50 Jahre TO - 1. Teil - Weltumsegler ausgezeichnet

Verfasst von Kirsten Panzer am 29. September
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Dank des 50-jährigen Jubiläums des Trans-Ocean gab es statt im November bereits gestern die ersten Preise für die Weltumsegler, Heimkehrer, Atlantiküberquerer und Regattasegler des Trans-Ocean. 

Und das diesmal nicht in den Hapag Hallen, sondern im Schloss Ritzebüttel während des feierlichen Sektempfangs der Stadt Cuxhaven. 120 TO-Segler waren dabei, als Egon Lutomsky und Carsten Matthias entspannt, locker und äußerst unterhaltsam die „neuen“ Weltumsegler des TO auszeichneten. 

Zwei von den Weitgereisten hatten es bei ihrer Seefahrt scheinbar besonders eilig. 

Anna und Dr. Karl-J. Hundhammer, die mit Ihrer Agens, einer Reinke 15M, im November auf La Gomera gestartet waren, brauchten für ihren Weg über Barbados, durch den Panamakanal, zu die Galapagos- und Osterinseln, Pitcain, Tahiti, Tonga, Australien, dann die  Cocos Inseln, Mauritius, vorbei am Kap der Guten Hoffnung und wieder zurück in den Atlantik gerade einmal ein Jahr, vier Monate und 10 Tage bis sich ihre Kiellinie vor La Gomera wieder kreuzte. 

Noch etwa einen Monat schneller rundrum schafften es  Dr. Nicole und Dr. Armin Binder mit ihrer Amel Super Maramu 2000 Ashia. Gerade einmal 15 Monate waren sie unterwegs, zumindest bis sie ihre Weltumsegelung im Rahmen der World ARC am Start- und Zielpunkt St. Lucia beendet hatten. Doch vor ihrem Weg um die Welt hatten sie erst einmal Zeit, ihre 16,40 Meter lange Yacht von Genua durchs Mittelmeer nach Lanzarote und dann über den Atlantik zu segeln. Von dort aus ging es in der Gemeinschaft durch den Panamakanal, zu den Marquesas, nach Australien, Indonesien, Mauritius, bevor sie sich in Kapstadt erst einmal von der Flotte trennten, um über Namibia und St. Helena zurück in die Karibik zu segeln und gemeinsam mit der World ARC ihre Weltumsegelung in St. Lucia zu beenden. 

Eine ganz andere Route wählten dagegen Anna Maria und Ernst Hüttinger - Sie wechselten die Ozeane nicht durch den Panama-Kanal, sondern umrundeten dabei Kap Hoorn. Nach Gomera, Kap Verden, Brasilien und Uruguay ging es von Mar del Plata / Argentinien durch die Le Maire Straße und den Beagle Kanal nach Puerto Willliams / Chile, dann weiter nach Süden und um Kap Hoorn wieder zurück nach Puerto Williams. Das Kap Hoorn war umsegelt, man könnte auch sagen, sie haben es umkreist. Durch die Patagonischen Kanäle richteten Anna Maria und Ernst Hüttinger den Bug ihrer Galatea nun wieder nach Norden, diesmal auf der pazifischen Seite. Unterwegs waren sie nun schon seit zwei Jahren! Und auch danach folgte Detaillarbeit auf dem Wasser – der Pazifik wurde ausgiebig erkundet, die Südsee, Neuseeland, Australien, Tasmanien, dann Neukaledonien, Vanuatu und wieder Australien, Indonesien, Malaysien, Thailand, Vanuatu, das südchinesische Meer und noch einmal Australien, immer weiter und weiter mit ganz viel Zeit. Am Ende überqueren sie nach achteinhalb Jahren vor Brasilien ihre Kurslinie und … segeln weiter. Anfang August haben sie nun wieder Europa erreicht und damit nach 16 Jahren und acht Monaten ihren Törn um die Welt beendet. 

Für ihre ausgiebige Kap Hoorn-Umrundung – sozusagen von allen Seiten -, wurde Anna Maria und Ernst Hüttinger außerdem die TO-Medaille überreicht, mit der besondere seglerische Leistungen geehrt werden.

Weitere Weltumseglerpreise, die leider nicht an die Crews übergeben werden konnten, gehen an:

Esther und Mario Wacker mit Tochter Laura. Sie haben sich für ihre Weltumsegelung auf ihrem Katamaran Mares sechs Jahre Zeit gelassen und dabei 38 500 Seemeilen zurückgelegt. 

Sybille Und Dieter Neuhauser segelten mit ihrer 10,54 Meter langen Hallberg Rassy Lycka in drei Jahren um die Welt, segelten dabei aber nicht ums Kap der Guten Hoffnung, sondern durch den Suez Kanal ins Mittelmeer und dann über Tel Aviv und Kreta nach Lissabon, wo sie ihre Weltumsegelung offiziell beendeten.

25 Länder besuchten Ursula und Hans Schult bei ihrem Weg um die Welt und legten dabei innerhalb von drei Jahren 40 000 Seemeilen zurück. Ihr Ausgangs- und Zielhafen lag übrigens im Mittelmeer, im ligurischen Varazze. 

Die Silberne Kugebake wurde seit 2008 nicht mehr vergeben und dann in diesem Jahr gleich an vier Crews. Voraussetzung für die Vergabe der Kugelbake ist, 2 500 Seemeilen nonstop zu segeln und danach als ersten Stopp Cuxhaven anzulaufen. Und genau das hatten die Teilnehmer der Atlantic Anniversary Regatta, die anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des NRV, des Norddeutschen Regatta Vereins, ausgetragen worden war, getan.

Und so ging die Silberne Kugelbake an:  

Die Bank von Bremen der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“, entgegengenommen wurde sie von der Schifferin Dr. Melanie Aalburg und dem Trimmer Niklas Peters.  

Die Haspa Hamburg vom Hamburgischer Verein Seefahrt und somit an Skipper Fabian Bläsi sowie Ole Pahnke für die Crew. Sie nahmen auch stellvertretend für ihre Vereinskollegen die Silberne Kugelbake, mit der Skipper und Crew der Broader View ausgezeichnet wurden, in Empfang.  

Und die vierte Silberne Kugelbake ging an keinen Geringeren als Boris Herrmann, der mit seiner Malizia, einer Open 60, als erste Yacht nach 3 500 Seemeilen die Ziellinie vor Cuxhaven überquerte, genauso wie er es sich vor dem Start vorgenommen hatte. Soll erfüllt! Stellvertretend für Boris Herrmann, der sich zurzeit auf seine Teilnahme an der Route du Rhum, einhand von Saint Malo / Bretagne nach Pointe-à-Pitre / Guadeloupe, vorbereitet, nahm sein Crewmitglied Christoph Enge die Silberne Kugelbake des TO entgegen.  

Die Silberne Ehrennadel erhielten für ihre 25-jährige Vereinsmitgliedschaft:  Achim Schröder-Ebensberger, Ursula Kremser-Vöhringer, Dr. Helmuth Holl, Daphne Schoen und Rainer Firch, Michael Herbst, Rainer Faltermeier. 

Und danach? Da gab es Musik! The Sailing Bassman kam zum Einsatz – Claus Aktoprak und Dara McNamara spielten auf und tatsächlich, nach einigem Zaudern und Zögern wurden dann doch noch die Tanzbeine geschwungen.
 


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