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letzter Beitrag 09.04.20 um 10:23 von  laotse50
Unterwasser mit Spritzpistole auftragen?
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Autor Nachrichten
EVE-AND-I
Skipper
Skipper
Posts:25


--
31.12.19 um 13:07

    Liebe Seglerkameraden

    Ich habe ein 40 Jahre altes Segelboot gekauft und alles bröckelt bereits ab. Das Unterwasser werde ich mit Trockeneis wegnehmen lassen. Wir gehen der Barfussroute entlang und ich frage mich, was besser ist, Hart Antifouling oder Selbstschleifend? Da ich nicht mehr so rumkriechen will wie früher mit Pinsel und Rolle und das bei mehreren Farbaufträgen, möchte ich fragen, ob ich mir eine Wagner Farbspritzpistole kaufen soll um das Unterwasser so zu machen. Später würde ich auch Deckarbeiten machen wollen. Hat jemand gute Resultate, Erfahrungswerte diesbezüglich und was für Farben wären optimal? 

    Danke für eure Antworten

    EVE-AND-I

    FRIEDRICH-G
    Skipper
    Skipper
    Posts:56


    --
    31.12.19 um 14:09

    So einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Wenn der Gelcoat noch etwas taugt, dann wird er durch das Trockeneisstrahlen vollständig perforiert und muss ersetzt werden. Wenn Du die Barfussroute segeln möchtest, dann benötigst Du ein mehrjähriges tropentaugliches SPC-Antifouling. Um EP-Primer-Antifouling zu spritzen ist ein Airles-Anlage erforderliche denn die Spritzdrücke betragen je nach Produkt 240 - 500 Bar. Ansonsten bedarf es mehr Angaben um Deine Frage halbwegs vernünftig zu beantworten.
    Friedrich

    EVE-AND-I
    Skipper
    Skipper
    Posts:25


    --
    31.12.19 um 14:37

    Hallo Frierich

    Danke für deinen Input. Nun, wenn Trockeneis das Gelcoat verletzen würde, dann muss ich von dem Ablassen und die Schichten abkratzen lassen. Das Unterwasser wurde vor 10 Jahren osmose saniert und mit 2 zusätzlichen Lagen wieder aufgebaut. Es scheint, dass der Voreigner dann auf Hart Antifouling ging, dies dann aber mittels Selbstschleifendem Material einfach immer wieder nur übermalt hatte. Ich brachte vor 2 Jahren 2 Anstriche von einem Hempel Produkt auf, das man mir lobte. Es war auch im Mitelmeer sehr gut. Nur fallen jetzt eben grosse Stücke des Hart Antifoulings ab und damit natürlich auch die Selbstpolierenden Farbaufstriche. Das Boot hat eine Wasserlinie von ca. 10 M und eine max Breite von ca. 3M. Hierfür würde mir eine Firma fürs Abkratzen EU 1800 verlangen. Das ist ok für mich, da hart erarbeitet. Der Aufbau weiss ich noch nichts genaues. Aber es sieht so aus, dass eine normale Spritzpistole den Job nicht machen kann. Der Hersteller kam noch nicht auf mich zurück. Mal gucken.

     

    DANKE Friedrich

    FRIEDRICH-G
    Skipper
    Skipper
    Posts:56


    --
    31.12.19 um 16:10
    Hallo, Du möchtest mit einen 10 m Boot, 40 Jahre alt die Barfussroute, oder auch Passatroute segeln. Für ein solches Vorhaben muss ein Boot auch den Anforderungen gerecht werden. Du hast ein gebrauchtes Boot bei dem bereits osmotische Schäden instandgesetzt wurden, darauf zahlreiche unbekannte Anstriche, was weitere Schäden vermuten lässt. Die meisten Antifoulings von Hempel sind von der Voss, die den Namen Hempel benutzt. Auf ein Segelboot gehört kein Hart- noch ein Weichantifouling. Auch da wurde bereits in der Vergangenheit gepfuscht, mit der Folge weiterer Aplikations-Probleme. Wenn Dein Boot Differenzwerte bei der Feuchte von mehr als 2% hat, dann gehe davon aus dass sich bereits das ISO-Harz vom Laminat trennt und das Boot wird weich, verliert seine statische Festigkeit. Da geht es um die eigene Sicherheit besonders bei dem was Du vorhast. Ich habe das Gefühl, Du möchtest Dir einen Traum erfüllen nur mit ein bisschen abkratzen, neu beschichten alleine ist es nicht getan.
    EVE-AND-I
    Skipper
    Skipper
    Posts:25


