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letzter Beitrag 12.09.19 um 08:40 von  nills
Überführung Sardinien - Ostsee
 18 Antworten
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Autor Nachrichten
Paul
Segler
Segler
Posts:8


--
21.03.14 um 17:10
    Guten Tag beisammen!

    Ich plane ein Boot zu erwerben, das derzeit auf Sardinien liegt.

    Kommendes Jahr möchte ich es dann von Sardinien nach Norddeutschland, bevorzugt Ostsee, überführen.

    Nun würde mich mal Eure Sicht interessieren.

    - Was denkt ihr, wie lange man dafür brauchen würde?
      "aussen rum" sinds ja ca. 2500 sm... Mit 4 - 5 Stopps, reichen da 6 Wochen?
     
    - Über die Kanäle in Frankreich: wie lange denkt ihr würde man dafür brauchen?

    - Jahreszeit: ich würde gerne im Mai / Juni damit starten....

    Das ganze soll kein Einhandtörn werden, sondern mit wechselnden Crews....

    Viele Grüße,

    Paul


    Rossio
    Skipper
    Skipper
    Posts:39


    --
    22.03.14 um 12:17
    "                                                                                                                             "
    Hier sollte ein blöder Kommentar stehen. Mein innerer Admin hat ihn aber wieder gelöscht. 

    LG
    Rossio
    Paul
    Segler
    Segler
    Posts:8


    --
    22.03.14 um 16:45
    das ist wenig konstruktiv und auch wenig lustig...

    Wird unter der Rubrik "überflüssig" verbucht....

    Viele Grüße,

    Paul
    Najad 343
    Leichtmatrose
    Leichtmatrose
    Posts:2


    --
    23.03.14 um 14:31
    Hallo Paul,
    ich denke, die Entscheidung ergibt sich schon aus dem
    Tiefgang Deines Bootes.
    Aus meiner Erfahrung , sollte das Boot  einen maximalen
    Tiefgang von 1,8 mtr. haben, wenn die Entscheidung für eine Kanalfahrt steht.

    Die weitere Entscheidung die  ansteht ist:: mit liegendem Mast oder soll der
    Mast per Landtransport in den Norden verbracht werden.

    Die 3. Entscheidung : mag man Kanalfahrten, oder mag man sie nicht.

    Für eine Kanalfahrt mit wechselnden Crews spricht die bessere  Törnplanung und
    die Erreichbarkeit der Crews zu den Standorten.

    Auch für eine Kanalfahrt sollte man 4- 5 Wochen einplanen, ist aber von
    verschiedenen
    Faktoren abhängig.( Schleusenzeiten usw.usw )

    Wir haben den Törn in 2008 durchgeführt und würden  immer wieder  duch die Kanäle gehen.
     Wenn noch Fragen offen sind , kann ich anbieten, dass wir uns auf Sardinien treffen. wir
    sind vom 14.04. bis 30. o6. dort.

    Crew
    NEE LEEF
    z. zt. Arbatax



    SY Elise
    Skipper
    Skipper
    Posts:27


    --
    23.03.14 um 16:50
    Hallo Paul, die zeitfrage ist immer sehr schwierig zu beantworten, da diese nicht nur von der Geographie und Wetterlage, sondern auch von den persönlichen Ansprüchen und Ausrüstung abhängt. Sollen schöne Orte besucht werden ? Wie ist der Zustand von Boot und Crew ? Crewwechsel bedeutet immer vereinbarungsgemäß an Flughafen oder Hafen zu einer bestimmten zeit zu sein. Mit kleiner Crew in 3wochentörns über 2-3 Monate, ggfs mit Pausen erscheint mir für einTörn Sardinien - Balearen - Málaga - Gibraltar - sagres- Sines - Lissabon - bayon - etc sinnvoll.
    Fair Winds wolfgang
    Paul
    Segler
    Segler
    Posts:8


    --
    23.03.14 um 20:14
    Vielen Dank Wolfgang und NEE LEEF,

    die Problematik mit den Crewwechseln ist mir leider durchaus bewusst. Wie heisst es immer so schön:
    Wir können einen Ort oder eine Zeit ausmachen, aber nicht beides zusammen….?

    Zustand und Seetüchtigkeit des Bootes wären soweit gut, so dass ich bzgl. der Route über Portugal etc. wenig Bedenken hätte. Auch Sightseeing etc. würde in diesem Fall wohl hinten anstehen müssen, denn im Fall der Fälle ginge es wirklich hauptsächlich darum Meilen zu machen um möglichst weit in einem Rutsch zu kommen.

