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letzter Beitrag 19.06.19 um 14:08 von  Dody
Gute Erfahrungen auf der Mittelmeerseite von Marokko
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Autor Nachrichten
laotse50
Skipper
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Posts:37


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15.06.19 um 08:07
    Hallo zusammen, wollte von meinen positiven Erfahrungen in Marokko berichten.

    Wir sind letzte Woche von Gibraltar über Ceuta (spanische Exklave) zur Marina Smir bei M‘Diq gesegelt.

    Haben dabei ohne Probleme die Straße von Gibraltar überquert, AIS ist dabei extrem hilfreich, da ich sehen kann, wie nah uns die dicken Dinger kommen. Zeigte das AIS weniger als 300 m CPA, wurde kurz über Funk die Vorbeifahrt besprochen, wobei in der Regel die dicken Schiffe Ihren Kurs angepasst hatten, so dass wir gar nichts machen mussten. Nur eInmal haben wir den Kurs um 20 Grad geändert, damit wir hinter einen Tanker vorbei fahren konnten.

    Kommt der Wind aus Westen, ist er durch die Düsenwirkung fast immer 10 Kts stärker als auf den Wetterkarten! Darauf sollte man sich einstellen und wir sind deshalb bei Ostwind, dem Levante rüber.

    Unterwegs waren wir umringt von jede Menge Delfinen, Grintwalen diversen anderen dreieckigen Flossen. Es war echt beeindruckend.

    Schnell nach knapp 20 sm waren wir dann vor Ceuta und bekamen einen Liegeplatz direkt neben der Guardia Civil, die dort mit 7 Schiffen und 2 Hubschraubern vertreten ist. In 2 Tagen konnten wir sehen, wie 2 Flüchtlinge im Kanu aufgegriffen und 2 Boote beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen wurden. Unser Platz war aber total sicher, und die Stadt ist sehr schön, zollfreier Einkauf und Diesel locken (0,80 €/l).

    Von dort ging es ca. 15 sm nach Smir, die einzige echte Marina westlichen Stils im Mittelmeer, an einem Resort gelegen, dadurch etwas isoliert aber dafür bestens bewacht. Wo wir in Marinas Zäune kennen, waren hier ca. Immer 6 Mann 24 Stunden am Tag damit beschäftigt, die Boot zu bewachen.

    Taxis in die nächste Stadt kosten ca. 2 €, wo man gut einkaufen kann.

    Da man in jedem Hafen in Marokko ein- und ausklarierende muss, haben wir uns auf eine Marina beschränkt und den Rest mit dem Taxi gemacht, vor allem Tetuan mit seiner 1.000 Jahre alten Medina hat uns sehr fasziniert.

    Ein- und Ausklarieren hat etwas gedauert, zumal sich mein französisch auf 20 Worte beschränkt, war aber problemlos.

    Beim Einfahren in die Hoheitsgewässer sollte man die Gastflagge und die gelbe Q-Flagge setzen. Man fährt wie gewohnt ein Warteponton an. Direkt daran sitzen Hafenbehörde, Polizei und Zoll, die man nun nacheinander aufsuchen muss, eventuell kommt der Zoll noch für eine Inspektion an Bord. Nach jeweils ca. 1 h waren wir durch und bekamen unseren Liegeplatz.

    Die Menschen waren extrem freundlich zu uns und wir haben uns dort sehr wohl gefühlt.

    Daher von uns Daumen hoch für Marokko

    Tania und Wolfgang
    SY Blue Pearl
    ArAl
    Skipper
    Skipper
    Posts:32


    --
    16.06.19 um 19:08
    Danke für den Bericht.

    Geht es weiter zur nächsten spanischen Exklave "Puerto de Melilla", oder zurück nach Spanien?
    Ott
    Skipper
    Skipper
    Posts:43


    --
    18.06.19 um 15:57
    Moin, sommerliche Grüße von der Ostsee.
    Kann der Crew der


    Moin und sommerliche Grüße von der Ostsee.
    Kann dem nur zustimmen. Habe 2006 und 2010 die marokkanische Mittelmeer- und Atlatikküste bereist bis zu den Kanaren.
    Heute ist die die INfrastruktur für Yachten wesentlich verbessert worden, siehe Tanger.
    Es lohnt sich. Es ist Urlaub und Abenteuer pur!!! Von allen Häfen aus, hat man die Möglichkeit Land und Leute kennen zu lernen.
    Außerdem hat man nach Lanzarote/Kanaren nur noch ca. 120 sm zu bewältigen......Traut Euch.
    Fair winds und immer eine breite Hand
    Dierk Ott, TO-Stützpunkt Neustadt.



    laotse50
    Skipper
    Skipper
    Posts:37


    --
    19.06.19 um 07:08
    Leider keine Zeit mehr, aber ist geplant beim nächsten mal! Soll sehr schön dort sein.
    Dody
    Senator
    Senator
    Posts:239


    --
    19.06.19 um 14:08

    Das ist es auch, Wolfgang! Ich hatte den Kuestenteil ewig her (in 2003) in der Gegenrichtung, also von Melilla nach Ceuta, besucht. Von Melilla kommend war Al Hoceima der erst-moegliche Port of Entry - der angelaufen werden musste, wollte man auch andere Haefen oder Ankerbuchten in Marokko besuchen. Auch wenn im North Africa Pilot der RCCPF ueber Al Hoceima steht "... This is one of the only ports in Morocco where yachts have never been welcome ..." ich, und all die anderen Yotties die zum gleichen Zeitraum da waren, haben uns pudelwohl gefuehlt und sind eingetaucht ins quirlige Leben. Sicher, es gibt keine Marina, keinen Isolierten Bereich und keine schicken Boutiquen fuer denjenigen der sowas mag. Wir haben jeweils mit bis zu 20 Schiffen im Paeckchen gelegen, darunter auch viele Marokkanische Fischerboote die unter unglaublicher Vorsicht in den verzwicktesten Eckchen manoevrierten ohne auch nur den winzigsten Kratzer zu verursachen. Die Behoerdenvertreter waren super-zuvorkommend, die Menschen hilfsbereit, freundlich, immer mit unserem Wohlergehen "besorgt" weil wir ja schliesslich auch Seeleute sind, ich werde es nie vergessen!

    Als naechstes stoppte ich fuer ein Weilchen in El Jebha, ein kleines verschlafenes Fischeroertchen mit ebenso freundlichen und herzlichen Menschen. Damals gab es noch keine eigene Behoerdenstation im Hafen, der Commandante kam eigenhaendig mit seinem Jeep angefahren um mich mit Paessen und Schiffspapieren in das ca. 4 KM entfernte Gebaeude mitzunehmen um den Papierkram zu erledigen - und mich dann wieder in den Hafen zurueckzufahren. Ausreise funktionierte nach dem gleichen Prinzip. Das Gebaeude diente gleichzeitig als Gefaengnis und so mussten bei der Weiterfahrt 2 Gefangene angekettet warten bis der Commandante mich wieder zurueck zu meinem Schiff gebracht hat. Am ersten Morgen war ich ziemlich ueberrascht als ich aufwachte und sich der Sonneneintreffswinkel im Vorschiff veraenderte ... nun, des Raetsels Loesung war dass ein Fischerboot reingekommen war und dort wo ich lag den Fang ausladen musste. Muxsmaeuschenstill verlegten sie mein Schiff, vertaeuten es ordentlich, und brachten es hinterher wieder ganz leise an seinen Platz zurueck, zusammen mit den Fischern hab' ich Traenen gelacht hinterher!

    Ich bin sicher Du wirst viel Spass da haben!

    Fair winds
    Dody

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