    --
    07.01.20 um 12:46
    Hallo Friedrich
    Na, ganz so schwarz sehe ich dies natürlich nicht:-) Das Survey kam super gut raus und Osmose war mit den damaligen Härtern eine eher normale Angelegenheit, als es Heutzutage. ist. Auch im Yacht Magazin kam dieser Typ Segelboot sehr gut durch. Da mache ich mir wirklich keine Sorgen darüber. Dieses Boot wurde für Lange Fahrt als Langkieler gebaut. Vor etwas über 20 Jahren bin ich Solo von Vancouver nach Neuseeland mit einem 30 Fuss Langkieler gesegelt, mit einem grossen Hund. In den 1970igern und 1980igern waren 30-36 Fuss Segelboote die Norm, auch für Weltumsegelungen. In einem der Grössten Segelclubs, der Blue Water Cruising Association, based out of Victoria B.C. Canada, gehörten derartige Boote zur Norm. Wie gesagt, auch für Langstrecken-Segler. Wir wollen aber mit Absicht keine Plastikschüsseln von 40 Fuss. Bei denen hätte ich Angst, da ich schon erlebte, dass die Klampen durch Starkwind in der Marine, trotz 12 Abspannleinen mit grossen Gummistoppern, eben 4von 8 Klampen entweder komplett oder Teilweise aus dem Fiberglass herausgerissen worden sind. Ausserdem kann ich unsere Grösse immer und jederzeit alleine beherrschen, was bei grösseren Booten mehr und mehr verunmöglicht wird. Dafür wird es halt immer zuwenig Platz haben, das stimmt schon. Das liegt aber auch an mir selber, da man alles 2 und 3 fach mitnehmen will. Aber von dem Unterwasserschiff, da mache ich mir keine Sorgen. Es bleibt Auszukundschaften, ob Eisstrahlen wirklich auch das Gelcoat angreift und zerstört oder welche Entfernungstechnik die bessere Wahl sein wird. Aber Danke für Deine Gedanken.
    SY Tanamera
    Posts:3


    --
    07.01.20 um 16:29
    Hallo eve-and i,
    wie heißt du denn nun wirklich?
    Wir haben (Stahlschiff ) die letzten Jahre in der Karibik Jotun Racing Hardantifouling gestrichen. Hat die ersten 3 Monate in der Karibik gut funktioniert. Danach ging es mit Bewuchs los. Das Problem war , das die oberste Schicht mit dem „Gift“ sich langsam ausgewaschen hat. Um das Antifouling wieder zu aktivieren mußte ich mit einem sehr rauen Scotschbrit die Antifouling Oberfläche abschleifen. War immer recht Mühsam. Oder das Boot ist über 40 Kn schnell lt. Hersteller, dann entfällt das anschleifen.
    Seit letztem Jahr haben wir Selbst Polierendes Antifouling, von Jotun, gestrichen. Seit Jan. 2019 bis jetzt haben wir über 8000 sm von den Kanaren über die Karibik, nach Neufundland über die USA zurück in die Karibik zurückgelegt. Wir müssen je nach Wasserverschmutzung hin und wieder das Unterwasserschiff reinigen. Da die grüne Schicht nur lose anliegt und wir so gut wie keine Seepocken und überhaupt keine Entenmuscheln am Rumpf haben, ist das Reinigen sehr einfach geworden. Mit einem Kunststoffspachtel geht es sehr gut.
    Durch das viele Saragossamgrass ist das selbstpolierende Antifouling im Bereich von ca. 40 cm von der Wasserlinie abwärts sehr stark abgerieben worden. Das hatten wir mit dem Hardantifouling nicht.
    Beim nächsten mal werden wir 2 weitere schichten Antifouling in diesem Bereich streichen.
    Wir werden nach diesen Erfahrungen weiter Selbstpolierendes Antifouling verwenden.
    Spritzen geht nur mit Aerlessanlagen. Wir benutzen die gute alte Rolle.
    Herzliche Grüße aus der Karibik
    Wolfgang
    SY Tanamera
    EVE-AND-I
    Skipper
    Skipper
    Posts:25


    --
    24.02.20 um 09:30

    Hallo Wolfgang

     

    Danke für deine sehr guten Erklärungen. Ich mache derzeit, genau dasselbe wie du. 1 fester Farbauftrag und dann 3 Selbstpolierende. Aber das Abschleifen des Unterwasserschiffes schleift einem schon viel stärker, als erwartet. 

    Ich liess in einer catalanischen Werft eine Offerte für ein 33 Fuss Boat machen für Sandstrahlen, 2 x Mastice, 1 x Hart und 2 bis 3 x Selbstpolierend einholen. Die kamen auf knappe 10 000 Euros. Dann ging ich zu einem anderen und Schwupps waren es nur noch 3000 Euros, dafür statt Sandstrahlen, abschleifen wenn ich mithelfe. Es ist schon enorm, wie man überall mit Argusaugen rumrennen muss um nicht über den Tisch gezogen zu werden. 

    Wir wollen aufs Wasser zurück, schon wegen den Wogen des Corona Viruses. Aber das ist ein anderes Thema. 