    Wie schätzt ihr das ein, wenn man z.B. jeweils 5 Tage am Stück und 2 Tage Pause machen würde. Mit einem konservativ geschätzten Etmal von 100 sm müsste in ca. 6 Wochen doch zumindest Holland erreichbar sein, oder? Es ist vielleicht ambitioniert, würde mich aber doch sehr reizen es auszuprobieren….

    Andererseits spricht für die Route über die Kanäle natürlich das Argument der besseren Erreichbarkeit für Crewwechsel und auch, dass es deutlich familienkompatibler wäre.
    Der Tiefgang wird kein Problem darstellen und den Mast würde ich vermutlich gelegt selbst mit transportieren, es sei denn ein Landtransport wäre nach Abwägung der Vor- und Nachteile lohnend….

    Achja…. was kostet eigentlich die Schleusengebühr für die Kanalroute?

    Viele Grüße!

    Paul

    P.S.: NEE LEEF: auf dein Angebot eines Treffens auf Sardinien könnte ich evtl. gerne später im Jahr noch einmal zurück kommen :-)




    MERGER
    Senator
    Senator
    Posts:263


    --
    24.03.14 um 04:06
    Hallo Paul,

    ich habe mein Boot 2009 von NL über den Binnenweg ins Mittelmeer überführt (Reisebericht mit allen Infos) und hatte 2 Jahre einen Liegeplatz auf Sardinien (Alghero). Insofern kenne ich mich ein bisschen aus und verfolge ich diesen Thread mit Interesse. Mir sind dabei vor allem die Begriffe "6 Wochen" und "familienkompatibel" aufgestoßen. Beides schließt sich IMHO gegenseitig aus.

    Ich habe die Tour mit meiner Frau alleine gemacht, und dass wir heute noch zusammen segeln, liegt auch daran, dass wir unsere Törns "familienfreundlich" gestalten. Das geht nicht mit Zeitdruck. 6 Wochen sind für dein Vorhaben extrem knapp und ich habe auch Zweifel ob das mit einer harten Männercrew, die unterwegs nicht rechts und links guckt, ausreichend ist.

    Binnentörn hört sich so locker an. Denk aber bitte daran, dass du auf der Rhône den Strom gegen dich hast. Die Rhône ist nicht ohne, vor allem wenn sie Hochwasser führt. Mit einem kleinen Boot machst du dann vielleicht 5-6 km/h über Grund, bei etwa 60 - 80 km Entfernung zwischen den Häfen.  Von dort her gilt es solche Situationen zu meiden (beste Reisezeit Sommer, Frühherbst) Ich habe auf der Rhône einen Mistral mit 80 km/h erlebt. Das gegen Wind und Strom? Glaub mir, das brauchst du nicht wirklich. Trotzdem ist das alles kein Problem, du musst nur die Zeit haben solche Situationen auszusitzen.

    Auch der Golfe du Lion ist nicht ohne. Das geht von Sardinien aus gesehen in der Bouches de Bonifacio schon los. Bei gutem Wetter alles wunderschön und eine tolle Reise aber bei Mistral? Auch hier musst du die Zeit haben das richtige Wetterfenster abzupassen.

    Bei 6 Wochen und gleichzeitig familienfreundlich sehe ich nur eine Möglichkeit. Einen wunderschönen Törn mit vielen Landaufenthalten über Korsika nach Genua oder Südfrankreich und dann ab auf einen LKW. Das dürfte auch nicht teurer als die längere Reise sein. Die solltet ihr wählen, wenn ihr keinen Zeitdruck habt und der Weg das eigentliche Ziel ist. Auch auf dem Binnenweg gibt es unterwegs viel zu sehen und es wird sicher eine unvergessliche Reise, wenn ihr euch die notwendige Zeit dafür nehmt.

    Martin

    Martin, SY MERGER - Moderator
    SYWEGA
    Segler
    Segler
    Posts:22


    --
    24.03.14 um 07:35
    Ich kann Martin nur zustimmen! Wir haben diese Strecke 2003 binnen gemacht und haben 7 Wochen und drei Tage von Hamburg bis Port San Louis gebraucht. Zieht man unsere „überflüssigen Stops“ ab, so kann man das sicherlich in 6 Wochen schaffen, aber das würde der Strecke nicht gerecht. Gerade das langsame (im Vergleich zum PKW) Durchfahren Frankreichs war für uns der besondere Reiz bei dieser Reise.

