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letzter Beitrag 03.06.24 um 12:14 von  Holtzkopf
Bootskauf in Frankreich und alternative Flaggen
 6 Antworten
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Autor Nachrichten
Holtzkopf Segler Segler Posts:7
--
30.05.24 um 17:04

    Moin zusammen.

    Meine Frau Andrea und ich sind sehr aufgeregt. ;)

    Obwohl ich bereits seit Jahren Mitglief im TO bin, kommt erst jetzt unser erstes eignes Boot.
    Wir haben eine Nautitech 40 Open in Frankreich gefunden und sind uns mit dem Eigentümer einig geworden. Ein renomiertet Makler hängt dazwischen. Der Eigner ist über 70 und kann das Boot gesundheitlich nicht mehr so nutzen, wie er wollte. Wir haben es besichtig und man kann festhalten, dass der Eigner seine 40 Jahre Erfahrung in die Ausstattung hat einfließen lassen. Das Boot ist aus 2020 und quasi neuwertig. Der Eigner ist an der Grenze zu spießig, was die Pflege des Bootes angeht. 

    Obwohl wir gut organisiert sind und ich auch ein wenig Erfahrung mitbringe, sind wir jetzt ein wenig überfordert mit ein paar Punkten und wären sehr froh über ein paar Tips oder Erfahrungen.

    - Sollten wir die deutsche Flagge dran hängen? Die EU-MwSt ist in Frankreich bezahlt. Wir können uns perspektivisch aber vorstellen, das Boot auch zeitweise kommerziell zu betreiben. Z.b. indem wir zahlende Gäste willkommen heissen. Skippercharter wäre auch eine Option, aber nicht die bevorzugte. Hat jemand Erfahrungen mit anderen Flaggen? Gibts Vor- oder Nachteile, wenn es nicht die deutsche ist?

    - Wir sind beruflich noch eine zeitlang gebunden und suchen ab September eine sichere Bleibe. Am Besten in der Nähe einer Stadt mit internationalem Flughafen, damit wir auch über den Winter gut hin- und wegkommen. Eine Lagerung auf dem Trockenen käme auch im Frage. Aktuell steht das Boot zu sehr hohen Kosten in Nizza. Da wir spanisch sprechen, wäre das die bevorzugte Lösung. Valencia ist uns in den Sinn gekommen. Hat jemand eine schöne Marina im Angebot oder gibt es Kooperationen mit dem TO?

    - Ende Juni kommt das Boot aus dem Wasser und bekommt ein neues Antifouling. Das wäre ein guter Zeitpunkt, direkt das Gutachten zu erstellen. Wir könnten einen Gutachter über den Makler beziehen oder einen eigenen besorgen. Wir erwarten zwar keine Probleme, aber habt ihr dazu eine Meinung?

    - Der Vertragsentwurf liegt vor und ist relativ simpel gehalten. Auf der einen Seite ist alles wichtige drin - soweit wir das beurteilen können auf der anderen Seite fragen wir uns, ob wir juristische Hilfe in Anspruch nehmen sollten oder ob das eine typische deutsche Eigenart ist und wir dem Makler trauen sollten. Das ist keine Einzelperson, sondern arbeitet für eine Firma, die seit 25 Jahren international tätig ist.

    Ihr seht, wir sind ein wenig im "Überforderungsmodus". Das legt sich hoffentlich, wenn das gröbste geklärt ist. Vielleicht kann uns der Eine oder Andere von euch ein wenig über den Berg helfen. Zumindest mit ein paar Tips, worauf wir uns fokussieren sollten und wo wir uns entspannen können. ;)

    VG,
    Arne

     

     

    Capt‘n Motylek Kommodore Kommodore Posts:170
    --
    31.05.24 um 10:25
    Moin Arne & Andrea,

    viele Fragen, viele Aspekte sind zu beachten. Ich will nur auf zwei Dinge eingehen, den Makler und den Liegeplatz.