    BesteGrüsse Eve-and-I

     

    FRIEDRICH-G
    Skipper
    Skipper
    Posts:56


    --
    31.03.20 um 12:30
    Hallo EVE-AND-I
    verstehe ich das richtig, Ihr schleift das Unterwasserschiff ab, darauf dann Mastic-45880 von Hempel, darauf ein Hartantifouling und auf das Hartantifouling 2-3 x ein selbstpolierendes Antifouling. Mal ehrlich, ist das wirklich Dein Ernst, solche Anwendungen für 3000,-€ sind reine Geldvernichtung. Da wäre es besser die 3 Mille an die Caritas zu spenden und Du würdest Dir dann die Folgekosten sparen.
    Ich kann mir bei besten Willen auch nicht vorstellen, dass einer der nur ein bisschen von der Materie versteht, so etwas vermittelt hat.
    Gruß Friedrich
    laotse50
    Skipper
    Skipper
    Posts:43


    --
    31.03.20 um 16:12
    wir haben noch eine technische Alternative anzubieten.

    Ich habe vor 4 Jahren Ultraschallsensoren einbauen lassen. Der Hersteller empfiehlt dann eigentlich ein Hartantifouling oder gar keins. Da wir bereits weiches drauf hatten, habe ich es drauf gelassen, funktioniert auch. Allerdings haben wir ein Stahlschiff, und da funktioniert Ultraschall besonders gut. Die Installation hat rund 3.000 € gekostet, ich habe es bis heute nicht bereut.
    In der Zwischenzeit hatten wir das Schiff 2 mal an Land und nie Bewuchs.

    Allerdings habe ich das Schiff beim Rausholen mit Hochdruckreiniger abgespritzt und damit versehentlich einen Großteil des Antifoulings entfernt, so dass ich doch wieder gestrichen habe, damit es nicht so fleckig aussieht.

    Gruß
    Wolfgang
    SY Blue Pearl
    FRIEDRICH-G
    Skipper
    Skipper
    Posts:56


    --
    31.03.20 um 17:31

    Wir erleben immer wieder dass homöopathische Produkte auch funktionieren. In der Schweiz haben wir einen, der wirbt mit Vitamin C, oder mit Cayennepeffer manche mit einer Epoxid-Kupferfarbe mit reinen Kupfer das nicht elektrisch leitend ist. Ein einfacher Magnet genügt um Wasser zu entkalken und noch von anfallenden Bakterien zu befreien und wenn sich einer mit einer Gillette Mach III rasiert, dann rasiert er sich mit dreifacher Schallgeschwindigkeit. Bereits Thomas Edison hat da bereits solche Versuche durchgeführt. Die Versuchsergebnisse im Forschungszentrum Braunschweig haben bei Stromstößen mit 70 Ampere / 420 Volt, das sind ca. 30 Kw. Leistung gezeigt, dass eine Reduzierung der Seepocken oder Bewuchs kaum möglich ist. Vermutlich bekamen die Pocken nur einen vorübergehenden Schreikrampf.
    Mit z.B.12 Volt und der angegeben Leistung von 1-2 Watt bei diesem System ist das Vergleichbar, wie wenn einer mit einer Fliegenklatsche einen Hochhausbrand löschen möchte, mit Ausnahme es hat da einer die Physik neu erfunden.
    Entweder handelt es sich bei diesen Beitrag um eine Versteckte Werbung wo mal wieder einer den Stein der Weisen gefunden hat, oder aber der Skipper hält sich in Bereichen auf wie z.B. in der Ostsee, wo wir inzwischen ca. 35000 km² ohne Bewuchs haben. Da funktioniert alles, auch wenn er nichts macht. Ansonsten kann ich nur raten, bohrt keine Löcher wegen eines homöopathischen Bewuchsschutz in Euer Schiff.

    Wir erleben immer wieder Blauwassersegler, die solche Löcher gebohrt haben und glauben, dass ein solches System auch funktioniert. Da sich ab ca. 3 Knoten kein Bewuchs am Unterwasserschiff verfestigen kann, wird etwas vorgetäuscht was physikalisch kaum möglich ist. Auch ein Hartantifouling aus den 70-ziger Jahren ist nicht zeitgemäß. Seit mehr als 15 Jahre gibt es SPC-Antifouling, tropentauglich, mehrjährig, Bewuchsschutz 3-4 Jahre, bei Hempel, Jotun, Nippon, Tenax, BASF usw.  für die Sportbootschifffahrt.

    Siehe http://www.antifouling-shop.com/sho...ing-System
    Friedrich

    laotse50
    Skipper
    Skipper
    Posts:43


    --
    09.04.20 um 10:23

    Na da ist es doch schön, dass "homöopathische Lösungen" auch funktionieren, halt wie im richtigen Leben oftmals besser als die "Schulmedizin".

    Ich will hier aber auch niemand überzeugen , geschweige denn jemandem etwas verkaufen! 
     

    Gruss Wolfgang


     

     

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