tanks - beide knapp 500 l mit je 100 l Reserve - durch einen Grob-, einen Keramik- und einen Kohlenaktiv-Filter. Gekühlt schmeckt es wie Bündner Quellwasser... Zusammenfassung Wir segeln und wohnen nun seit über 26 Jahren mit und auf diesem Schiff und sind noch immer von seinem Konzept überzeugt. Es ist wirklich eine Jacht zum Erkunden noch weitgehend unbekannter Gewässer und Ufer... zum Leben und Reisen abseits der ausgetrampelten Wege und Wasserstrassen Literaturhinweise: 1 Marchaj, Aerodynamik und Hydrodynamik des Segelns, Hamburg 1979 - 2. Teil D5b + c 2 wie oben, 2. Teil C5g 3 Curry, Regattasegeln, Zürich 1960, Versuche im Aerodynamischen Versuchslabor von Prof. Junkers Technische Merkmale Mehrfach-Knickspant, gebaut nach den Richtlinien des Germanisch Lloyd aus Stahl 37/2; Scheergang, Deck, Aufbauten und Ruder aus Edelstahl 1.4401; Teakdeck auf Brücke und im Cockpit; 4,5 - 6,5 cm PU-Isolation; Innenschale aus Birkenperrholz 100 AW Länge über alles 16.16 m Länge über Deck 14 m Länge in der Wasserlinie 13.3 m Breite über Deck 4.46 m Breite in der Wasserlinie 4 m Tiefgang ohne Schwerter 1.3 m mit vorderem Schwert 3 m mit achterem Schwert 2.3 m Verdrängung (1/2 gefüllte Tanks) 22 t Ballastanteil 33% Aufrichtendes Moment bei 30° Krängung 12.4 mt AW Fläche Wasserlinie 40 m2 IB (Wasserlinienträgheitsmoment B) 36 m4 IL (do. in der Länge) 411 m4 MB (Breitenmegazentrum über Verdrängungsschwerpunkt) 1.8 m Masten - Prinzip Kragtäger Durchmesser 300 mm Wandstärke bis 4,7 mm - 11 mm dann abnehmend bis im Top auf 4 mm Mastlänge total 16 m Mastlänge über Deck 14 m Segel - Prinzip Flügel-Segel (Sail-Wings) Fläche des Gross-Segels 47 m2 Fläche des Besam-Segels 45 m2 Fläche des Vorspiels 30 m2 Fläche des Bloopers 140 m2 Fläche der Sturmsegel je 10 m2 Segeltragzahl bei mehr als 15 kn Wind 5.2 darunter 2.8 Tanks Wassertank 1100 l Dieseltank 700 l Fäkaltank 400 l Motor: Mercedes OM616 - 46 kW
Crew
Nikola
Skipper
Marlena
Crew
Aktueller Törn
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