    Was den Makler angeht, in jedem Fall sollte er Mitglied in einer seriösen Vereinigung sein. Die ABYA und der BMF bieten sich hier z.B. an, gern auch beide. Ein seriöser Makler wird auch immer !!! über ein Treuhandkonto !!! arbeiten. Da wären Eurerseits einige Informationen mehr natürlich hilfreich. Und seht zu, dass Ihr einen sauberen Nachweis über die Steuerzahlung bekommt. Nachher rennt man hinterher. Die Aussage „ist bezahlt“ und irgendeine Kopie ist da nicht ausreichend. Das sollte bei Bj. 2020 aber kein Peoblem sein, es wird Unterlagen im Original geben.

    Was eine Marina in Spanien angeht, Roda de Bara ist gut und preislich im Rahmen. Knut Vogler spricht fließend deutsch und spanisch und betreut, im Auftrag der Marina und auf eigene Rechnung, alle Klienten aus dem Ausland. Als Marina ist Roda de Bara i.O. Bzgl. auszuführender Arbeiten kommt‘s drauf an. Wie überall, man sollte ein Auge drauf haben. Roda de Bara und Knut Vogler sind auch TO-Stützpunkt. Man sollte das aber nicht überbewerten. Da gibt es alle paar Jahre mal eine schöne Urkunde, das bringt auch Kunden, aber eigentlich gibt es keinen wesentlichen Kontakt bzw. support. Die Marina ist via Barcelona auch gut erreichbar.
    Oft wird Almerimar als gut und günstig empfunden, da muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Ich meine, wie immer, you get what you pay for…

    Habt Ihr detailliertere Fragen und Informationen, dann meldet Euch gern nochmal. Und, nicht zuletzt, bei der vermutlich im Raum stehenden Summe sollte man selbst einen seriösen Gutachter einbinden. Im Zweifel lässt man den einfliegen, immer eine gute Investition. Das Gefühl, welches man bei Verhandlung, Besichtigung von dem Eigner und dem Makler gewinnt, das ist allerdings nicht zu unterschätzen. Dies aber natürlich in Abhängigkeit davon, was man im Leben schon so gesehen hat. Und die Frage, ob ich bei solchem Investment einen eigenen Gutachter nehme oder den, mit dem der Makler immer zusammenarbeitet, die beantwortet sich doch wohl eigenständig; ganz losgelöst von der Sprache. Bei der Suche gilt, wie beim Makler: wo ist der Mitglied ? Welche Referenzen bringt er mit ? Schicke youtube-videos von selbsternannten Experten und Profis… Ein wirklich guter Gutachter hat für sowas gar keine Zeit, der ist bis oben ausgebucht! Und, der kostet ´ne Mark! Ich bin nicht mehr im Geschehen, würde aber > € 500,— pauschal, zzgl. Spesen als unterste Grenze sehen. Heute vermutlich fast schon € 1.000,—

    Was die Flagge angeht, der Adenauer und eine Eintragung ins Schiffsregister ist schon schick. Alternativ bei 40ft auch das Flaggenzertifikat, was einfacher ist. Oder eben der IBS. Es gibt auch andere, günstigere Möglichkeiten, das ist auch nicht unseriös. Dennoch ist der Sinn einer Flagge ja schon, auch die Herkunft eines Schiffes ausmachen zu können. Jeder wird da so seine eigene Sicht der Dinge haben.
    Willst Du verchartern, dann kommen natürlich zusätzlich Aspekte wie Gewerbeanmeldung, Abnahme durch die BG etc. dazu. Da hat die deutsche Nationale auch nochmal einen anderen Anstrich. Das ist aber wieder ein anders und sehr komplexes Thema. Alles nicht sooo einfach, dass man es an dieser Stelle mit ein paar Sätzen final beantworten könnte.

    Viel Erfolg und Freude mit dem Schiff, sofern es klappt !

    Gruß
    Martin
    Holtzkopf Segler Segler Posts:7
    --
    31.05.24 um 12:57

    Moin, Martin.

    Echt vielen Dank für deine Einschätzung und ich glaube, wir sind da auf einer Linie.
    Der Eigner ist - wie gesagt - extrem gut organisiert und an der Grenze zu spießig. Das kommt uns aber zu Gute. Die Papierlage z.B. bezüglich MwSt. ist einwandfrei und der Original Kaufvertrag mit entsprechendem Nachweis liegt auch vor.

