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letzter Beitrag 22.10.22 um 22:42 von  Vasco
STCW (und andere?)
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Autor Nachrichten
Katzden Leichtmatrose Leichtmatrose Posts:1
--
17.10.22 um 10:45

    tl;dr: Welche STCW Kurse sind sinnvoll und welche Ausbildungsstätten könnt Ihr empfehlen.

    Hallo Ihr Lieben,

    in einem der Microseminar des letzten Jahres wurden World Sailing (ISAF) Kurse empfohlen, bei denen man unter anderem Feuerbekämpfen, Erste-Hilfe und das Besteigen einer Rettungsinsel lernt. Soweit ich das sehen kann, handelt es sich um den "STCW Basic Safty Training".

    Könnte das jemand bestätigen und gibt es eine empfohlenen Schule (die ggf. mit dem TO zusammen arbeitet)?

    Gibt es andere Schulungen, Kurse oder Skills die ihr in der Vorbereitung auf Langfahrt für unabdingbar haltet?

    Liebe Grüße und Handbreit.

    -- Katzden

    wijosef Kommodore Kommodore Posts:161
    --
    17.10.22 um 14:31

    Lieber Katzden,
    Die wichigste Fertigkeit, die unabdingbar notwendig ist, ist die Fertigkeit, einfach loszufahren.
    Ganz wichtig ist es, sein Tun und seine Ausrüstung so zu gestalten, dass es niemals nötig ist, eine Rettungsinsel zu besteigen oder gar ein Feuer zu löschen.
    Eine Rettungsinsel rettet im Gegensatz zu ihrem Namen niemanden. Sie ist nur ein minderwertiger Ersatz für eine seegehende Yacht.
    Ich möchte da einen Segelfreund zitieren "Überbordfallen gilt nicht".
    Dies gilt für alles Tun an Bord - sei es im Bereich der Technik, dem falschen Zeitpunkt, dem falschen Ort oder für die eigene Sicherheit.
    Alles Übel entsteht durch vermeidbare Fehler und gilt nicht.
    Achtsamkeit aussen vor lassen, gilt nicht.
    Kurse, die das Wissen erweitern, sind meine ganze Freude und keiner davon ist unnötig.
    Darum lerne mit Freude und möglichst vielseitig. Aber vergiss darüber das Losfahren nicht.
    Liebe Grüße Josef

    Capt‘n Motylek Kommodore Kommodore Posts:116
    --
    17.10.22 um 23:38
    Moin,

    früher…., hat die Kreuzer-Abteilung des DSV sowas in Kooperation mit der Bundesmarine in Neustadt i.H. angeboten. Konkret wurde man zwei Tage in deren Schadenabwehr-Zentrum geschult. Themen: Brandbekämpfung, Leckabwehr, Schulung in/mit Seenotrettungsmitteln und ein Ausflug ins Schwimm- genauer Wellenbad. Einsteigen in die Insel, Bergung durch den Heli etc. Unterbringung in der Kaserne der Bundesmarine, am Abend nobler Empfang in der Offiziersmesse und Austausch mit dem Schulungsleiter, seinerzeit Herr Kapitän Otto Stöhr. Da war Schliff drin !

    Ich habe das 2009 mit meiner Frau gemacht und es ist super, super eindrucksvoll. Ich kann dieses Seminar nur empfehlen, einfach weil es erschreckend realistische Bedingungen aufzeigt. Das war 2009 und damals musste man sich da mindestens ! ein Jahr zuvor anmelden, da immer ausgebucht!