    Startest Du im Frühjahr, hast Du zusätzlich zu den 235 Schleusen auch noch den wegen der Schneeschmelze stärksten Gegenstrom auf der Rhone vor Dir.

    Auf dem Rückweg haben wir es so gemacht, wie Martin es Dir vorgeschlagen hat: Das Boot in Antibes auf den LKW und auf Fehmarn wieder runter. Das hat damals weniger als 2000€ gekostet und das würdest Du wohl auch an Diesel für diese Strecke ausgeben. Der günstige Preis liegt daran, dass die Speditionen neue Boote von den Werften ans Mittelmeer bringen und zurück vielfach leer fahren.

    Außen herum in 6 Wochen vermag ich mir nicht vorzustellen.
    SYWEGA
    Segler
    Segler
    Posts:22


    --
    24.03.14 um 07:37
    Sorry viele Grüße natürlich
    Achim
    Paul
    Segler
    Segler
    Posts:8


    --
    24.03.14 um 19:58
    Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

    Dass das so oder so kein reiner Urlaubstörn würde, ist mir bewusst.

    Ich stimme Euch zu, dass "familienfreundlich" relativ ist. In meinem Fall hiesse das, dass Frau und Kinder für 2-3 Wochen mitfahren auf dem Kanal und wir dann das Boot von einer befreundeten Familie weiter überführen lassen würden. Im Anschluss dann evtl. noch eine dritte Crew, so dass die 6 Wochen auch dehnbar sind und von der Motivation der Freunde abhängig ist ihren Urlaub "zu opfern" um mein Boot nach Deutschland zu bringen.. :-)

    Aber besonders interessant fand ich den Vorschlag mit dem LKW. Ich hätte nicht gedacht, dass das so günstig ist!

    Das finde ich eine echt gute Alternative (auch wenn man dann nicht die reizvolle Kanaltour machen kann, aber man kann ja nicht alles haben… :-) ). Denn dann wäre es ja wie von Euch vorgeschlagen wirklich am schönsten, gemütlich 3 Wochen über Korsika nach Genua o.ä. zu segeln und dann zu verladen. 

    Kannst Du mir eine Spedition empfehlen? Gibt es da bekannte Namen? Wie sind die denn versichert? Sind die dauerhaften Erschütterungen auf so einem LKW über knapp 2000 km nicht kontraproduktiv für die Struktur eines GFK-Rumpfes?

    Viele Grüße!

    Paul



    SY Muffet
    Kommodore
    Kommodore
    Posts:127


    --
    24.03.14 um 21:42
    Hallo Paul,

    ob ein LKW Transport noch das kostet, was oben angegben ist, musst du überprüfen. Letztes Jahr Slowenien Düsseldorf 5500.- Euro oder NL(Breskens) - Düsseldorf 3200.- Euro - jeweils das günstigste Angebot. Bei den Angeboten auch auf die zulässige Höhe des Schiffes achten, ist auch von der Konstruktion des Tiefladers abhängig.

    In den einschlägigen Printmedien oder bei Internetrecherche sind Anbieter leicht zu finden.

    Grüße  Fritz
    SY-Kassiopeia
    Skipper
    Skipper
    Posts:74


    --
    25.03.14 um 10:51
    Die Kosten sind abhängig von Bootsgröße, insb. Breite (Begleitfahrzeug ja oder nein) und auch der Mastlänge. Wir waren sehr zufrieden mit Glogau und Speedy - jeweils 1600,- von NL/Lemmer nach Nürnberg und Nürnberg - Wilhelmshaven vor etwa drei/vier Jahren.

    Was eventuell den Preis noch reduzieren kann, ist, wenn du zeitlich flexibel bist. Wenn sie das Boot auf dem Rückweg einer Tour mitnehmen können anstelle einer Leerfahrt, ist da sicherlich was machbar.

    Angebote haben wir etliche sehr schnell bekommen, vergleichen lohnt.

