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Landreise mit 1.325 Seemeilen


 

Landreise mit 1.325 Seemeilen

Verfasst von Peter Wiedekamm (TO) am 20. Februar
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Für einen Segelverein ist Trans-Ocean e.V. wirklich eine weit verzweigte Organisation. Viele unserer Vereinskameraden besegeln aktuell mit dem Boot die sieben Weltmeere. Wenn es sich ergibt, besuchen sie einen unserer 180 Stützpunkte auf sechs Kontinenten.

Doch wo treffen wir derzeitigen Landbewohner uns? Wo lauschen wir spannenden Reiseberichten, wo treffen wir an Land segelnde, die über die Ozeane segeln wollen oder schon gesegelt sind?

Erste Wahl für einen solch besonderen Landfall sind die TO-Treffpunkte im deutschsprachigen Raum. In einer gewissen Regelmäßigkeit  treffen sich in Kiel, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Mainz, Regensburg, Lörrach, München, Salzburg und Zürich TO Mitglieder und Gäste und sprechen über neue Segelpläne, technische Herausforderungen an Bord oder schlicht über vergangene Zeiten. Seit neuestem auch in Schwäbisch Hall!

So treffen sich jeden Monat schätzungsweise 250 Trans-Ocean Mitglieder und Gäste in der Region. Keine große Sache, Werktags, keine echte Reiseplanung notwendig. Kurz ein Blick in den Terminkalender, mit Fahrrad, U- oder S-Bahn oder dem Auto zum TO-Treffpunkt und schon ist man für ein paar Stunden in einer anderen Welt. In der Welt der Ozean überquerenden Segler. In der Welt von Trans-Ocean e.V.!

Etwas komplizierter wird die Sache, wenn man wirklich einmal alle Treffpunkte außerhalb des eigenen Wohnortes besuchen möchte. Dann braucht man doch einen Törnplan, etwas mehr Zeit, je nach Jahreszeit auch einen Wetterbericht und vor allem eine gewisse Ruhe im Stau auf der Autobahn.

Im Rahmen meiner Trans-Ocean Treffpunkttour konnte ich in den vergangenen beiden Wochen die vier TO-Treffpunkte in München, Hamburg, Kiel und Berlin besuchen. Über den TO-Treffpunkt Düsseldorf wurde ja schon im Januar berichtet.

Bis auf Kiel passten die Besuche gut in den Kalender, doch am Valentinstag gab es gleich drei Abendveranstaltungen die besucht werden wollten.  Klarer Fall von Aufgabenteilung! Meine Vorstandskollegen Egon Lutomsky und Carsten Matthias vertraten Trans-Ocean bei der Preisverleihung des German Offshore Awards in Hamburg. Bert Frisch zeigte TO Flagge beim traditionellen Curry-Essen der Segelervereinigung Cuxhaven und ich besuchte die Vereinskameraden auf ihrem jährlichen Treffen in Kiel.

München – Glasbruch

Da fährt man nichts Böses ahnend in die bayrische Landeshauptstadt um den Trans-Ocean Treffpunkt München zu besuchen, unterhält sich angeregt und gut und auf einmal scheppert, klirrt und bricht Glas!

Unser Stützpunktleiter Wolfgang Quix wollte sich galant mit einem Messer an einem Glas schlagend Gehör verschaffen und nahm so viel Schwung, das er das Glas sauber köpfte und dadurch alle Segelnden schlagartig zum Schweigen brachte, für einen Moment nur, denn nach der Schrecksekunde brachen wir umso lauter in Gelächter aus. Doch Wolfgang, souverän wie immer, war die Aufmerksamkeit aller nun gewiss und so konnte er neue Mitglieder und Gäste vorstellen und begrüßen.