    Nun habe ich mal nachgeschaut und offensichtlich wird ein Seminar mit der von Dir gewünschten Zertifizierung auch noch angeboten, jedoch offensichtlich nicht mehr in Kooperation mit der Bundesmarine…. Guckst Du hier:

    https://akademie.dsv.org/course/589/de

    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ein privater Anbieter auch nur annähernd eine gleiche Qualität bieten kann. Wer hat schon ein Schiff mit Maschinenraum zu Verfügung, welchen er innerhalb von 5 Minuten durch Luken und Lecks mit mehreren 1000 Litern Wasser fluten kann ( Und innerhalb von 30 Minuten wieder abpumpen ), eine eigene Brandhalle in der man mal so richtig Feuer machen kann ( Keiner der es je erlebt hat weiss, was Feuer überhaupt bedeutet ! ) und auch ein Schwimmbad mit Heli-Bergevorrichtung an der Decke findet man eher selten…. Wer das nicht hat, der kann nicht auf Augenhöhe diese Qualität bieten. Das mag für ein Zertifikat reichen, wie praxisnah das ist mag jeder selbst bewerten. Bei einer Segelschule o.ä. würde ich sowas nicht buchen, einfach da man mit bei sowas auf entsprechendem Niveau einfach Geld mitbringt, nichts verdienen kann….

    Fair Winds
    Martin

    Capt‘n Motylek Kommodore Kommodore Posts:116
    --
    18.10.22 um 00:08
    Hier noch ein Bericht der die Lehrinhalte ganz gut aufzeigt:

    https://www.ttt-sailing.de/post/the...t-holstein

    Letztlich kommt der Autor zu der Erkenntnis, dass die Unterrichtung in einem großen Schiffsrumpf und mit Feuerwehr in einer Brandhalle nicht seiner Situation an Bord einer Yacht entspricht….
    Sicher, das kann man so bewerten - doch Leck ist Leck und Feuer ist Feuer. Die physikalischen Hintergründe sind identisch und größere Dimensionen zeigen das Malheur nur deutlicher auf.

    Nach dem Seminar weisst Du, ein Leck kriege ich höchstwahrscheinlich irgendwie noch gefixt, wenn ich weiss wie…. Feuer ist i.d.R. das Ende!!! Allenfalls ein Entstehungsbrand ist im allerersten Moment in den Griff zu kriegen. Das sind die Dinge die Vermittelt wurden.

    Dennoch, der Bericht ist gut und exakt das ist das Seminar was ich gemacht habe.

    Ich hoffe, dass Dir meine Informationen geholfen haben und würde mich freuen wenn Du fündig wirst. Aber bezahl‘ nicht viel Geld für Kokolores - nur das Original ist in diesem Fall das Optimum!

    Und hier noch ein Bericht aus dem Spiegel, aber auch von 2001. Ruf‘ mal bei der Bundesmarine in Neustadt i.H. und frag‘ Dich durch ob die das Sea Survival mit Herrn Kapitän Stöhr dort noch machen.

    Martin
    Capt‘n Motylek Kommodore Kommodore Posts:116
    --
    Vasco Skipper Skipper Posts:36
    --
    22.10.22 um 22:42

    Moin,

    ich habe ein World Sailing (ex. ISAF) Sea Survival Training bei Sailpartner absolviert.
    Das findet in Bremerhaven bei RelyOn Nutec statt und Du kannst im Spezialwellenbad im Dunkeln, mit Stroboskopblitz, Donner vom Dolby Surround, und Regen mit einer Windmaschine übers Becken gepustet versuchen mit Deiner aufgeblasenen Rettungsweste in die Rettungsinsel zu klettern. Obwohl es "nur Spaß" ist, kommt Stress auf. Eine Simulation mit Helikopter-Aufwinschen ist auch dabei. Einiges an wichtiger Theorie wird symphatisch vermittelt und Dr. Jens Kofahl bringt Dir bei, wie man einen Schnitt in einer Putenkeule wieder zusammennäht. Die Sailpartner machen das prima und sehr zugewandt. Natürlich geht auch Neustadt. Dort fand vor langer Zeit mein erstes Training statt und ich konnte lernen, wie man einen brennenden Hubschrauber löscht und in einem Simulator Lecks stopft, aus denen hektisch viel Wasser spritzt. 
    Ich finde es lohnt sich, da man nach dem Training etwa weiß, wo die Schwierigkeiten liegen, oder man sich dann traut auch mal etwas Luft aus der Weste wieder abzulassen, um besser in die Rettungsinsel zu kommen. Viel Spaß.
    Jens
    https://www.sailpartner.de/training...straining/

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