    Grüße
    Claudia
    Paul
    Segler
    Segler
    Posts:8


    --
    26.03.14 um 19:32
    das ist interessant... (ich habe bis vor 1,5 Jahren übrigens auch in Franken gewohnt... in Erlangen...   )

    aber davon abgesehen: 

    Wenn es nicht zwingend notwendig wäre, dass man beim Verladen anwesend ist, dann wäre die zeitliche Flexibilität kein Problem....
    Aber wahrscheinlich würde man schon allein aus Angst gerne freiwillig beim Verladen dabei sein... :-)




    nills
    Posts:3


    --
    07.09.19 um 10:07

    Hallo, ich hänge mich hier mal mit rein und wäre für eine Antwort sehr dankbar, auch wenn die letzte Antwort hier schon länger her ist, ich möchte kein neues Thema dazu öffnen. Ich konnte schon viele hilfreiche Tipps aus diesem thread mitnehmen, habe aber trotzdem noch die ein oder andere Frage. Wir planen auch eine Überführung vom Mittrelmeer über den Binnenweg, an die Ostsee. Ist das mit einem Tiefgang von 1,50 m möglich und reicht ein 20 PS starker Einbaudieselmotor aus? Wir bringen genug Zeit mit und sitzen schlechte Bedingungen ggfs gerne aus. Wie herauszulesen ist, wäre der Sommer, bzw. Frühherbst die ideale Zeit für eine Überführung? Ist der Wasserstand dann nicht sehr niedrig? Ginge das mit 1,50 m Tiefgang überhaupt? Desweiteren habe ich Berichte gelesen, bei denen der Weg über die kleine Rhone genommen wurde, um die starke Strömung zu meiden. Vielleicht wäre das auch eine Option? Ich wäre für Antworten und sonstige Anmerkungen sehr dankbar. 

    Besten Dank!  

    Viele Grüße, Nils

    wijosef
    Kommodore
    Kommodore
    Posts:146


    --
    07.09.19 um 14:26

    Servus Nils.
    Bei schwacher Motorisierung beginn man am besten in Grau du Roi.
    Da hat es zuerst eine Dreh dann eine Hubbücke.
    Nach der Drehbrücke ist links eine Werft die Dir den Mast legen kann.
    Manche machen das auch selbst an der Hubbrücke denn Strömung ist dort vernachlässigbar und der Steg davor die ersten Tage kostenlos.
    Ab Aigues Mortes beginnt die Vignettenpflicht.
    Bei sechs Wochen bietet sich eine Jahresvignette an, die im Internet erhältlich ist.
    Ab Beaucaire geht es in die Rhone.
    Bei Hochwasser und kleiner Motorisierung ist das eine Lebensaufgabe und damit ist Hochwasser zu vermeiden.
    Bei Mistral segelst du bei gelegten Mast mit sieben Knoten stromab.
    Ab Lyon geht es in die Saone, die hat wenig Strömung.
    Bei St. Symphorien ist es mit 1,5 Metern besser in den Canal Rhone au Rhin abzubiegen.
    Dieser ist ist für die Berufsschifffahrt ausgebaut.
    Geradeaus über den Canal de LÉst`geht zwar auch aber Du wirst Grundberührung haben denn der Kanal ist Trogförmig und für Dich in der Mitte gerade eben ausreichend tief.
    Bei Breisach bist Du im Rhein und die Strömung ist mit Dir.
    Nur eine Sache noch, Tanke da wo immer es möglich ist, denn leider ist es nicht immer möglich Hihi.
    Die Fahrt ist schön und bei Normalwasser auch reichlich unspektakulär.
    Liebe Grüße Josef

     