 

Hamburg – Geheime Verabredung

Tags darauf. Renate und Gerd Willhoeft hissen schon seit Jahrzenten den TO-Stander für unseren Verein in Hamburg. Kleinere Runde, intensive Gespräche und wie sich später heraus stellt eine zunächst geheime Verabredung. Der Klassiker in solchen Runden ist ja häufig, das irgendwann die Frauen zusammen sitzen und nebendran die Männer. Die Männer reden staatstragend über Antifouling, Schäden am Boot, Ausrüstung und die nächste Saison. Die Frauen, wie so häufig viel pragmatischer, überlegen diesmal, wie sie im Umgang mit dem Boot besser werden können ohne einen männlichen, nörgelnden Skipper im Hintergrund und verabreden im kleinen Kreis mal eben ein Frauen-Manöver-Training für Anfang April. Nicht lang schnacken, einfach machen! Erst Tage später fällt ein entsprechender Eintrag im elektronischen Kalender der Beteiligen auf – langjährige Skipper sollten alarmiert sein – oder dankbar.

Kiel – Potluck

Oder zu Deutsch: Topfglück. Während die meisten unserer Treffpunkte an Orten mit Gastronomie stattfinden, trifft sich der Trans-Ocean Treffpunkt zu Kiel im Vereinsheim des dortigen Postsportvereins. Keine Gastronomie, aber eine kleine Küche und die Schwentine vor der Tür. Also bringt jeder etwas Leckeres zu Essen mit, drapiert es ansehnlich auf den Tisch und fertig ist ein üppiges, vielseitiges und vor allem sehr leckeres Buffet. Auf den Ankerplätzen während einer Langfahrt ist ein Potluck oft der Höhepunkt des Tages, treffen doch dort viele Nationalitäten und Küchen aufeinander. Beim Essen lässt es sich bekanntlich vorzüglich schnacken. Dieser Tradition folgend organisierten Ingeborg Voss und Wolfgang Dinse in Vertretung für Stefan Conrad, der gerade selbst auf Langfahrt ist, das diesjährige Treffen in Kiel. Der Vortrag von Johannes über seine Tour durch die Karibik lässt dann doch hier und da Fernweh aufkommen und als es dann, zu später Stunde auch noch Kaffee und Kuchen gibt, fragt sich der beeindruckte Besucher verzweifelt, wie er all die Kilos jemals wieder loswerden könnte?

Berlin – volles Haus, einmal mehr

Das in Berlin der Bär steppt ist bekannt und das die dortigen TO Treffen immer sehr gut besucht sind dürfte sich mittlerweile auch herum gesprochen haben.

Offiziell geht es immer um 19:00 Uhr los, wer Hunger hat kommt besser etwas früher und lässt sich von der Gastronomie des Potsdammer Yachtclubs was Handfestes servieren. Alle vorhandenen Stühle besetzt, zwei Vorträge folgen Schlag auf Schlag. Zunächst die in Berlin obligatorische Bootsvorstellung, danach nimmt uns Lore mit beeindruckenden Bilder und Geschichten auf einen Törn von den Falklands nach Süd-Georgien mit. Pit Dörnfeld organisiert seit einigen Jahren mit viel Liebe im Winterhalbjahr den Treffpunkt in Berlin und freut sich sichtlich, wenn die Bude voll ist.

 

Programm planen, segelnde auf Vorträge ansprechen, Mitglieder und Gäste einladen – das alles leisten unsere Treffpunktleiter „mal eben so“ ehrenamtlich, oberflächlich betrachtet nebenbei. Doch jeder der so eine Aufhabe schon mal übernommen hat oder darüber nachdenkt weiß, wie viel Arbeit darin steckt. Wie viel Energie es kostet, immer und immer wieder dafür zu sorgen, dass ein Treffpunkt wirklich stattfindet. Auch wenn längst nicht jeder von uns regelmäßig einen unserer zwölf TO-Treffpunkte im deutschsprachigen Raum besucht, kann ich wohl im Namen aller unseren Treffpunktleitern für ihren oft langjährigen Einsatz in und für unseren Verein herzlich danken.

Respekt!

Fortsetzung folgt, denn die Treffpunktreise geht weiter,

fair winds,

Peter.


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