    Gutachter sehe ich genauso. Da werden wir auf einen eigenen zurückgreifen und das darf natürlich auch was kosten. Was ich so gesehen habe, sind da 1000€ inzwischen eher die untere Grenze, aber das ist bei der Summe natürlich trotzdem gut investiert. Super aber der Einwand mit der Mitgliedschaft. Da achten wir drauf. Wenn unser präferierter zeitlich nicht in Frage kommt, gibts hier im Forum ja auch ein paar Nummer vor Ort. Jemanden einfliegen ist eine Option, würde ich aber eher bei einem Boot sehen, bei dem größere Themen zu erwarten sind. Ich glaub da passt auch ein seriöser Mensch vor Ort.

    Der Makler ist seit vielen Jahren im Geschäft und nicht eigenständig, sondern über eine große Company angeschlossen. Auch das ist ein gutes Gefühl und er hat auch das letzte Boot für den Eigner verkauft. Ebenfalls ein gutes Zeichen.

    Danke auch für die Tips zu den Marinas. Wir schauen mal und vielleicht wechseln wir dann auch mal im Laufe des Winters.

    Jetzt kümmern wir uns erstmal um den Vertrag und die ersten Schritte. Ich bin durchaus bei einer deutschen Flagge. Meine Frau als gebürtige Rumänin fühlt sich eher als Europäerin und fremdelt ein wenig damit. Da gehts also gar nicht um irgendwelche Tricks sondern eher um ein "Gefühl". Das werden wir mal diskutieren.

    Ich komm nochmal rum, wenn ich weitere Themen habe und sag nochmal: Vielen Dank für die Einschätzung.

    VG,
    Arne

    Capt‘n Motylek Kommodore Kommodore Posts:170
    --
    31.05.24 um 15:38
    Baujahr 2020 und ein pingeliger Eigner, vermutlich bereits eine hervorragende Kombination.
    Die Seite yacht-sachverstand.de ist -von der Person mal völlig losgelöst - ganz informativ.

    Das mit der Flagge sollte man, sofern man offiziell Charter betreibt und nicht nur mal Freunde mitnimmt, auf jeden Fall vorher klären. Anforderungen und Abnahme eines Schiffes durch die
    BG See sind ein nicht unerheblicher Aufwand. Aber wie gesagt, das kann man an dieser Stelle
    kaum umfänglich und seriös vertiefen. Im Netz wird man aber natürlich fündig.

    Euch viel Erfolg & Freude mit dem Schiff, hoffentlich klappt es.

    Martin
    Stefan Schafhaus Segler Segler Posts:19
    --
    01.06.24 um 22:16

    Ich habe meine Yacht in 2022/23 in Almerimar und 2023/24 in Torredembarra/Roda de Bara überwintert. Hier zu beiden Standorten meine persönlichen Erfahrungen:

    In Almerimar gibt es auch über den Winter eine lebendige Community. Die TO-Stützpunkt-Leiterin Andrea Schwartz und ihr Ehemann Udo Wagemann bieten eine super freundliche Rundumbetreuung, auch was Wartungsarbeiten am Schiff betrifft. Das Klima ist sehr mild. Die Preise für den Liegeplatz sind sehr moderat. Man sollte allerdings versuchen, einen Liegeplatz in dem Hafenbereich mit Zugangsbeschränkungen zu bekommen, ansonsten liegt man mit dem Schiff direkt an einer der vielen öffentlichen Straßen. Der Varadero in Almerimar ist nur teilweise asphaltiert, bei trockenem Wetter staubig und bei nassem matschig. Eigenes Arbeiten am Boot ist auf dem Varadero erlaubt. Die Nähe zur Sahara tut den Schiffen aber nicht gut: Man kann alle Nase lang den braunen Sand von dem Boot entfernen. Sprayhood-Fenster altern schnell. Die Verkehrsanbindung zu den Flughäfen Valancia oder Malaga erfolgt über Busse. Beide Flughäfen sind etwa gleich weit entfernt.