    jamesmcdust
    Kommodore
    Kommodore
    Posts:133


    --
    07.09.19 um 19:45

    Hallo
    Vignetten kann man online bei vnf.fr bestellen. Auf dieser Webseite kann man sich auch über die schiffbaren Wasserwege in Frankreich kundig machen. Ebenso wird über Sperrungen, unübliche Wasserstände (z.B. Hochwasser, weniger Fahrwassertiefe, Durchfahrtshöhe usw.) orientiert. Wenn dein Boot mit gelegtem Mast unter 3.5m über Wasserlinie misst, solltest du, normalerweise auf den Kanälen und Flüssen durchkommen. Allerdings habe ich schon mal erlebt, dass in einem Abschnitt (zwischen zwei Schleusen zu viel Wasser war, der Wasserstand wurde aber auf meine Bemerkung hin innerhalb kurzer Zeit auf Soll gebracht.
    Wie Josef bemerkt kommt man über Grau du Roi in das Kanalnetz und auf die kleine Rhone. Die Einfahrt bei Ste Marie de la Mer ist nicht schiffbar. Die Rhone erreicht man dann oberhalb Arles die erste Schleuse wird dann ein paar km weiter bei Tarascon erreicht. Auf diesem Abschnitt ist noch relativ viel Strömung, abhängig vom Wasserstand. Geduld mit nicht so starker Motorisierung braucht es auch oberhalb Avignon bis zur Schleuse Avignon. Allgemein bei Engstellen und unter Brücken ist die Strömung natürlich stärker. Vorsicht ist auch bei der Zufahrt zur Marina in Valence (Port de l'eperviniere) geboten, da die Einfahrt am Prallhang liegt und talwärts Untiefen (Felsen, Steine) vorhanden sind.
    Der Canal de l'Est heisst jetzt ab Corre bis Toul Canal des Vosges. Diesen Sommer war der Wasserstand abgesenkt, so dass Kielboote Grundberührungen in der Scheitelhaltung meldeten. Aber das war auf der Webseite von VNF erwähnt, man muss diese eben vorher konsultieren.
    Falls du den Rhein - Rhone Kanal befährst erreichst den Rhein genau genommen erst nach talwärts passieren der Schleuse Iffezheim. Dann bist du auf dem schnell fliessenden Rhein. Der Rhein- Rhone Kanal endet mit der Schleuse Niffer, nach der du in den Grand Canal d'Alsace einfährst. Breisach folgt dann etwas später talwärts. Im Übrigen ist Breisach einen Besuch wert. Auch würde ich in Strasbourg durch eine der Schleusen in den Hafen einfahren und die Stadt besuchen. Ebenfalls sehr interessant auch wenn die Marina, in der Nähe des Zentrums und der Einkaufsmöglichkeiten, weder über Duschen noch Toiletten verfügt. Und das in der Hauptstadt der EU! Trost: die meist gastfreundlichen Bootclubs am Rhein haben mindestens eine Dusche und Toilette.
    Diesel: abhängig von der Grösse des vorhandenen Tanks und des Std-Verbrauchs des Motors habe ich mit meinem Boot keine Probleme mit der Treibstoffversorgung gehabt. Ich habe in Port St. Louis du Rhone den Tank gefüllt und 60L Reserve in Kanistern mitgeführt. In deinem Falle würde ich in Port Camargue nahebei Grau du Roi auftanken. Ich habe erst wieder in der Marina Valence aufgetankt (Selbstbedienung, Kreditkarte). Auftanken wäre auch in der Marina Condrieu möglich oder in Lyon. Ich habe erst wieder in Auxonne bei einer Strassentankstelle Diesel gekauft. Allerdings hätte ich auch in St.Jean de Losne an der Bootstankstelle auftanken können (Selbstbedienung, Kreditkarte).
    Karten: ich habe Navionics auf meinem I-Pad. Bin aber damit auf dem franz. Binnenwasserstrasen nicht zufrieden und habe für die Rhone, Saone, Canal des Vosges und Canal de la Marne au Rhin die Navicartes gekauft. Bekommt man bei Amazon.fr oder Amazon.de. Je ca. 20 Euro. Waren, meine Ansicht, das Geld wert, da neben Liegemöglichkeiten, evlt. Reparaturen, Erklärungen zu den Warn- und Hinweistafeln, Schallsignalen usw. auch touristisch interessante Orte beschrieben werden. Drei-teilw. viersprachig F/E/D/teilw. NL.
    Im Übrigen im Mai 1977 musste ich in Port St. Louis du Rhone auf die Freigabe der Schifffahrt warten und bin mit einem 11m Segelboot mit 40 PS Motor und 1,83m Tiefgang beim höchsten schiffbaren Wasserstand die Rhone hochgefahren. Ab St. Vallier im Schlepp da zwei Schleusen noch nicht gebaut waren. An gewissen Stallen 500 m in der Std gut gemacht. Aber heute sind alle Schleusen in Betrieb und die Strömung in der Regel 4 km/h. Nun kannst du selber ausrechnen wieviel Zeit du mit deinem Boot für die 300 km auf der Rhone brauchst. Die Saone hat viel weniger Strömung, auch auf den Abschnitten auf dem Doubs des Rhein Rhone Kanals ist die Strömung gering. Vorsicht nur bei hohem Wasserstand kurz vor Montbeliard wo die Fahrrine des Kanals den Doubs quert.

    1,5m Tiefgang sind auf der vogeschlagenen Route möglich. Trotzdem wird du nicht überall problemlos anlegen können. Allerdings ist meist Sand oder Schlick als Grund vorhanden, die Navicarte warnen bei Fels.