    In Roda de Bara ist Knut Richter TO-Stützpunktleiter. Er und seine rechte Hand Chris(toph) Gluck bieten ebenfalls eine gute Rundumbetreuung und erledigen über die eigene Firma zuverlässig auch sämtliche Wartungsarbeiten am Schiff zu moderaten Preisen. Moderat sind auch die Liegeplatzgebühren im Hafen. Ebenso wie in Almerimar gibt es sehr günstige Tarife, wenn man für einen längeren Zeitraum bucht. Roda de Bara ist relativ nah am Flughafen Barcelona. Eine Comunity wie in Almerimar gibt es aber nicht: Außerhalb der Saison ist absolut tote Hose. Roda ist eben ein reiner (Sommer-)Ferienort.

    Knut Richter managed aber auch die Betreuung im ca. 5 sm entfernten Hafen von Torredembarra mit ebenso günstigen Preisen. Torredembarra hat einen eigenen Bahnhof, von dem aus man in kurzer Zeit in Barcelona ist. Obwohl der Hafen selbst im Winter ebenfalls recht ausgestorben wirkt, hat Torredembarra einen fußläufig erreichbaren Ortskern mit Geschäften, Restaurants und allem, was man an Infrastruktur so braucht. Man kann im Hafen Lagerräume mieten, wenn man nicht alle Sachen auf dem Schiff haben will.

    Herzliche Grüße

    Stefan von der Alegría

    Capt‘n Motylek Kommodore Kommodore Posts:170
    --
    02.06.24 um 13:44
    Hallo Stefan,

    danke für die ergänzenden Ausführungen und natürlich ist Knut Vogler in Wahrheit Knut Richter. Die Erinnerungen schwinden…. Jetzt ist mir gar die Seite mit weiteren Informationen wieder eingefallen, sie lautet marinas4winter.com

    Dort findet sich auch eine aktuelle Preisliste. Danke für die Berichtigung!

    Martin
    Holtzkopf Segler Segler Posts:7
    --
    03.06.24 um 12:14
    Moin zusammen.
    Das sind wirklich tolle Tips. Insbesondere die Marina werde ich mir ansehen. Klingt genau nach dem, was wir suchen! :)
    Was den Vertrag angeht sind wir inzwischen ganz entspannt. Der Makler hat ihn wirklich super ausgewogen aufgesetzt. Wir zahlen 30% auf ein Treuhandkonto und haben danach über einen Monat Zeit, das Gutachten zu erstellen und das Boot anzunehmen oder abzulehnen. Bei Ablehnung erfolgt eine komplette Rückerstattung der 30% abzüglich ggf. Kosten die in der Zwischenzeit auf unsere spezifische Anfrage hin aufgelaufen sind. Wir können den Zeitpunkt der Übergabe frei wählen und die Restsumme kommt auch zunächst auf ein Treuhandkonto und wird erst freigegeben, wenn alle Papiere da sind und der Übergang stattgefunden hat. Sogar das Risiko für Schäden oder Untergang zwischen Gutachten und Übertrag ist vertraglich auf den jetzigen Eigner festgeschrieben und er ist verpflichtet, das Boot in der Zwischenzeit ausreichend zu versichern.
    Was die Flagge angeht halten wir es jetzt erstmal einfach und nehmen die deutsche. Einen Wechsel können wir noch immer anstossen, wenn wir wirklich so weit sind, auch mal Gäste zu empfangen.
    Wir haben inzwischen eine englisch sprachige Gutachterfirma in Antibes aufgetan. Die sind von diversen internationalen Vereinigungen zertifiziert und Mitglied (International Institute of
    Marine Surveying, Royal Institution of Naval Architects (RINA)). Das scheint uns aufgrund der Nähe zum Boot und der einfachen Verfügbarkeit und kurzen Anreise der richtige Weg. Zumal wir keine Schäden durch den Eigner erwarten, sondern eher schauen, ob Nautitech bei der Herstellung Mist gebaut hat. Trotzdem checken die natürlich alles. Vielleicht hat jemand von euch ja mal was von denen gehört. Hab vorhin mit einem surveyor telefoniert und ein gutes Gefühl. http://interfacemarine.com
    Vielen Dank weiterhin für die guten Tips und wir freuen uns langsam immer mehr, bald auch segelndes Mitglied im TO zu sein und nicht nur "fördernd". ;)
    VG, Arne
    Sie sind nicht berechtigt, eine Antwort zu verfassen.


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