    Statt fair winds not to much odd current.
    James



     

    nills
    Posts:3


    --
    08.09.19 um 19:27

    Vielen Dank für die hilfreichen Antworten, das stimmt mich sehr zuversichtlich, die Tour scheint wirklich machbar zu sein. 

    Der Kraftstoffverbrauch wird auf diese Strecke und ob der großen Anstrengung ordentlich sein. Der Motor wird dann auch stark beansprucht. Ich frage mich, ob die Motoren für solch eine Dauerbelastung/Überlastung? gemacht sind. Eigentlich it es ja dann doch eine Segelyacht.

    Besten Dank!

     

    Liebe Grüße

    jamesmcdust
    Kommodore
    Kommodore
    Posts:133


    --
    09.09.19 um 15:28

    Hallo NiIs

    so eine Binnenfahrt sollte für ein Boot mit Einbaudiesel und Antrieb, ob Welle oder Saildrive, gut zu bewältigen sein. Hat dein Motor schon immer Probleme gemacht wird es auf der Binnenfahrt auch nicht besser sein, nur, da bist du nicht weit vom Land ;-) und falls du mit dem Handy ins Internet einloggen kannst, auch nicht weit von Hilfe. Mal von einer Ueberführung auf den franz. und deutschen Binnengewässern ausgehend. Einzig die Rhone, da Bergfahrt verlangt vom Motor etwas mehr. Auf den Kanälen z.B. Rhein-Rhone Kanal, mit Ausnahme der Abschnitte auf dem Doubs, sind für private Boote nur 8 km/h erlaubt. Man darf aber auch langsamer fahren...

    Natürlich kann man auch aussen rum segeln. Aber wenn man vom Mittelmeer kommst wird der vorherrschende portugiesische Norder, wenn du nicht auf einen dort relativ raren Süd- resp. Südwestwind warten kannst, das Segeln an der Westküste Portugals nicht sehr gemütlich machen. Um es mal so auszudrücken. So selber erlebt. In meinem Handbuch Atlantic Spain und Portugal (Ausgabe 1983)  man könne sich auch überlegen zu den Azoren zu segeln und dann nach Galizien um das Aufkreuzen entlang der portugisieschen Westküste zu vermeiden. Erschwerend kommt dazu, dass Häfen Portugals in Flussmündungen nicht unter allen Bedingungen angelaufen werden können. Um Protesten vorzubeugen, zeitweise kann man auch einen Anlieger segeln.

    Aber einmal Cap Finisterre gerundet kannst du bei Südwester sogar mit Spi über die Biskaya, auch mal selber so gemacht. Schön, beim Start in La Coruña die Kameraden die vom Aermelkanal kommen und sich von einem Südwester erwischen liessen an den 20nach acht Mienen zu erkennen ;-)).

    Auf der ganzen Strecke hast du mehr oder weniger ausgprägten Gezeiten zu navigieren. Natürlich kannst du die Gezeitenströme zur Beschleunigung der Reise benutzen. Als zusätzlichen Reiz liegen viele interessante und malerische Häfen an der Strecke; aber siehe Bemerkung weiter oben.

    Nun ja, jede Streckenwahl bietet irgendwo eine mehr oder weniger harte Knacknuss. It's up to you.

    James

    nills
    Posts:3


    --
    12.09.19 um 08:40

    Hallo, ich bin fest auf die Binnenroute festgenagelt. Außen herum wäre sehr reizvoll, aber da muss unser kleiner erstmal noch wachsen, mit gerade mal einem halben Jahr wären so lange Schläge nicht so schön, meiner Meinung nach. Es gibt zwar einige, die machen Atlantiküberquerungen sogar mit Baby, aber die haben dann auch eine größere Crew. Ich müsste meistens Einhandsegeln. Da bevorzuge ich doch die gemütliche Tour:)

     

    Ich habe mal 1 Jahr in Breisach gewohnt, danach 12 Jahre in Freiburg i.Brsg., in dieser Zeit war ich viel mit Kanu und Kajak auf dem Rhein unterwegs, im Taubergießen und den Stromschnellen bei Neuenburg, sehr schön dort - jedoch für Schifffahrt gesperrt und kaum möglich, deshalb vermute ich stark die Route wird über den parallel geführten Rhein gehen:))

     

     

    Viele Grüße,

    Nils

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